Interview
«Der Bund hatte einen schwierigen Entscheid zu fällen» – das sagt der Thurgauer Regierungspräsident Walter Schönholzer zu den nächsten Öffnungsschritten

Der Thurgauer Regierungspräsident Walter Schönholzer bezeichnet es als erfreulich, dass der Bund den nächsten Öffnungsschritt der Gastronomie vorzieht.

Thomas Wunderlin
Merken
Drucken
Teilen
Walter Schönholzer, FDP, Vorsteher des Thurgauer Departements für Inneres und Volkswirtschaft.

Walter Schönholzer, FDP, Vorsteher des Thurgauer Departements für Inneres und Volkswirtschaft.

Reto Martin

Der Bundesrat lehnt die meisten Forderungen zur Lockerung der Coronamassnahmen ab. Wie lautet Ihr Kommentar?

Walter Schönholzer: Ich bin mir sehr bewusst, dass es ein ganz schwieriger Entscheid war. Wir akzeptieren ihn und setzen ihn um. Das ist selbstverständlich.

Der Thurgauer Regierungsrat wollte die Aussenbereiche der Gastrobetriebe am 1. März aufmachen.

Das ist so. Erfreulich ist immerhin, dass der Detailhandel wieder starten kann und dass der nächste Öffnungsschritt nicht erst am 1. April, sondern am 22. März erfolgen soll. Auch können Jugendliche bis 20 Jahre wieder Sport machen, 15 Personen dürfen sich im Aussenbereich treffen. Da ist der Bund auf unsere Forderungen eingegangen, wobei das extrem kleine Schritte sind.

Wie kommt der Kanton Thurgau mit den Impfungen voran?

Wir müssen so viel wie möglich impfen, erhalten aber nach wie vor wenig Impfstoff. Der Thurgau könnte seine Kapazitäten ausbauen, die Zentren arbeiten nicht auf Volllast. Auch die Arztpraxen könnten mehr machen. Es ist extrem störend, dass der Bund nicht die entsprechenden Dosen liefert. Wobei der Bundesrat nicht mehr Dosen liefern kann.

Der Kanton Graubünden macht mit Massentests gute Erfahrungen. Sollte der Thurgau diese nicht auch forcieren?

Wir sind daran, ein Konzept für Breitentests zu erarbeiten, wir wollen sie aber sehr gezielt einsetzen. Graubünden hat Erfolg mit Massentests, doch das wird nicht honoriert. Der Bund sagt, jetzt müsst ihr die Terrassen zumachen. Das enttäuscht uns. Mit der Öffnung der Terrassen hätte man Erfahrungen sammeln und in drei, vier Wochen über eine weitere Öffnung entscheiden können.