Tanzend ins fünfte Jahrzehnt: Aadorfer Musikschule feiert Jubiläum mit Show

Mit der Show «Tino Flautino und die Zaubermelodie» feierte die Musikschule Aadorf am Wochenende ihr 40-jähriges Bestehen. Die zwei Aufführungen boten einen spannenden Querschnitt.

Kurt Lichtensteiger
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Ballerinas der Musikschule Aadorf zeigen im Gemeindezentrum ihr Können. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Ballerinas der Musikschule Aadorf zeigen im Gemeindezentrum ihr Können. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Bei 135 mitwirkenden Kindern war es nicht anders zu erwarten: Am Samstagabend platzte der grosse Gemeindesaal in Aadorf aus allen Nähten. Der Besucherandrang zur zweiten Auflage am Sonntagvormittag war dann nur wenig geringer.

Insgesamt erfreute die Jubiläums-Tanzshow der Musikschule Aadorf rund 800 Zuschauer, die sich von den beiden Darbietungen zweifellos begeistert zeigten. Mit «Tino Flautino und die Zaubermelodie», einer Art Musical, trafen die Organisatoren den Publikumsgeschmack.

Die Jazztanz- und Ballettgruppen, die Zweitklässler und die Mitwirkenden von Musikland, die Schülerinnen und Schüler der Musikschule und deren Lehrpersonen, sie alle, ob Gross oder Klein, sprühten vor Freude und schienen gar über sich heraus zu wachsen.

In bunter Folge reihten sich Elemente einer Zaubergeschichte aneinander, geprägt von Melodien und Tänzen und Überleitungen eines Erzählers. Ein Wechselspiel, das sich das Publikum gerne gefallen liess, zumal Choreografie, Kostüme und Ablauf keine Wünsche offenliessen.

Für Christoph Probst, seit sieben Jahren Leiter der Musikschule Aadorf, hat sich der beachtliche Aufwand an Proben gelohnt:

«Die Verbindung von Musik und Tanz auf der grossen Bühne, wo 35 Mikrofone zum Einsatz gelangten, war einmalig und offenbarte einen guten Querschnitt der heutigen Musikschule.»

Diesen Eindruck unterstrich das Publikum mit anerkennendem Applaudieren und bestätigte dies mit Meinungsäusserungen bei den anschliessenden Apéros.

Initiative kam vom Dorfpfarrer

Das war nicht immer so: Ältere mögen sich daran erinnern, dass etwa Klavier-, Geigen- und Querflötenunterricht nur Kindern von begüterten Eltern vorbehalten waren. Allenfalls genügten Beziehungen zu professionellen Lehrpersonen für den Besuch von Privatunterricht. Um den Nachwuchs an Instrumentalisten sicherzustellen, engagierten sich Vereine. Erfahrene Mitglieder aus der Musikgesellschaft oder dem Handharmonika-Club brachten das Spielen von Instrumenten bei. Bis ins Jahr 1979 bestanden zudem Verträge mit der Musikschule Frauenfeld, was allerdings umständliche Fahrten in die Hauptstadt bedingte.

Auf Initiative von Pfarrer Schläpfer wurde die Musikschule Aadorf gegründet. Lehrer Gaudenz Buser organisierte die Geschicke der Schule in den folgenden sieben Jahren, ehe Silvia Keller dies, während dreier Jahre tat. Ab 1989 kümmerte sich Liselotte Schwager-Oswald umsichtig um die Anstellung von Lehrpersonen, Schülerzuteilungen, Raumbelegungen, Stundenausfälle, An- und Abmeldungen sowie Instrumentenangebot und Vortragsübungen.

Danach wurde Christoph Probst mit einem 40-Prozent-Pensum angestellt. 1992 wurde die Musikschule in die Oberstufengemeinde integriert. Die Belange der Musik gingen an eine Musikschulkommission, präsidiert von Rita Meier, Sonja Mathis und Jeannine Gehrig. Seit 2013 hat Astrid Keller, die heutige Schulpräsidentin, den Vorsitz in der neunköpfigen Kommission.

Kostprobe an Konzerten

Im Jubiläumsjahr werden 346 Kinder von insgesamt 28 Lehrpersonen in verschiedenen Räumlichkeiten unterrichtet. Und dies zu einem niedrigen Tarif. Mit Vortragsübungen, Herbst- und Adventskonzerten sowie im Rahmen der «Hänkiturm Classics» können die Kinder immer wieder eine musikalische Kostprobe ablegen. Ballettvorführungen in der Aula oder im Gemeindezentrum sind gar oft bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Zu einem lange nachwirkenden Höhepunkt ist bestimmt die stimmungsvolle Jubiläums-Tanzshow geworden. «Eine Tournee ist allerdings nicht programmiert», sagt Probst und schmunzelt. An den runden Geburtstag werden sich die Protagonisten und Angehörige gleichwohl gerne erinnern.