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Thurgau: Den Umzug im Pyjama melden

Ab Dezember bieten die ersten der 80 Thurgauer Gemeinden die Dienstleistung eUmzug an. Damit entfällt beim Zügeln der persönliche Gang ins Gemeindehaus.
Sebastian Keller
Zügeln ist eine schweisstreibende Angelegenheit. (Bild: Luca Linder)

Zügeln ist eine schweisstreibende Angelegenheit. (Bild: Luca Linder)

Zügeln ist wenig entspannend. Kisten packen, Freunde fürs Helfen aufbieten, ein Transportfahrzeug mieten. Ach ja, der Gang zur Gemeinde steht auch noch auf der To-do-Liste, die meist länger ist als der Wunschzettel von Kindern vor Weihnachten. Das heisst: Bei der alten Gemeinde ab- und bei der neuen anmelden. Zwei Behördengänge, die Zeit kosten. Den Weg ins Gemeindehaus können sich Personen, die im Thurgau umziehen, künftig sparen.

Peter Mettier, Projektleiter eUmzug. (Bild: PD)

Peter Mettier, Projektleiter eUmzug. (Bild: PD)

Ab Dezember bieten die ersten vier Gemeinden den Onlineservice eUmzug an. Dies ist der neusten Ausgabe der Zeitschrift des Verbandes Thurgauer Gemeinden zu entnehmen. Egnach, Frauenfeld, Kemmental und Hüttlingen sind die Pilotgemeinden. «Der Dienst eUmzug wird von den verschiedenen Systemanbietern unserer Pilotgemeinden unterstützt und ist bereits in anderen Kantonen im Einsatz», sagt Peter Mettier. Er ist Abteilungsleiter Einwohnerdienste der Stadt Frauenfeld und Projektleiter von eUmzug Thurgau.

Die Systeme auf Herz und Nieren testen

«In den vier Pilotgemeinden sollen die Systeme auf Herz und Nieren getestet werden», sagt Mettier. Ab Frühling 2019 – so der Plan – schalten weitere Gemeinden diesen Service für ihre Bürgerinnen und Bürger auf. Geplant ist eine schrittweise Einführung. Mettier betont: «Die Gemeinden sind frei, ob sie eUmzug einführen.» Die Erfahrung aus anderen Kantonen deute darauf hin, dass ein Grossteil oder gar alle Gemeinden mitziehen. «Ich persönlich», sagt Mettier, «gehe davon aus, dass sich auch im Thurgau alle Gemeinden an eUmzug beteiligen werden».

Im Kanton St. Gallen ist dieser Service seit Anfang Oktober verfügbar. Wie Ivo Toman, Geschäftsführer E-Government beim Kanton St. Gallen, sagt, sind alle 77 politischen Gemeinden mit an Bord. Das gleiche Bild zeigt sich im Kanton Zürich.

Der Service eUmzug ist ein Puzzleteil von E-Government (siehe Text unten). Dieser Begriff steht für Informationen und Dienstleistungen der öffentlichen Hand, die übers Internet genutzt werden können. Dazu zählt etwa das Einreichen der Steuererklärung oder die Meldung eines Velodiebstahls über eine Internet-Plattform. Anders gesagt: Behördengeschäfte können im Pyjama erledigt werden.

Rund um die Uhr

Peter Mettier erachtet den Nutzen von eUmzug vor allem auf der Seite des Bürgers. Der physische Gang ins Gemeindehaus zwecks An- und Abmeldung entfällt. Die Meldung kann auf dem Computer, dem Tablet oder dem Smartphone vorgenommen werden. Auch ein Umzug in einen anderen Kanton kann auf diese Weise gemeldet werden. Rund um die Uhr. Auf die Schalteröffnungszeiten des Einwohnerdienstes muss keine Rücksicht genommen werden. «Die Möglichkeit, den Umzug persönlich am Schalter zu melden, besteht weiterhin», sagt Mettier.

Auch für die Einwohnerdienste der Gemeinden bietet der kostengünstige Service Vorteile. Medienbrüche fallen weg und die Fehlerquelle nehme ab. «Daten müssen nicht mehr neu eingegeben, sondern nur noch geprüft werden», erklärt Projektleiter Peter Mettier.

Diese elektronische Dienstleistung geniesst eine wachsende Beliebtheit in der Bevölkerung. So werden derzeit schweizweit rund 130 Umzüge pro Tag mittels eUmzug abgewickelt. «Tendenz stark steigend», weiss Peter Mettier. Es wird damit gerechnet, dass bis ins Jahr 2020 alle über 2000 Gemeinden zwischen Genfersee und Bodensee eUmzug anbieten und mindestens 30 Prozent aller Umzugsmeldungen digital abgehandelt werden.

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