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Das Bevölkerungswachstum im Thurgau flaut ab – trotzdem gibt es einen Lichtblick

Das Bevölkerungswachstum im Thurgau ist immer noch stattlich. Doch es hat sich im vergangenen Jahr erneut verlangsamt. Das gilt nicht für die Senioren. Diese Bevölkerungsgruppe wächst überdurchschnittlich.
Sebastian Keller
Aktive Seniorinnen und Senioren am SVP-Jasscup in der Güttingersreuti-Halle in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder, 18. Februar 2017)

Aktive Seniorinnen und Senioren am SVP-Jasscup in der Güttingersreuti-Halle in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder, 18. Februar 2017)

Ende 2018 wohnten im Thurgau 275488 Menschen. Damit ist die ständige Wohnbevölkerung gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent oder 2700 Personen gewachsen. Das geht aus einer Mitteilung der Dienststelle für Statistik hervor. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das Bevölkerungswachstum zwischen Bodensee und Hörnli etwas verlangsamt (siehe Grafik). Kantonsstatistikerin Ulrike Baldenweg bezeichnet das Wachstum aber immer noch als «stattlich».

«Ich gehe davon aus, dass der Thurgau im gesamtschweizerischen Vergleich erneut überdurchschnittlich gewachsen ist.» Belegen lässt sich das nicht – noch nicht. Die Zahlen der Eidgenossenschaft fehlen derzeit. Die letzte verfügbare Wachstumsrate für die Schweiz datiert von 2017: Damals waren es 0,8 Prozent.

Die Deutschen gehen wieder nach Hause

Die Zuwanderung bestimmt seit Jahren das Wachstum der Bevölkerung. Auch im Thurgau. Im vergangenen Jahr sind rund 1100 Ausländer in den Thurgau eingewandert. Das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent. Vor einigen Jahren war die Wachstumsrate noch mehr als doppelt so hoch.

Die absolut am stärksten wachsende Ausländergruppe sind nach wie vor die Deutschen: 2018 zogen 520 Personen aus dem Nachbarland zu. Doch der Stau an der Grenze hat sich – wenn man so will – aufgelöst. Vor fünf Jahren zogen teilweise doppelt oder gar dreimal so viele Deutsche jährlich in den Thurgau zu.

Kantonsstatistikerin Baldenweg sieht in der brummenden deutschen Wirtschaft einen Grund für die abflachende Zuwanderung. «Die Leute sehen offenbar interessante berufliche Perspektiven und bleiben in ihrem Heimatland.» «Hinzu kommt», sagt Baldenweg, «dass die Rückwanderung nach Deutschland ebenfalls zunimmt». Das zeige, dass eine Auswanderung nicht in jedem Fall ein Leben lang gilt. Baldenweg schränkt ein: «Genau wissen wir es nicht.»

Für das prozentual stärkste Wachstum waren 2018 die Polen und Ungarn verantwortlich. Die Zuwachsrate aus diesen Ländern betrug zehn Prozent. Wobei die absoluten Zahlen tief sind. Ende 2018 hatten 1792 Thurgauer einen polnischen Pass, 1675 einen ungarischen. Zum Vergleich: 22557 hatten deutsche Papiere. Eine Erklärung, wieso der Zustrom aus Polen und Ungar anschwillt, hat man bei der Dienststelle für Statistik keine.

Immer mehr Seniorinnen und Senioren

«Dass sich die demografische Alterung fortsetzt, beeindruckt mich», sagt Ulrike Baldenweg. So waren Ende 2018 gut 48600 Menschen im Thurgau über 65 Jahre alt. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent. Das heisst auch: Das Bevölkerungssegment der Senioren nimmt deutlich schneller zu als die Gesamtbevölkerung.

Im Gegensatz die 20- bis 65-Jährigen. Diese Gruppe nahm unterdurchschnittlich zu: 2018 betrug die Zunahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter 0,5 Prozent. «Die Szenarien gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung akzentuieren wird», sagt die Kantonsstatistikerin. «Damit dürfte sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen», sagt Baldenweg. Die Richtung der demografischen Entwicklung macht eine Reform des Rentensystems dringlich. Dies gilt mittlerweile als Binsenwahrheit.

Einen Lichtblick bietet die jüngste Statistik dennoch. Die jüngere Bevölkerung – unter 20 Jahren – legte im vergangenen Jahr so kräftig zu wie schon lange nicht mehr. Diese Bevölkerungsgruppe wuchs um 0,9 Prozent. Die unter Fünfjährigen nahmen innert Jahresfrist gar um 2,6 Prozent zu.

«Aufgrund von Geburten und Wanderungsbewegungen werden vor allem die jüngsten Thurgauerinnen und Thurgauer zahlreicher», schreibt die Dienststelle in der Mitteilung. Weniger wurden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Gruppe der 15- bis 29-jährigen nahm um 1,7 Prozent ab.

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