Tag der offenen Tür
«Ich komme vorbei, um Probe zu liegen»: Politisch Müllheim hat zur Besichtigung der neuen Aufbahrungshalle geladen

Rund 100 Interessierte nahmen am Samstag der Gelegenheit wahr, den sanierten Müllheimer Friedhof zu besichtigen. Die neuen Aufbahrungshallen ermöglichen zukünftig einen würdevollen Abschied von verstorbenen Menschen.

Andreas Taverner
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Ein Interessierter schaut in den Katafalk, wo dereinst der Leichnam aufbewahrt wird.

Ein Interessierter schaut in den Katafalk, wo dereinst der Leichnam aufbewahrt wird.

Bild: Andreas Taverner

«Das neue Aufbahrungsgebäude, aber auch die Umgebung mit ihren verbreiterten Wegen ist nun durchgehend rollstuhlgängig», erklärt Kurt Schneider von der Baukommission den Interessierten. Viel Volk nahm am Samstag die Gelegenheit wahr, den Friedhofsneubau erstmals von innen zu besichtigen.

Die beiden Aufbahrungsräume, jeweils mit einem sogenannten Katafalk zur Aufbewahrung des Verstorbenen versehen, sind unterschiedlich. Während der erste etwas grösser ist und über eine dezente Beleuchtung verfügt, kann im zweiten, etwas kleineren Raum der Vorhang einen warmen Akzent setzten. In beiden Räumen ist ein Oberlicht angebracht. So schaut das Gesicht des Verstorbenen direkt zum Himmel hoch.

Die Müllheimer Friedhofsanlage.

Die Müllheimer Friedhofsanlage.

Bild: Andreas Taverner
«Schön ist es geworden, kein Vergleich mit dem alten Gebäude.»

Das sagt ein Herr, der die alte Anlage noch gut in Erinnerung hat. Maximal zwei Personen hätten früher Platz gehabt, erklärt er. Der Platz pro Raum ist neu ausgelegt, dass eine Familie von ihrem Verstorbenen würdig Abschied nehmen kann. Dass es bei der Besichtigung nicht todernst sein muss, beweist der Spruch von Marianne Hug. «Ich komme, um hier zur Probe zu liegen», sagt sie. «Jetzt sieht man die neuen Räume in echt.» So freut sich Walter Knup, ehemaliger Kirchenpräsident der reformierten Kirchgemeinde Müllheim. Und ein Kirchbürger bemerkt:

«Es brauchte 23 Jahre, bis von meiner Anregung, das alte Gebäude zu erneuern, ein neues gebaut wurde.»
Aufbahrungsraum mit Oblicht.

Aufbahrungsraum mit Oblicht.

Bild: Andreas Taverner

Auch an den Friedhofsgärtner Bruno Gaupp wurde gedacht. Er verfügt nun über deutlich mehr Platz. Nach rund vier Stunden Tag der offenen Tür kann Barbara Molls als zuständige Gemeinderätin eine positive Bilanz ziehen. «Rund 100 Besucher konnten wir begrüssen.» Sie alle konnten sich nicht nur einen Überblick verschaffen, sondern erhielten kompetente Auskunft von Architekt Beat Schneider, falls noch Fragen offen waren.