Zwischen Taube, Tiger und grossem Dreieck: Frauenfelds erstes Bier-Yoga

55 Minuten zwischen Pröstli und Ganzheitlichkeit: Am Freitag findet in der Kantonshauptstadt bei Manuela Möhl erstmals ein Bier-Yoga statt. Wer Durst hat, bekommt auch eine zweite Flasche Brauhaus hell.

Mathias Frei
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Yoga-Lehrerin Manuela Möhl mit Bierflasche in Aktion. Diese Position nennt sich «Die Taube», also der Vogel, nicht die gehörlose Frau. (Bild: Reto Martin)

Yoga-Lehrerin Manuela Möhl mit Bierflasche in Aktion. Diese Position nennt sich «Die Taube», also der Vogel, nicht die gehörlose Frau. (Bild: Reto Martin)

Bei der Totenstellung geht es nicht ums Ausnüchtern, sondern um die Tiefenentspannung zum Schluss. Bier ist am Freitagabend bei Manuela Möhl im Lebensfit-Studio an der Zürcherstrasse 102 zwar im Spiel, jedoch in Massen. Immerhin steht Bier-Yoga auf dem Programm, das erste in Frauenfeld. Die selbstständige Personaltrainerin Manuela Möhl trinkt gerne mal ein Bier, «besonders im Sommer, weil es so schön den Durst löscht». Aber es müsse schon ein spezielles Bier sein, kein Lager. Eines, das besonders riecht und schmeckt. Und sie unterrichtet Yoga.

«Viele denken: Yoga, das ist vor allem Om, da riecht’s nach Räucherstäbli.»

Aber für Möhl ist Yoga mehr, ganzheitlicher. Bier und Yoga, diese Kombination passe.

Das Bier-Yoga am Freitagabend ist schon länger ausgebucht. Möhl will die Gruppe nicht zu gross halten. So kann sie auf die individuellen Bedürfnisse der zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen. Vorkenntnisse braucht es keine, lediglich bequeme Kleidung. Yoga-Matten sind vorhanden, das Bier ist im Kühlschrank kalt gestellt. Beim Eingangsbereich hängt eine To-Do-Liste an der Wand: 1. Dream; 2. Love; 3. Feel free; 4. Relax; 5. Be happy.

Die Position «Das Boot». (Bild: Reto Martin)

Die Position «Das Boot». (Bild: Reto Martin)

Ein Hauch von Strohblume für die Elektrolyte

Zu trinken gibt es das helle Huusbier vom Brauhaus Sternen, feinperlig ist es und golden. In die Nase steigt einem ein Hauch von Strohblume. Eine kurze Bitterkeit ist spürbar. Man wird diesem Bier bewusst, mit den Augen, mit der Nase, mit der Zunge. Mit 4,5 Volumenprozent ist es eher leicht. Denn die Krux ist:

«Je mehr Alkohol man getrunken hat, desto schwieriger wird es mit dem Gleichgewicht.»

Aber wiederum sei Bier, massvoll getrunken, auch gesund. Nach dem Sport lasse sich so der Elektrolyte-Haushalt wieder aufladen. Und dass man beim Bier-Yoga ins Schwitzen kommt, ist nicht unwahrscheinlich.

Manuela Möhl wendet ein Yoga an, bei dem man viel in Bewegung ist. «Man verharrt nicht lange in einer Position.» Die Yoga-Lehrerin, die sich vor elf Jahren als Personaltrainerin selbstständig gemacht hat, spricht von einem «Durchfliessen der Positionen». Nach der Einstimmung folgen drei Stufen der Mobilisation und fünf Flow-Stufen. Jede Position habe ein Ziel, erklärt Möhl, dieses könne aber in unterschiedlichen Intensitäten und Ausführungen erreicht werden.

«So schafft jeder jede Position und fühlt sich damit bestätigt.»

Bei vielen Übungen arbeitet man mit der Bierflasche. Regelmässig setzt man gemäss Ablaufplan die Flasche an und nimmt einen Schluck. «Grundsätzlich darf man aber immer trinken.» Und wenn eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer schon nach 30 Minuten auf dem Trockenen sitzt? «Dann fragt man mich nach einem zweiten Bier», sagt Möhl.

Die Position «Der Tiger». (Bild: Reto Martin)

Die Position «Der Tiger». (Bild: Reto Martin)

Das Bier-Yoga ist bewusst auf einen Freitagabend gelegt. «Die Arbeit ist fertig, man kann mit einer gewissen Gelassenheit ins Wochenende starten.» Manuela Möhl plant schon nächste Bier-Yoga-Stunden. Dafür ist sie auch in Kontakt mit Stefan Mühlemann vom Brauhaus Sternen. Eine Zusammenarbeit stehe zur Diskussion. «So oder so: Nach dem Yoga geht man glücklich nach Hause.»

Nächstes Bier-Yoga mit Manuela Möhl: Freitag, 16. November, 19 bis 20 Uhr. Der Kursort wird auf der Webseite www.lebensfit.ch bekannt gegeben.