Tendenziell zwei Standorte für Schulgemeinde Herdern-Dettighofen vorgesehen

Volles Programm an der Schul-Budgetgemeinde: Nebst den Finanzen standen eine Ersatzwahl und der Zwischenbericht zur Standortfrage auf der Traktandenliste.

Mathias Frei
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Schulpräsident Patrick Siegenthaler umrahmt von der abtretenden Aktuarin Sandra Gehri und deren Nachfolgerin Eva Capt. (Bild: Mathias Frei)

Schulpräsident Patrick Siegenthaler umrahmt von der abtretenden Aktuarin Sandra Gehri und deren Nachfolgerin Eva Capt. (Bild: Mathias Frei)

Das nächste Kapitel in der Schulstandortfrage: «Die Empfehlung der Arbeitsgruppe muss eine Zwei-Standort-Lösung sein.» Das verkündete Marc Zimmermann am Donnerstagabend den 55 Schulbürgern an der Budgetgemeinde.

Im Sinne eines Zwischenberichts orientierte Zimmermann im Namen der Arbeitsgruppe Schulstandorte. Ziel sei es, bis Ende März 2019 eine «mehrheitsfähige Lösung» zu präsentieren. Es müsse an beiden Standorten Schulunterricht stattfinden, «nicht nur Turnunterricht, wie für Lanzenneunforn geplant», sagte Zimmermann. Nächster Schritt der Gruppe ist ein Gespräch mit dem kantonalen Schulinspektorat. Wenn der ambitionierte Plan aufgeht, könnte es an der Schul-Rechnungsgemeinde am 2. Mai 2019 ernst werden.

Die Standortfrage bewegt die Gemüter seit Ende 2013. Die Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen ist im Besitz von drei Schulanlagen: in Herdern, Lanzenneunforn und Dettighofen. Letzterer Standort ist mittlerweile aus dem Rennen. In Dettighofen gibt es seit diesem Sommer keinen Unterrichtsbetrieb mehr. Die Schulgemeinde konnte die Räumlichkeiten grossteils vermieten.

Seit April 2018 wirkt eine paritätische Arbeitsgruppe

Im November 2016 informierte die Behörde über den Entscheid, auf das Schulhaus Herdern zu setzen und auf die Mehrzweckhalle Lanzenneunforn für den Sportunterricht. Der Planungskredit für den entsprechenden Umbau in Herdern ging im Januar 2017 durch, den Baukredit jedoch schickten die Schulbürger diesen Februar bachab. Daraufhin wurde im April eine Arbeitsgruppe gegründet, paritätisch gebildet aus allen drei Dörfern. Die Gruppe soll eine Standortlösung erarbeiten, zwecks Empfehlung für die Schulbehörde. Das letzte Wort hat aber die Behörde.

Bei der Behörden-Ersatzwahl dagegen konnte die Versammlung entscheiden. Sandra Gehri tritt nach viereinhalb Jahren in der Behörde zurück. Sie hatte das Aktuariat und die Schulbusplanung inne. Zur Gehris Nachfolgen wurde Eva Capt gewählt, mit 53 von 55 möglichen Stimmen. Die 34-jährige gelernte Sattlerin lebt mit ihrer Familie in Dettighofen. Sie ist Mutter von zwei kleinen Buben und einer Tochter, die in den Kindergarten geht.

Geplantes Minus bei gleichbleibendem Steuerfuss

Unspektakulär präsentierte sich das von Schulpflegerin Regula Klauz erläuterte Budget 2019, welches mit 50 Ja-Stimmen (bei fünf Enthaltungen) bewilligt wurde. Bei einem Aufwand von 2,172 Millionen Franken und einem Steuerfuss von weiterhin 64 Prozent erwartet die Behörde ein Minus von 150'000 Franken.

Der Voranschlag 2018 hatte bei leicht tieferem Aufwand und Ertrag mit 90'000 Franken Rückschlag gerechnet. Für kommendes Jahr sind Investitionen über 446'000 Franken vorgesehen. Den grössten Brocken, nämlich 390'000 Franken, machen dringliche bauliche Sanierungen in Herdern und Lanzenneunforn aus.