Thurgau: Junge Forscher für Preis gesucht

Mit einer Kampagne will das Netzwerk Thurgau Wissenschaft den neuen Forschungspreis Walter ­Enggist bekannt machen. Im Herbst 2019 wird er das erste Mal vergeben, im Januar startet die Einreichungsfrist.

Larissa Flammer
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Michael Basler, Biotechnologie-Institut Thurgau, Daniela Koller, Dienststelle für Statistik, und Nadja El Benni, Agroscope Tänikon, werben für den Forschungspreis. (Bild: Andrea Stalder)

Michael Basler, Biotechnologie-Institut Thurgau, Daniela Koller, Dienststelle für Statistik, und Nadja El Benni, Agroscope Tänikon, werben für den Forschungspreis. (Bild: Andrea Stalder)

Vier Thurgauer Wissenschaftler werben mit einem Foto aus ihrer Kindheit für den neuen Forschungspreis Walter Enggist. «Jede und Jeder hat mal angefangen», lautet der Slogan. Christof Widmer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Amt für Mittel- und Hochschulen, erklärt: «Bei der ersten Ausschreibung wollen wir ganz gezielt den Nachwuchs ansprechen.»

Ab der Stufe Masterarbeit können Werke eingereicht werden. Eingeladen sind aber auch etablierte Forscher. Das kantonale Amt hat die Organisation des Forschungspreises übernommen, vergeben wird er durch das Kompetenzbündel Thurgau Wissenschaft (siehe Kasten). Der Leiter des Amtes, Urs Schwager, sagte am Montag bei einer Medienorientierung: «Wir glauben, dass durch den Forschungspreis der Stellenwert der Wissenschaft im Thurgau gestärkt wird – und dadurch indirekt auch der Standort Thurgau.»

Netzwerk Wissenschaft

Das Kompetenzbündel Thurgau Wissenschaft ist 2012 ins Leben gerufen worden. Heute sind 17 Partnerinstitutionen aus dem Kanton ein Teil davon: Agroscope Standort Tänikon, Amt für Archäologie, BBZ Arenenberg, Biotechnologie-Institut, Dienststelle für Statistik, Historisches Museum, Institut für Werkstoffsystemtechnik, Ittinger Museum, Kantonsbibliothek, Krebsregister, Kunstmuseum, Napoleonmuseum, Naturmuseum, Pädagogische Hochschule, Rehaklinik Zihlschlacht, Wirtschaftsinstitut, Naturforschende Gesellschaft. (lsf)

Schwager dankte besonders Kantonsarchäologe Hansjörg Brem und Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann, deren beide Ämter die Stifter des neuen Forschungspreises sind.

Ein grosses Erbe

Das Amt für Archäologie und die Kantonsbibliothek haben kürzlich insgesamt sechs Millionen Franken vom verstorbenen Frauenfelder Walter Enggist geerbt. Beide Institutionen geben nun zehn Prozent ihres Erbes in einen Geldtopf, um jährlich den mit 15000 Franken dotierten Preis vergeben zu können. Brem rechnet damit, dass die Finanzierung des Preises damit auf 20 Jahre gesichert ist.

Urs Schwager ergänzte zuversichtlich: «Falls der Preis ein Erfolg wird, springen danach vielleicht die Politik oder ein anderer Sponsor ein.»
Preisgeld muss für weitere Arbeiten verwendet werden
Über Walter Enggist ist nach wie vor nicht viel bekannt, doch Bertelmann sagte, dass dessen Bibliothek mit wissenschaftlichen Abhandlungen in vielen Bereichen und vor allem über den Thurgau gefüllt war: «Ich glaube, er würde alle Arbeiten lesen wollen, die für seinen Forschungspreis eingereicht werden.»

Preisvergabe im nächsten Herbst

Der Preis wird im Herbst 2019 vergeben, die Einreichungsfrist läuft vom 10. Januar bis zum 10. April. Jede Arbeit muss von einem Thurgauer sein oder den Thurgau ins Zentrum stellen. Eine siebenköpfige Fachkommission entscheidet über den Sieger. Wer eine Arbeit einreicht, muss gleichzeitig ein Konzept für die Verwendung des Preisgeldes einreichen. Schwager erklärte: «Der Gewinner kann damit nicht einfach auf die Bahamas reisen.»