Synode der evangelischen Landeskirche vertagt den definitive Entscheidung über ihre Musikfachstelle aus finanziellen Gründen

Ob die bis Ende 2021 befristete Fachstelle Musik in der Kirche anschliessend als unbefristete Stelle der Landeskirche weiter geführt wird, darüber will die Synode nach knappem Entscheid erst im Herbst befinden.

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Die Synode tagte in der Frauenfelder Rüegerholzhalle.

Die Synode tagte in der Frauenfelder Rüegerholzhalle.

Bild: PD

(red) Der Kirchenrat der evangelischen Landeskirche Thurgau wollte die seit drei Jahren befristete Fachstelle Musik in der Kirche in eine unbefristete Fachstelle überführen. Dies mit gleichbleibend 40 Stellenprozent. Noch bis Ende 2021 teilen sich die beiden Musiker Jochen Kaiser und Oliver Wendel die Stelle zu je 20 Prozent.

Gegen den Entscheid zur Weiterführung der Stelle gab es jedoch Opposition: Es sei noch zu vage, in welche Richtung sich die Finanzen entwickeln könnten. Deshalb beantragte die Geschäftsprüfungskommission (GPK) der Synode an deren Tagung am Montag in Frauenfeld die Verschiebung des Beschlusses bis zur Verhandlung über das Budget 2021.

Christine Aus der Au (Frauenfeld) wollte den beiden Mitarbeitenden ein positives Signal aussenden: «Wir wollen euch und wir brauchen euch, damit ihr eure sehr gute Arbeit für unsere Kirche fortsetzen könnt.» Die Mehrheit der zehn Wortmeldungen sah keinen Grund, den Beschluss auf später zu verschieben. Trotzdem setzte sich die GPK – wohl auch wegen des noch langen Zeitfensters bis Ende 2021 – hauchdünn mit 52 gegen 48 Stimmen durch. Dies teilte die evangelische Landeskirche am Dienstag in einem Pressetext mit.

Kirchenrat will sich nur freiwillig Ziele setzen

Bernhard Rieder (Frauenfeld) und Diakon Stefan Keller (Tägerwilen-Gottlieben) wollten mit einer Motion den Kirchenrat verpflichten, für die neue Amtsdauer 2020 bis 2024 Legislaturziele vorzulegen. Ein Ansinnen, dem der Kirchenrat grundsätzlich zuzustimmen gewillt ist, es aus formalen Gründen jedoch ablehnt. Die Synode als Legislativorgan könne den Kirchenrat nicht durch Beschluss verpflichten, für dessen Exekutivtätigkeit Legislaturziele zu formulieren.

Der Kirchenrat will sich selbst verpflichten, bis voraussichtlich zur Herbstsynode im November Legislaturziele zu erarbeiten. Diese will er der Synode zur Diskussion und Kenntnis, nicht jedoch zur Genehmigung vorzulegen. Rieder und Keller zogen ihre Motion zurück.

Den Jahresbericht nahm die Synode einstimmig an. Die GPK freute sich, dass die Landeskirche mit der Publikation ihrer Schrift «Den Weg zu Ende gehen» Agendasetting betreiben konnte:

«Die Problematik rund um das selbstbestimmte Lebensende wurde in der Öffentlichkeit breit wahrgenommen.»

Mehr Engagement wünscht sich GPK dagegen beim Bespielen der sozialen Medien. Positiv wertete sie die Vergabe des Diakoniepreises für innovative, nachhaltige Projekte und regte an, diesen Preis regelmässig zu vergeben.

Rechnung schliesst mit Rekord-Überschuss

Die Rechnung 2019 der evangelischen Landeskirche schliesst bei einem Aufwand von 6,3 Millionen Franken und einem Ertrag von 6,8 Millionen um rund 613'000 Franken besser ab als budgetiert. Der Überschuss von 504'554 Franken ist der Allzeit-Rekord und wird vollumfänglich dem Eigenkapital gutgeschrieben. Die Synode lehnte den Antrag von Marlies Benoit (Ermatingen) ab, zehn Prozent vom Gewinn für gemeinnützige Projekte bereitzustellen. Der Mehrertrag ist auf höhere Steuereinnahmen und Minderausgaben zurückzuführen und willkommene Reserve für die Auswirkung der Steuerreform in Kombination mit der Coronakrise.

Die Synode wählte Michael Raduner aus Horn, bisher GPK-Mitglied, neu ins GPK-Präsidium. Das dadurch frei gewordene Amt als GPK-Mitglied besetzt neu Bernhard Rieder aus Frauenfeld.

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