Tertianum investiert acht Millionen Franken in den Standort Berlingen, inklusive neuem Therapiebad

In der Tertianum Neutal AG in Berlingen stehen in den nächsten Monaten grosse Renovationen an. Unter anderem baut sie ein neues Therapiebad im Hauptgebäude Kronenhof und einen neuen Zwischentrakt im Haus Seefeld.

Samuel Koch
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Die Visualisierung zeigt das geplante Therapiebad des Tertianum im Obergeschoss des Kronenhof-Gebäudes.

Die Visualisierung zeigt das geplante Therapiebad des Tertianum im Obergeschoss des Kronenhof-Gebäudes.

Bild: PD

Maritim geht es am Untersee nicht zu und her, selbst wenn der Bodensee ennet der Grenze gerne als Schwäbisches Meer bezeichnet wird. Trotzdem entstehen in Berlingen in den Liegenschaften der Tertianum Neutal AG direkt am Untersee in den nächsten Monaten mindestens zwei Leuchttürme, wie es Geschäftsführer Bernhard Kuster zu sagen pflegt.

«Wir stehen vor grossen Investitionen», meint er. Rund acht Millionen Franken fliessen in die Gesamtrenovation, unter anderem mit einem Erweiterungsbau im Haus Seefeld am östlichen Ende des Ortskerns oder einem Therapiebad im zentral gelegenen Kronenhof.

«Wir wollen uns mit dem Ausbau für die Zukunft rüsten, der auch als Bekenntnis zum Standort verstanden werden darf.»
Bernhard Kuster, Geschäftsführer Tertianum Neutal AG Berlingen.

Bernhard Kuster, Geschäftsführer Tertianum Neutal AG Berlingen.

(Bild: Samuel Koch

Die Tertianum Neutal AG in Berlingen mit insgesamt 160 Mitarbeitenden zahlt als langjährige Mieterin mit einem langfristigen Pachtvertrag einen Zehntel der gesamthaften Investitionssumme. Den Rest stemmt die Swiss Prime Site Immobilien AG als Eigentümerin.

Sie hat erst im Dezember bekanntgegeben, dass sie die ganze Tertianum-Gruppe mit insgesamt 80 Wohn- und Pflegezentren schweizweit und an die Beteiligungsgesellschaft Capvis veräussern will. «Von diesen Veränderungen spüren wir bisher nichts», sagt Kuster. Gerade die jetzt bevorstehenden Investitionen zeigten aber deutlich, dass sich die Eigentümer nicht nur mit dem Nötigsten zufriedengeben.

Situationsplan der Tertianum-Liegenschaften in Berlingen.

Situationsplan der Tertianum-Liegenschaften in Berlingen.

(Bild: Screenshot/Tertianum)

Temperatur bis 36 Grad, Massagedüsen und Hebelift

Das neue Therapiebad, welches das bisherige, laut Kuster in die Jahre gekommene im Haus Seeheim ersetzt, ermöglicht einen Blick auf den Untersee. Es soll die Funktion eines Therapiebades haben, aber nicht so aussehen, meint Kuster. «Wir wollen mit warmen Farben, Lehmverputz und einer Akustikdecke eine gute Atmosphäre schaffen», sagt er mit Blick aufs Patientenwohl.

So ist etwa die Wassertemperatur zwischen 30 und 36 Grad regulierbar und mit zwei Tiefen 80 und 130 Zentimetern ausgestattet. Einige Bewohner hätten bei der ersten Ideenpräsentation bereits betont, dass sie dann nicht frieren wollen, erzählt Kuster und lacht.

Neben einem fünf auf sechs Meter grossen Bad wird ein Hebelift eingebaut, damit unbewegliche Patienten mit Hilfe von Therapeuten das Bad ebenso nutzen können. Ausgestattet ist der sogenannte Infinity Pool ausserdem mit Massagedüsen und Gegenstromschwimmanlage. «Wir versprechen uns einen echten Mehrwert gegenüber dem jetzigen Bad», sagt Kuster. Mit dem bevorstehenden Bau geht für den Geschäftsführer ein langer Traum in Erfüllung.

Speisesaal zügelt temporär in einen Pavillon

Gebaut wird das Bad anstelle der heute beinahe ungenutzten Terrasse im ersten Obergeschoss des Kronenhofs, direkt über dem Speisesaal. «Für den Bau werden wir deshalb den Speisesaal in einen provisorischen Pavillon zügeln, der mit grosszügigerem Platz direkt am Wasser gebaut wird», sagt Kuster.

Eine Auflage der involvierten Denkmalpflege des Kantons im bisherigen Gebäude seien die Stützen in der Fensterfront. Während der öffentlichen Auflage des Projekts sei lediglich eine Einsprache gegen die Linienführung des Dachfirstes eingegangen. «Wir konnten das aber im Gespräch bereinigen», sagt Kuster.

Das zweite Grossprojekt setzt das Tertianum Neutal beim Haus Seefeld mit einem neuen Erweiterungsbau um, der knapp einem Viertel der Gesamtkosten entspricht. Kuster sagt:

«Wir brechen den Zwischentrakt komplett ab und bauen ihn mit Verbindungsgängen auf allen Etagen neu auf.»

Technik und Fassaden in und an den diversen Standorten des Tertianum in Berlingen erfahren ebenso eine Renovation. Zudem wird für einen besseren Hitze- und Kälteschutz, für Unterhalt und Geländersicherheit gesorgt. «Die vier Standorte werden komplett modernisiert», sagt er. Läuft alles nach Plan, ist die Gesamtrenovation Ende Jahr abgeschlossen, um sich Anfang 2021 noch um den Feinschliff der neuen Leuchttürme am Untersee zu kümmern.

Die Visualisierung zeigt den neuen Zwischentrakt im Haus Seefeld.

Die Visualisierung zeigt den neuen Zwischentrakt im Haus Seefeld.

(Bild: PD)