Thurgau fördert erneuerbare Energie und Energieffizienz mit 18 Millionen Franken jährlich

Der Antrieb der Zukunft ist elektrisch: So lautete der Tenor am «Best of Minergie»-Anlass.

Kurt Peter
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Der ZHAW-Mobilitätsexperte und Studiengangleiter Verkehrssysteme Thomas Sauter-Servaes. (Bild: Kurt Peter)

Der ZHAW-Mobilitätsexperte und Studiengangleiter Verkehrssysteme Thomas Sauter-Servaes. (Bild: Kurt Peter)

Referent Thomas Sauter-Servaes ging am «Best of Minergie 2019»-Anlass des Kantons in seinem Vortrag auf die Zukunft der Mobilität ein. Für ihn ist der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell und «die Hersteller werden aus verschiedenen Gründen gezwungen sein, dem Trend zu folgen».

China habe beschlossen, den Anteil der Elektrofahrzeuge jährlich zu steigern. 25 Prozent der Weltproduktion gehe nach China, «damit ist klar, welche Macht diese Entscheidung hat», erklärte Sauter-Servaes. Die Würfel seien gefallen.

Ursache aus dem Auto nehmen

Allerdings gebe es Probleme bei der Produktion und wenn die Umweltziele erreicht werden sollten, gehe das nur mit grünem Strom, meinte er weiter. «Die Hersteller verdienen in Zukunft nicht mit dem Verkauf ihrer Fahrzeuge Geld, sondern mit Dienstleistungen», blickte er voraus.

Die neue Mobilität werde über Smartphones geregelt, denn die technischen Möglichkeiten seien da und würden ständig weiterentwickelt. Damit sprach er auch selbstfahrende Autos an: «Die hauptsächliche Ursache für die weltweit 1,25 Millionen Toten im Strassenverkehr ist menschliches Versagen.» Und forderte:

«Wenn der Mensch das Problem ist, soll er nicht mehr fahren.»

Sauter-Servaes warb in seinem Referat für neue Mobiltätssysteme, die weit mehr als nur den motorisierten Individualverkehr umfassten. Vor allem in Agglomerationen sei ein «weiter so wie bisher nicht möglich».

Zu Beginn des Abends begrüsste Regierungsrat Walter Schönholzer die Gäste. Der Kanton Thurgau sei energiepolitisch seit Jahren sehr engagiert und erfolgreich unterwegs. Jährlich würden mit dem Energieförderprogramm 18 Millionen Franken für die Unterstützung erneuerbarer Energie und Energieeffizienz eingesetzt.

«Der Minergie-Baustandard ist Teil unserer energiepolitischen Strategie, nämlich die Energieeffizienz zu steigern und die Produktion erneuerbarer Energie zu fördern.» Minergie-A-Gebäude seien beides: energieeffizient und Energieproduzent.

Regierungsrat würdigt Minergie-Pionier

Schönholzer lobte in seiner kurzen Würdigung den Architekten Pierre Honegger. Er bezeichnete ihn als «Pionier im Kanton Thurgau und er hat entscheidend zur Verbreitung der Minergie-Baustandards beigetragen». Er habe bewiesen, dass Minergie-P auch bei Gebäudemodernisierung umsetzbar sei, so Schönholzer.