Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bauern öffnen die Hoftüre

Am 2. Juni ist der Tag der offenen Hoftüre. Schweizweit geben Landwirte ihren Besuchern einen Einblick ins Bauernleben. Gewisse Betriebe bieten Interessierten aber auch täglich die Möglichkeit, Stallluft zu schnuppern.
Janine Bollhalder
Angela und Silvan Früh vom Pfeienhof in Thundorf öffnen am nächsten Sonntag ihre Hoftür. (Bild: Andrea Stalder)

Angela und Silvan Früh vom Pfeienhof in Thundorf öffnen am nächsten Sonntag ihre Hoftür. (Bild: Andrea Stalder)

Die giftgrünen Weiden stehen in Kontrast zum bewölkten Himmel. Die Kühe grasen. Nur eine steht im Stall mit ihrem kleinen Kalb. Zwei Katzen, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, schleichen um die Ausläufe der Pensionspferde, die gelegentlich schnauben. Nur die Hühner wirken nervös, während sie im feuchten Boden nach frischen Würmern picken.

«Wir spüren in der Bevölkerung ein immer stärkeres Interesse über die Herkunft von Lebensmitteln», sagt Angela Früh. Die gelernte Drogistin führt zusammen mit ihrem Mann Silvan den Pfeienhof in Thundorf. «Wir möchten den Leuten einen Zugang zur Landwirtschaft ermöglichen.» Deshalb öffnen sie am 2. Juni ihre Hoftür.

Einblick ins Hofleben

Der nationale Tag der offenen Hoftür bietet für alle etwas: «Es gibt die Gelegenheit, Spargeln zu schneiden, eine Kutschfahrt ums Gehöft zu machen oder sein Glück bei der Bauernolympiade zu versuchen.» Die Kinder können im Sandhaufen Burgen bauen und eine Malecke lädt ein, sein künstlerisches Talent zu entfachen. Das Ehepaar Früh ist zum zweiten Mal dabei: «Der letzte Anlass ist auf grosses Interesse gestossen. Wir haben über 200 Besucher begrüssen dürfen.»

Der Pfeienhof ist ein Biobetrieb mit Mutterkuhhaltung und Ackerbau. Die Kälber wachsen bei ihren Müttern auf, nach zehn Monaten werden sie aber zum Schlachthof gebracht.

«Es ist uns wichtig, dass die Kälber bei ihren Müttern aufwachsen.»

Neben Kühen gibt es auf dem Hof auch Hühner. Eier findet man im Selbstbedienungs-Kühlschrank allerdings nicht, nur saisonales Gemüse wie Grünspargeln oder Tafeltrauben. «Ich mache wöchentlich eine Eiertour», sagt Angela Früh.

Betrieb reicht nicht

Um ihren Hof schleichen zwei schwarz-weisse Katzen, im Stall stehen Pensionspferde und schätzungsweise 20 Hühner picken auf der Wiese. «Unsere Schwiegereltern haben sogar Bienen.» Honig abfüllen können die Besucher am Tag der offenen Hoftür ebenfalls.

«Wenn ich eine Kuh zum Schlachter bringe, weiss ich, dass sie ein gutes Leben hatte», sagt Silvan Früh. Die Aussage des gelernten Baumpflegers steht für die Werte des Ehepaars: Die Tiere sollen ein naturnahes und gesundes Leben haben. Die Bio-Knospe hat dafür einige Vorschriften definiert, an welche sich die Landwirte halten müssen. Allerdings reiche der Bauernbetrieb in dieser Grösse nicht aus, um davon leben zu können. Sowohl Angela als auch ihr Mann arbeiten jeweils einen Tag in ihren erlernten Berufen.

Vegan im Fleischbetrieb

Sandra und Richard Reinhart öffnen die Hoftür ihres Weiherhofes nicht nur am 2. Juni, sondern das ganze Jahr über. Der Hof im Amriswil lebt vom Fleischverkauf und ist bekannt für den Piaggio-Grillwagen mit der Aufschrift «Chick’n’Pick». «Wir sind sowieso auf dem Hof. Daher ist es kein Mehraufwand für uns, die Leute herumzuführen», sagt der 48-jährige Richard über die Stallvisite. Seine Frau sagt:

«Wir möchten den Leuten zeigen, dass die Tiere, deren Fleisch sie essen, ein gutes Leben hatten.»

Sandra und Richard Reinhart füttern die Kühe des Weiherhofes in Amriswil.

Sandra und Richard Reinhart füttern die Kühe des Weiherhofes in Amriswil.

Für den Tag der offenen Hoftür ist eine Festwirtschaft geplant, mit Fleisch vom eigenen Hof sowie einem Ponyreiten, einem Kinderspielplatz und einer Bonbon-Manufaktur. Ausserdem möchte das Ehepaar Reinhart ihr Engagement für die Umwelt zeigen: Auf den Dächern des Reinhart-Weiherhofs sind zwei Fotovoltaikanlagen installiert, mit welchen Energie für den Hof und einige umliegende Haushalte produziert wird. Den Hof gibt es seit 12 Jahren. Vor 9 Jahren wurde er renoviert. Die Ställe sind jetzt zwar artgerechter gebaut, doch für die Bio-Knospe sei der Poulet-Maststallnoch immer zu gross. Die anderen Tiere haben mehr Platz: Die Schweine spielen auf ihrer Weide fangen, die Hasen hüpfen umher und auch die Schafe haben viel Grünfläche um zu grasen.

Obwohl ihr Hauptgeschäft das Fleisch ist, pflanzt das Ehepaar in diesem Jahr neu Soja an. Ihre 23-jährige Tochter Simone ist Veganerin. Sie hat den Anbau von Soja recherchiert – eigentlich nur für den kleinen Anbau im eigenen Garten. «Mein Vater war dann aber der Meinung, dass wir das grösser machen können», sagt sie. Die 250 Kilogramm Soja werden die Reinharts selbst zu Tofu verarbeiten. Die Familie ist gespannt: «Wir freuen uns auf dieses Projekt.»

Die Hoftür des Pfeienhofs in Thundorf ist von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Die Hoftür des Reinhart-Weiherhofs in Amriswil ist von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.