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Thurgau: Noch kein Feuerverbot - totales Verbot für 1. August eher unwahrscheinlich

Der Kanton Thurgau erlässt derzeit noch kein Feuerverbot. Auch ein Wasserentnahmeverbot wird noch nicht ausgesprochen. Aber: Der Fachstab Trockenheit wurde nun offiziell eingesetzt.
Sebastian Keller
Die Pegelstände der Thurgauer Fliessgewässer sind derzeit tief. Wie hier beim Giessen in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder, 19. Juli 2019)

Die Pegelstände der Thurgauer Fliessgewässer sind derzeit tief. Wie hier beim Giessen in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder, 19. Juli 2019)

Aufgrund der aktuellen Lage wurde im Kanton Thurgau offiziell ein Fachstab Trockenheit eingesetzt. Das schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Dieser kam bereits im vergangenen Jahr zum Einsatz.

Die Fliessgewässer im Kanton Thurgau sind derzeit grösstenteils zu warm und führen wenig Wasser, wie der Kanton weiter mitteilt. Rund 22 Kilometer Fliessgewässer mussten bisher abgefischt werden. Dazu zählen etwa Abflüsse des Hüttwilerseees, der Giessen bei Weinfelden oder der Altbach im Hinterthurgau.

Durch die hohen Temperaturen wird zudem der Sauerstoffgehalt im Wasser immer mehr zum Problem. «Deshalb sind wir froh um jeden Liter Wasser, der in den Fliessgewässern bleibt», wird Marius Küttel von der Jagd- und Fischereiverwaltung in der Mitteilung zitiert. Damit ist ein Aufruf an die Bevölkerung verbunden, nicht unnötig Wasser aus Fliessgewässern zu nehmen.

Aufgrund der aktuellen Lage ist ein Wasserentnahmeverbot in naher Zukunft realistisch, heisst es weiter in der Mitteilung. Der Fachstab wartet diesbezüglich das Wochenende mit den angekündigten Niederschlägen ab.

Totales Feuerverbot für 1. August eher unwahrscheinlich

Das Wochenende und der angekündigte Regen werden auch hinsichtlich eines möglichen Feuerverbotes abgewartet. Noch ist weiterhin nicht ganz ausgeschlossen, dass zumindest ein partielles Feuerverbot in Wald und Waldesnähe erlassen werden muss, schreibt der Kanton weiter in der Mitteilung. Ein totales Feuerverbot für den 1. August sei nach wie vor eher unwahrscheinlich, heisst es weiter in der Mitteilung. Der Entscheid fällt voraussichtlich Anfang nächster Woche. Erhöhte Vorsicht bei Feuer ist aber nach wie vor angebracht.

Bei der Kantonspolizei Thurgau, die ebenfalls Teil des Fachstabes Trockenheit ist, gehen laut Mitteilung öfters Meldungen ein, dass Hunde oder Kinder im Auto zurückgelassen werden. Nach wenigen Minuten könne dies bereits lebensbedrohlich sein.

Die Lagebeurteilung im Detail

Die Thurgauer Fachstelle Hydrometrie hat eine neuerliche Lagebeurteilung im Zusammenhang mit der Hitze und Trockenheit vorgenommen. Folgende Punkte sind einem Dokument zu entnehmen, welches die Fachstelle aufgeschaltet hat.

  • Die Pegelstände der Fliessgewässer liegen auf sehr niedrigem Niveau. Laut Datenerhebung von 8 Uhr haben 11 von 13 Stationen im Kanton Thurgau mit Q347-Bestimmung diesen Grenzwert unterschritten.
  • Bodensee: Der Wasserstand des Sees liegt auf durchschnittlichem Niveau. Entsprechend dem natürlichen Jahresgang ist in den kommenden Wochen tendenziell mit fallenden Seewasserständen zu rechnen.
  • Grundwasser: Im Thurtal keine Veränderung zur Vorwoche. Es zeigt sich immer noch ein zweigeteiltes Bild. Östlich von Müllheim liegt der Grundwasserpegel noch über dem langjährigen Monatsmittelwert; westlich davon sind die Pegel bereits unter diesen Wert gefallen.
  • Wasserentnahme: Derzeit gebe es laut Dokument sechs schriftliche Bewilligungen für kurzfristige Wasserentnahmen aus Fliessgewässern.
  • Waldbrandgefahr: Aufgrund der noch vorhandenen Restfeuchte im Boden wird das Risiko für Waldbrand als mässig (Stufe 2 von 5) eingestuft.
  • Mögliche weitere Entwicklung: Nach der Gewitterfront vom Wochenende kommt das «normale Sommerwetter» zurück - mit im Tagesverlauf zunehmender Tendenz zu Gewittern, vor allem in den Bergen. Temperaturen liegen über dem für die Jahreszeit üblichen Mittel.
  • Das Trokenheitsriskio wird weiterhin im ganzen Kantonsgebiet als gross (höchste Stufe) eingeschätzt. Das dürfte sich auch nicht so schnell ändern. Ergiebige Niederschläge lassen die aktuellen Wetterprognosen für die kommende Woche nicht erwarten. Die Pegelstände in den Thurgauer Fliessgewässern werden weiter sinken.
  • Massnahmen: Die Niederschlagssituation wird weiter beobachtet.
  • Problembereiche: Drei Gemeinden bekunden Problem mit der Wasserversorgung (Seerücken); Probleme in der Landwirtschaft oder mit dem Grundwasser sind nicht bekannt.

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