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Thurgau: Historisches Seilziehen ums Museum

Wo soll künftig das Historische Museum stehen? Oberthurgauer Parlamentarier machen Druck für einen baldigen Standortentscheid und bringen Arbon in Stellung. Regierungsrätin Monika Knill fordert Geduld.
Christian Kamm
Das Historische Museum ist heute im Schloss Frauenfeld untergebracht. (Bild: Donato Caspari)

Das Historische Museum ist heute im Schloss Frauenfeld untergebracht. (Bild: Donato Caspari)

In der kantonalen Museumslandschaft beschäftigen den Thurgau zwei politische Grossbaustellen. So ist das Ittinger Kunstmuseum sanierungs- und ausbaubedürftig, ein erster Projektanlauf wurde aber vom Bundesgericht gestoppt. Zurück also auf Feld eins. Gleichzeitig genügt das Schloss Frauenfeld den Platzansprüchen des Historischen Museums nicht mehr. Auch hier stellt sich die Frage nach dem: «Wie weiter?» Aus Schaden klug geworden, hat der Kanton eine Etappierung beschlossen: Zuerst werden beim Kunstmuseum die Weichen gestellt und erst dann wird über einen neuen Standort für das Historische Museum entschieden.

Dieser «Marschhalt» beim Historischen Museum hat Oberthurgauer Kantonsräte mobilisiert. Acht von ihnen aus acht verschiedenen Parteien haben eine Interpellation eingereicht und die Regierung zur Rede gestellt. Gestern folgte im Parlament der verbale Schlagabtausch.

Oberthurgauer befürchten Verzögerungstaktik

Die Befürchtung der Oberthurgauer: Die Regierung könnte mit ihrem Marschhalt eine Verzögerungstaktik fahren. «Möglicherweise liegt ein Vorentscheid bereits in der Schublade», so SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen (Arbon). «Ist der Entscheid womöglich schon gefallen?», fragte ebenso Patrick Hug (CVP, Arbon). Und auch für Doris Günther (EVP, Winden) entstand bei der Lektüre der regierungsrätlichen Antwort der Eindruck, «dass der Regierungrat mit dem Ist-Zustand beim Historischen Museum gar nicht so unglücklich ist».

Unisono verlangten die Oberthurgauer Vertreter deshalb von der Regierung, «die Katze aus dem Sack zu lassen» (Konrad Brühwiler, SVP Frasnacht). Der Regierungsrat könne hier seine Regionalpolitik stärken: «Es muss nicht immer alles in Frauenfeld sein.» Mit dem regionalen Ausgleich sei es nicht weit her, befand auch Inge Abegglen (SP, Arbon). Arbon steche als potenzieller Standort hervor und biete beste Voraussetzungen, so der Tenor. Andrea Vonlanthen: «Ein Steilpass für die Regierung.» Für einen frühen Standortentscheid plädierte auch David H. Bon (FDP, Romanshorn): «Sonst sind die guten Plätze dann weg.»

Knill: «Es gibt keinen Vorentscheid»

Angesichts des «Powerplays aus dem Oberthurgau» versicherte Regierungsrätin Monika Knill, dass die Regierung an der Notwendigkeit eines neuen Standorts für das Historische Museum festhalte. Und: «Es gibt keinen Vorentscheid in der Schublade.» Gleichzeitig verteidigte Knill das Vorgehen des Kantons mit der Etappierung. Zuerst müsse klar sein, ob in Sachen Kunstmuseum ein Erweiterungsbau in der Kartause Ittingen möglich sei. Falls das nicht ginge, verändere dies die Ausgangslage in der Museumsstrategie grundlegend. «Alle Schritte greifen ineinander». In Anbetracht dieser «überblickbaren Durststrecke» brauche es jetzt etwas Geduld.

Und was meinten Parlamentarier aus der Hauptstadt Frauenfeld zum Oberthurgauer Powerplay? Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) fragte kritisch, ob Museumspolitik tatsächlich auch Regionalförderungspolitik sein solle. Jetzt müsse vor allem eine gute Museumsstrategie erarbeitet werden. «Und das braucht Zeit.» Marianne Sax (SP, Frauenfeld) meinte, dass ein Historisches Museum sehr gut dezentral geführt werden könne. Voraussetzung aber sei ein grosszügiges und sauberes Depot mit guten Arbeitsbedingungen für die Museumsangestellten.

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