Thema Lebensgestaltung am Bäuerinnenforum: «Humor ist die Perle aus der Tiefe»

Die Referentin zeigte in Weinfelden auf Einladung der Kommission «Frauen in der Landwirtschaft» verschiedene Motivationen für Verhalten und Lebenseinstellungen auf. So gab sie Impulse für eine positive Lebensgestaltung.

Isabelle Schwander
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Auf Einladung der Kommission Frauen in der Landwirtschaft hielt Ursi Häfner-Neubauer (weisse Bluse) ein Referat. (Bild: Isabelle Schwander)

Auf Einladung der Kommission Frauen in der Landwirtschaft hielt Ursi Häfner-Neubauer (weisse Bluse) ein Referat. (Bild: Isabelle Schwander)

Ursi Häfner-Neubauer ist diakonische Mitarbeiterin bei der Katholischen Kirche Weinfelden. Auf Einladung der Kommission «Frauen in der Landwirtschaft» des Verbands Thurgauer Landwirtschaft veranschaulichte sie, weshalb eine tiefsinnige und gleichzeitig humorvolle Sicht auf die Dinge des Lebens kein Widerspruch sind.

Sie erzählte von ihren Begegnungen in der diakonischen Altersseelsorge mit Menschen, denen zum Beispiel aufgrund einer Demenz oder Bewegungseinschränkung manchmal Missgeschicke passieren, über die sie nachträglich selbst lachen können. Für die Mitarbeit in der Diakonie sei es nötig, Humor als «die Perle aus der Tiefe» zu betrachten.

«Es hilft manchmal, eine neue Sichtweise auf Situationen im Alltag einzunehmen, um zu erkennen, dass diese oft bizarr und widersinnig sind und dass man sie humorvoll leichter annimmt.»

Da die meisten Gäste des Bäuerinnenforums in der Landwirtschaft tätig sind, griff Häfner das Beispiel der Hornkuh-Initiative auf und sagte: «Wie würde wohl eine Person aus China über uns denken, wenn man ihr erzählte, dass bei uns zum Beispiel ein IT-Techniker oder eine Detailhandelsfachfrau sich zu dieser Abstimmungsvorlage eine Meinung bilden soll?»

Die Sehnsucht nach dem Verstanden-Werden

Häfner sagte, dass es sich lohne zu erkennen und verstehen, wie wir auf andere wirken und welche Verhaltensweisen das Zusammenleben zwar herausfordernd, aber gleichzeitig auch aufregend und belebend gestalten. Ausgehend von den Fragen «Wer bist Du? Wer bin ich?» entstünden die besten Gespräche, wenn dem Gegenüber ehrliches Interesse entgegengebracht wird. «Nicht jedes Gespräch kann tiefsinnig sein. Aber uns verbindet eine tiefe Sehnsucht nach dem Verstanden-Werden», sagte Häfner.

Sie schilderte, dass die Beschäftigung mit dem Enneagramm und seinen neun Persönlichkeitsmustern ihr dabei half, die Motivation hinter dem Verhalten der Menschen in ihrem Alltag besser zu verstehen. Das Enneagramm geht von den drei aktiven Energiezentren Kopf, Herz und Bauch aus, die in drei Ausprägungen neun Charaktertypen mit unterschiedlicher Weltwahrnehmung formen.

«Durch das Enneagramm habe ich erkannt: Wir nehmen einen Neuntel dessen wahr, über die Art und Weise, wie wir fühlen und denken. Es gibt noch acht andere Varianten von Lebenseinstellungen, und keines der Modelle schneidet dabei besser oder schlechter ab.»