Interview
Ein Denkmal für die Opfer von Münsterlingen: Künstlerin sucht Gesprächspartner

Karolin Bräg bittet um Mithilfe beim Erinnerungszeichen an die Medikamentenversuche in Münsterlingen. Jeder, der möchte, kann sich bei ihr melden. Zitate aus dem Gespräch werden anonym ins Denkmal eingraviert.

Thomas Wunderlin
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Karolin Bräg lässt sich bei ihrer Arbeit vom geplanten Standort auf dem ehemaligen Spitalfriedhof von Münsterlingen inspierieren.

Karolin Bräg lässt sich bei ihrer Arbeit vom geplanten Standort auf dem ehemaligen Spitalfriedhof von Münsterlingen inspierieren.

Bild: Kevin Roth

Die Konzeptkünstlerin Karolin Bräg hat die Jury mit der Idee überzeugt, auf dem Spitalfriedhof Münsterlingen ein Haus der Erinnerung an die Medikamententests und fürsorgerischen Zwangsmassnahmen zu erstellen. Der Regierungsrat hat dafür 250'000 Franken aus dem Lotteriefonds bereitgestellt. In den mannshohen Sandsteinkörper werden Aussagen der Gesprächspartner Brägs graviert. Die beiden Stirnseiten werden anschliessend abgesägt und als «Partnerzeichen» in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen und im Massnahmenzentrum Kalchrain aufgestellt.