Thurgau
Nebst der Umwelt schützen die Grünen auch Gewerbetreibende und Kulturschaffende

Für die Thurgauer Grünen ist 2021 das Jahr der Biodiversität. Sie lehnen Steuersenkungen ab, unterstützen Gewerbetreibende und Kulturschaffende und fördern Frauen.

Christof Lampart
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Die Führungsspitzen der Thurgauer Grünen stellen sich am Frauenfelder Murgufer auf.

Die Führungsspitzen der Thurgauer Grünen stellen sich am Frauenfelder Murgufer auf.

Christof Lampart

Der Präsident der Thurgauer Grünen, Nationalrat Kurt Egger, ruft 2021 zum «Jahr der Biodiversität» aus. Der Thurgau sei «besonders stark vom Biodiversitätsverlust betroffen», sagte Egger bei der Präsentation des Jahresprogramms der GP Thurgau am Freitag.

Die Fläche, welche dem Schutz der einheimischen Tiere und Pflanzen diene, sei im Thurgau mit fünf Prozent gerade mal halb so gross wie der nationale Durchschnitt. Entsprechend passend sei es, dass aktuell diverse kantonale und nationale Entscheide im Fokus stünden. Dabei bezog er sich auf die Trinkwasser- und Pestizid-Initiative sowie die kantonale Biodiversitäts-Initiative. Diesen Schwung wolle man ausnutzen.

Medienkonferenz im Frauenfelder Murg-Auen-Park

Die Pressekonferenz fand bei kühlem Wetter im Frauenfelder Murg-Auen-Park statt – wie die 1.-Mai-Feier am folgenden Tag. Positiv äusserte sich der bisherige Grünen-Fraktionschef im Grossen Rat, Peter Dransfeld, über die letzten zwölf Monate im Kantonsparlament:

«Unsere Fraktion ist überdurchschnittlich aktiv und arbeitet auf dem Weg zu mehrheitsfähigen Lösungen erfolgreich mit anderen Fraktionen zusammen.»

Dass der Kanton die Jahresrechnung 2020 mit einem Plus von 100 Millionen Franken abschloss, sei zwar erfreulich, doch bleibe abzuwarten, wie sich die Coronakrise auf die Steuern der nächsten Jahre auswirken werde. Dransfeld erteilte Steuersenkungswünschen eine Absage:

«Es ist zu früh zum Jubeln.»

Zuerst müsse man schauen, dass «Coronageschädigte rasche und wirksame Unterstützung erhalten; seien es Gewerbetreibende, Kulturschaffende oder Pflegende».

Vize-Fraktionspräsidentin Karin Bétrisey freute sich, dass die SP es ihr ermöglicht habe, fürs Vizepräsidium des Grossen Rates zu kandidieren. «Es ist mir eine grosse Ehre, dass ich diese Person sein darf, die dieses Zeichen der Wertschätzung empfangen darf».

Die neue Fraktionspräsidentin Sandra Reinhart sah im Renaturierungsprojekt «Thur+» für den Thurgau «eine Jahrhundertchance».

Doch gelte es, Verbesserungen anzubringen: «Der Thur müsste mehr Raum für ihre eigene dynamische Entwicklung zur Verfügung gestellt werden. Nur dann kann sie ihre ökologische Leistung erfüllen.»

Mindestens 50 Prozent Frauen auf Grünen Listen

Auch die Grünen Frauen Thurgau setzen sich grosse Ziele, wie ihre Vertreterin Heidi Heine sagte: «Für die Gemeinde- und Nationalratswahlen 2023 und die Kantonsratswahlen 2024 sollen alle Grünen Listen mit mindestens 50 Prozent Frauen auf guten Listenplätzen vertreten sein.»