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Thurgau: Der neue Fahrplan ist im Anzug

In Romanshorn feiert der Kanton Thurgau den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Ab Sonntag fahren zwölf Prozent mehr Züge und Busse. Dafür wurden 300 Millionen Franken in die Infrastruktur investiert.
Sebastian Keller
Toni Häne, Chef SBB-Personenverkehr, fügt ein Puzzleteil ein. Walter Schönholzer, Regierungsrat Thurgau, und Peter Füglistaler, Direktor Bundesamt für Verkehr, applaudieren. (Bild: Andrea Stalder)

Toni Häne, Chef SBB-Personenverkehr, fügt ein Puzzleteil ein. Walter Schönholzer, Regierungsrat Thurgau, und Peter Füglistaler, Direktor Bundesamt für Verkehr, applaudieren. (Bild: Andrea Stalder)

Trompeten- und Schlagzeugklänge erwärmen an diesem Morgen den Bahnhof Romanshorn. Die Musiker tragen SBB-Uniformen. Es handelt sich um die Combo-Band, einer Kleinformation der Live Band SBB. Sie stimmen auf dem Fahrplanwechsel von Sonntag ein. Eingeladen hat der Kanton Thurgau zum Eröffnungsevent «Bahn und Bus plus». Der Anlass markiert auch einen Abschluss – das Ende von mehrjährigen Bauarbeiten am Thurgauer Schienennetz. Rund 300 Millionen Franken wurden investiert.

Der in Scherzingen aufgewachsene SRF-Sportmoderator Lukas Studer steht auf der Bühne neben der Band. Er erzählt den geladenen Gästen vom 10. Schuljahr, das er in Romanshorn besucht hatte. «Wenn ich zu spät gekommen bin, sagte ich jeweils, der Zug hatte Verspätung.» Von dieser Ausrede musste er sich verabschieden, als er gemerkt hatte, dass Mitschüler aus demselben Zug pünktlich im Schulzimmer waren. Das kann auch als Kompliment für den öffentlichen Verkehr (öV) aufgefasst werden.

«Ein unglaubliches Wachstum»

Auf der Bühne stehen noch weitere Personen. So etwa der Thurgauer öV-Minister Walter Schönholzer. «In den vergangenen Jahren hatten wir ein unglaubliches Wachstum», sagt er. Zwischen 2005 und 2015 stieg die Anzahl Passagiere um zehn Millionen oder 61 Prozent. «Deshalb ist es wichtig, dass wir zusammen mit dem Bund 300 Millionen Franken investiert haben.» Damit erhalte der Thurgau ab Sonntag auf einen Schlag zwölf Prozent mehr Züge und Busse.

Die jährlichen Mehrkosten des Kantons und der Gemeinden belaufen sich auf 8,7 Millionen Franken. Toni Häne, Leiter SBB-Personenverkehr, ging etwas genauer darauf ein, wo die Mittel investiert wurden. So etwa in den Doppelspurausbau zwischen Weinfelden und Berg, aber auch in Kreuzungsstellen auf der «Sulgener-Line».

Der Bund investiert in alle Regionen

Angereist ist auch Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV). Als Aargauer scherzt er: «In Bern gehört der Aargau schon zur Ostschweiz.» Mit dem Millionenausbau würden nun auch Kritiker im östlichen Landesteil befriedigt, die sagen, die Ostschweiz käme zu kurz. «Wir investieren in alle Regionen.» Das Ziel sei, ein national attraktives Angebot.

Er verweist darauf, dass auch ein Ausbau im Raum Winterthur dem Thurgau zugute käme. Die Schweiz sei ohnehin ein öV-Paradies, sagt Füglistaler mit Blick über den Bodensee. «In Deutschland ist ein Zweistundentakt das höchste aller Gefühle.»

Es gibt auch Verlierer

Für viele öV-Benutzer im Thurgau verbessere sich die Situation ab Sonntag. Es gibt aber auch Verlierer. «Das tut uns sehr leid», sagt Schönholzer auf eine Frage von Moderator Lukas Studer. So verschlechtere sich beispielsweise die Anschlüsse in Wil für Personen, die aus Weinfelden kommen. «Ich kann überall hinkommen und treffe auf unglückliche Leute», sagt Füglistaler dazu. Die Aufgabe des Bundes sei es, das Gesamtsystem im Auge zu behalten.

Diesbezüglich warten in den nächsten Jahren weitere Verbesserungen. Der Bundesrat schlägt mit der Vorlage zum Ausbauschritt 2035 Investitionen im Umfang von 11,9 Milliarden Franken vor. «2035 bedeutet», sagt der BAV-Direktor, «dass dann alle Projekte verwirklicht sein sollten». Voraussichtlich im nächsten Jahr entscheidet das Parlament über den Milliardenkredit. «Ich bin zuversichtlich.»

Begleitet von Klängen der SBB-Band kleben Mitarbeiter verschiedener Transportunternehmen ein Puzzle zusammen, das die verschiedenen Player im System symbolisiert. Wie bei einem Puzzle funktioniert auch der öV nur, wenn alle Teile ineinandergreifen.

Hinweis
Pendlern wird empfohlen, ihre Verbindung mit Datum von Montag, 10. Dezember, im Online-Fahrplan www.sbb.ch zu prüfen. Weitere Informationen zum Ausbau im Thurgau: www.ruckzuck-tg.ch

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