Swiss League
Nun doch 3G mit Maske statt 2G ohne: Der HC Thurgau wird vom Kanton zurückgepfiffen

Eigentlich wollte der HC Thurgau das Heimspiel vom Dienstag gegen den HC Sierre unter 2G-Bedingungen austragen. Rund drei Stunden vor Spielbeginn veröffentlichte der Eishockeyklub dann auf Social Media, dass am Abend auf Geheiss des Kantons Thurgau doch wieder 3G gelte. Die Verwirrung war total. Doch jetzt steht fest, was hinter der kantonalen Massnahme steckt.

Matthias Hafen
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Neue Einschränkungen: Die Zuschauerinnen und Zuschauer müssen bei HC-Thurgau-Spielen auf jeden Fall eine Maske tragen.

Neue Einschränkungen: Die Zuschauerinnen und Zuschauer müssen bei HC-Thurgau-Spielen auf jeden Fall eine Maske tragen.

Mario Gaccioli (30. November 2021)

Am Montag riskierte der HC Thurgau bei seinem Anhang einen Shitstorm, als er kommunizierte, seine Heimspiele in der Swiss League bis auf weiteres nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich zu machen. Dies aufgrund der epidemiologischen Lage rund um das Coronavirus und die Durchführbarkeit der Spiele, was den Matchbesuch betrifft. Denn mit 2G hätten die Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion keine Maske tragen müssen, mit 3G hingegen schon. Auch wäre die Konsumation in der Eishalle unter 2G ohne Restriktionen möglich gewesen, hingegen ist bei 3G Essen und Trinken nur noch im Sitzen erlaubt.

Am Dienstag dann informierten die beiden höchsten Schweizer Eishockeyligen nach einer Telefonkonferenz der Klubs, dass sich alle Vertreter der National League und der Swiss League für die 2G-Variante in den Stadien entschieden hätten - in der Swiss League kam dieser Entscheid einstimmig zustande. Doch dann machte der Kanton Thurgau dem einheitlichen Regime in den Schweizer Stadien einen Strich durch die Rechnung.

Kanton Thurgau besteht auf Maskentragpflicht

Am Dienstag kurz nach 16 Uhr, also weniger als vier Stunden vor dem Spielbeginn gegen Sierre, wurde der HC Thurgau zurückgepfiffen. Der Kanton lasse keine 2G-Veranstaltungen zu im Kanton Thurgau, hiess es vom Eishockeyklub, weshalb man für die Partie am Dienstagabend wieder auf 3G umschwenke. Das löste noch viel mehr Verwirrung aus. Weshalb auch sollte man seitens des Kantons eine vom Veranstalter gewünschte Verschärfung der Coronamassnahmen nicht dulden?

Die Information, dass der Kanton Thurgau 2G-Veranstaltungen verbiete, ist indes falsch, wie Yves Möri vom HC Thurgau am Abend präzisierte. Der Kanton bestehe grundsätzlich auf der Maskentragpflicht und auf die Konsumation im Sitzen. Damit sind mitunter die wichtigsten Vorteile einer 2G-Veranstaltung wieder dahin, weil die gleichen Voraussetzungen auch für eine 3G-Veranstaltung gelten. Deshalb entschied sich der HC Thurgau, für die Partie gegen Sierre und die kommenden Spiele auch negativ getestete Ungeimpfte wieder ins Stadion zu lassen.

Die Überlegungen des Kantons Thurgau hinter den Massnahmen werden in einem Regierungsratsbeschluss dargelegt, der am Mittwochmorgen veröffentlicht werden soll. Klar scheint, dass die verantwortlichen Politiker aufgrund der angespannten Coronalage in der Ostschweiz auf eine Maskenpflicht in Innenräumen bestehen, weil sie diese als probates Mittel im Kampf gegen das Coronavirus sehen.

Kommen wieder Sitzplätze im ganzen Stadion?

Beim HC Thurgau hat man gemäss COO Yves Möri grundsätzlich Verständnis für die vom Kanton getroffenen Massnahmen. Weniger Verständnis äusserte Möri indes für die Kurzfristigkeit der Kommunikation seitens des Kantons. Denn der HC Thurgau habe noch am Montag das Okay für die Durchführung des 2G-Spiels am Dienstag eingeholt. Tags darauf wurde der HCT wieder zurückgepfiffen.

Wie sich der HC Thurgau für die weiteren Spiele organisiert, ist noch völlig offen. Zwischen Konsumationsverbot auf der Stehplatzrampe und der Wiedereinführung der Sitzplätze im ganzen Stadion scheint vieles möglich. Sicher scheint indes nur, dass die Massnahmen immer mehr Zuschauerinnen und Zuschauer von den Swiss-League-Heimspielen des HC Thurgau abhalten. «Vor einem Jahr bekamen wir wenigstens noch finanzielle Hilfe des Bundes für unsere Ausfälle», sagt Möri. «Nun geraten wir ohne solche Hilfen immer mehr in Schwierigkeiten. »

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