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Thurgau: Neuer Anlauf gegen Ammoniak-Emissionen

Die Ammoniak-Emissionen, die beispielsweise durch das Güllen entstehen, sind im Kanton Thurgau immer noch zu hoch. Deshalb erarbeitet der Kanton bis Ende nächstes Jahr einen Massnahmenplan.
Sebastian Keller
Mit Schleppschläuchen können die Ammoniak-Emissionen verringert werden. (Bild: TZ)

Mit Schleppschläuchen können die Ammoniak-Emissionen verringert werden. (Bild: TZ)

Im Thurgau stinkt es immer noch zu stark. Was die Volksnase bei der Velotour stört, ist für die Natur ein Problem. Und dieses hat einen Namen: Ammoniak – eine chemische Verbindung von Stick- und Wasserstoff. Dieses farblose Gas wird etwa beim Güllen freigesetzt. Zu viel in der Luft führt zu einer unausgeglichenen Nährstoffversorgung der Bäume. Das kann ihre Resistenzen gegenüber Parasiten, Trockenheit und Frost verringern. Eine Gefahr besteht auch fürs Grundwasser.

Im Jahr 2015 verursachte die landwirtschaftliche Nutztierhaltung 2659 Tonnen Ammoniak-Emissionen. Das ergab eine Abschätzung für den Thurgau, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Ökologisch verträglich wären schätzungsweise 1600 Tonnen pro Jahr. Deshalb hat die Regierung beschlossen, Massnahmen zur Reduktion der Emissionen erarbeiten zu lassen. Dabei handelt es sich um ein Teilprojekt des Massnahmenplans Lufthygiene (siehe Kasten).

Beim Ammoniak besteht noch Handlungsbedarf

Federführend ist das Amt für Umwelt. Amtschef Martin Eugster sagt: «In der Luftreinhaltung wurde in den vergangenen 30 Jahren viel erreicht.» Für viele Luftschadstoffe konnten die Emissionen deutlich reduziert werden. «Beim Ammoniak hingegen sind sie nur geringfügig zurückgegangen.» Das Projekt fokussiert auf die Landwirtschaft. «98 Prozent der Ammoniak-Emissionen verursacht die Landwirtschaft», sagt Eugster. Beim Projekt arbeiten das Landwirtschaftsamt, das BBZ Arenenberg, der Verband Thurgauer Landwirtschaft und andere Verbände mit.

Zu konkreten Massnahmen kann Eugster noch nichts sagen. Sicher sei, dass man verschiedene Erkenntnisse einfliessen lasse. Aber auch solche von Agroscope. Zwischen Aadorf und Wängi betreibt die bundeseigene Forschungsanstalt seit 2015 einen Emissionsversuchsstall. Eine Kernfrage der Einrichtung ist: Wie kann der Ammoniakausstoss bei der Nutztierhaltung verringert werden?

Eugster sagt, bauliche Anpassungen bei Ställen seien mögliche Massnahmen. Doch gerade hier gebe es auch Zielkonflikte. Als Beispiel nennt er Laufställe. Diese seien aus der Optik der Tierhaltung zwar vorteilhaft, aber sie begünstigen eben auch einen höheren Ammoniakausstoss als etwa Anbindeställe.

Es lief bereits einmal ein Projekt

Im Thurgau wurde bereits zwischen 2008 und 2013 an der Reduktion des Ammoniaks gearbeitet. Beim Ressourcenprojekt Ammoniak lag der Fokus auf Schleppschläuchen. Durch den vermehrten Einsatz der bodennahen Art der Gülleausbringung konnte der Ausstoss zwar reduziert werden. Die Endabrechnung war aber nicht restlos zufriedenstellend: Das Ziel lag bei 20 Prozent; erreicht wurde ein Rückgang von acht Prozent.

Peter Schweizer begrüsste es, dass ein neues Projekt aufgegleist wird. Der Landwirt aus Hosenruck ist im Vorstand des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft. «Wichtig ist, dass alle Beteiligten gemeinsam nach Lösungen suchen», sagt er. Zudem erwartet er «Massnahmen, welche die Bauern verstehen und umsetzen könne».
Landwirt Schweizer güllt selber mit Schleppschläuchen. Die Erfahrungen seien gut. «Es stinkt weniger, bringt aber auch futterbauliche Vorteile.»

Massnahmenplan Lufthygiene wird fortgeführt

Gemäss Bericht «Massnahmenplan Lufthygiene Kanton Thurgau nach 2018» ist das Ziel einer guten Luftqualität trotz beachtlicher Erfolge noch nicht überall erreicht, weshalb der Massnahmenplan fortgeführt wird. Das teilte die Regierung mit. Der Plan hat etwa zum Ziel, dass die Immissionsgrenzwerte für Luftschadstoffe eingehalten werden oder dass der Ausstoss von krebserregenden Luftschadstoffen minimiert wird. Inhalt des Plans sind unter anderem die Bilanz des aktuellen Massnahmenplans 2005-2018 im Sinne einer Erfolgskontrolle, die Beschreibung und Darstellung der Luftqualität im Kanton sowie die Aktualisierung und Darlegung der Emissionen, der Schutzziele und des Reduktionsbedarfs. Zudem enthält der Plan Vorschläge von Handlungsmöglichkeiten und die Darstellung der Massnahmen und Projekte der umliegenden Kantone und Länder. (red)

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