Thurgau
Keine zusätzlichen Stellen für Thurgauer Kantonsbibliothek – aber Regierungsrat prüft längere Öffnungszeiten

Die SP-Kantonsrätinnen Marianne Sax und Nina Schläfli wollen, dass die Kantonsbibliothek länger geöffnet ist. In ihrem Vorstoss formulieren sie zudem den Wunsch nach einem Ausbau des Gebäudes.

Roman Scherrer
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Eine Mitarbeiterin der Thurgauer Kantonsbibliothek bereitet Buchbestellungen vor.

Eine Mitarbeiterin der Thurgauer Kantonsbibliothek bereitet Buchbestellungen vor.

Bild: Donato Caspari

Der Thurgauer Regierungsrat schafft keine neuen Stellen für eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Kantonsbibliothek in Frauenfeld, aufgrund «des Gebots eines sparsamen Mitteleinsatzes». Allerdings wird er prüfen, ob mit dem bestehenden Personal eine Verlängerung möglich ist.

Nina SchläfliSP-Kantonsrätin aus Kreuzlingen

Nina Schläfli
SP-Kantonsrätin aus Kreuzlingen

Bild: Donato Caspari

Dies antwortet die Exekutive auf eine Einfache Anfrage der beiden SP-Kantonsrätinnen Marianne Sax (Frauenfeld) und Nina Schläfli (Kreuzlingen). Sie wollten von der Regierung wissen, ob sie eine Möglichkeit sehe, die Öffnungszeiten der Kantonsbibliothek «deutlich auszubauen». Dadurch könnten unter anderem mehr Studierende den Lesesaal nutzen.

Erfahrungen zeigten aber, dass die Kantonsbibliothek abends eher wenig genutzt wird, begründet die Regierung ihre Antwort. Aus diesem Grund sei 2018 die verlängerte Öffnungszeit am Donnerstagabend wieder abgeschafft worden.

Sax und Schläfli loben in ihrem Vorstoss die Kantonsbibliothek, schreiben aber auch:

«Es ginge noch mehr.»
Marianne SaxSP-Kantonsrätin aus Frauenfeld

Marianne Sax
SP-Kantonsrätin aus Frauenfeld

Bild: Donato Caspari

Mit «einem klugen Ausbau» sei es denkbar, Sitzungsräume für kleine Gruppen zu schaffen, welche etwa Geschäftsleuten oder Schülern zur Verfügung stehen könnten. Die beiden Kantonsrätinnen erkundigten sich beim Regierungsrat, ob er Möglichkeiten für einen solchen Ausbau sieht und er bereit wäre, die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen.

In ihrer Antwort verweist die Regierung auf eine Machbarkeitsstudie zur Kantonsbibliothek aus dem Jahr 2017. Diese sei zum Schluss gekommen, «dass die zukünftigen Raumbedürfnisse im bestehenden Gebäude unter Einbezug eines Kulturgüterschutzraums im Verwaltungsgebäude Promenade und mit der Erstellung eines unterirdischen Anbaus Richtung Innenhof abgedeckt werden können».

Weitere Massnahmen im Budget 2022

Einen Kulturgüterschutzraum, also ein Archiv, hat die Kantonsbibliothek im Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes Promenade bereits 2019 bezogen. Es sind aber weitere Massnahmen geplant, wie der Regierungsrat schreibt. So seien zusätzliche Bereiche für Veranstaltungen, mehr Arbeitsplätze sowie eine attraktivere Kinder- und Jugendbibliothek vorgesehen. Diese Massnahmen würden im Budget 2022 beantragt.

Sax und Schläfli fragen den Regierungsrat zudem, ob er eine Möglichkeit sehe, dass die Kantonsbibliothek mit einem Ausbau eine Vorbildfunktion gegenüber den Regionalbibliotheken wahrnimmt. Allein durch ihre Grösse, «aber auch durch ihr aktives Engagement in der Schweizer und Thurgauer Bibliothekslandschaft» übernehme die Kantonsbibliothek eine Vorbildfunktion. Es sei allerdings «durchaus üblich», dass Entwicklungsideen auch von kleineren Bibliotheken im Kanton angestossen werden.