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Swiss Future Farm in Tänikon: Im Kuhmist steckt grosses Energiepotenzial

Fachleute sehen noch unausgeschöpfte Möglichkeiten beim Biogas. Trotz hoher Fördergelder – bis zu 250'000 Franken im Thurgau – stockt die Entwicklung.
Sebastian Keller
Rainer Jahnke, Abteilung Energie des Kantons Thurgau, erläutert das Modell eines Bioenergiedorfes. (Bild: Donato Caspari)

Rainer Jahnke, Abteilung Energie des Kantons Thurgau, erläutert das Modell eines Bioenergiedorfes. (Bild: Donato Caspari)

Die Swiss Future Farm (SFF) gedeiht. Das sieht der Besucher, der von Aadorf Richtung Tänikon spaziert. Winterweizen wächst auf einem Versuchsfeld entlang der Strasse. Dieses Feld wird mit modernen Methoden – Drohnen, Satellitenbilder, automatisches Lenksystem – bewirtschaftet. Das ist ein konkretes Projekt, das der Bauernhof der Zukunft bearbeitet.

In der sogenannten «Innovationsschüür» auf dem Gelände steht ein Kommunalfahrzeug, ein Hoflader, ein Traktor, eine Biogasanlage à la Swissminiatur. Man wähnt sich in einer Mischung aus Olma und ETH-Garage.

Die Ausstellung zeigt erneuerbare Energien im Miniaturformat. (Bild: Donato Caspari)

Die Ausstellung zeigt erneuerbare Energien im Miniaturformat. (Bild: Donato Caspari)

Die aktuelle Sonderausstellung richtet den Scheinwerfer auf erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Elektromobilität in der Landwirtschaft. «Diese Themen haben ein sehr grosses Potenzial», sagt Martin Huber, Direktor des BBZ Arenenberg.

«Und: Ohne Energie läuft bei der Technologie nichts.»

Das gilt auch für den Winterweizen. Ist der Akku der Drohne leer, bleibt sie am Boden. Die Sonderausstellung zeigt Möglichkeiten der Energiegewinnung und deren Einsatz auf Haus und Hof.

Das grösste Potenzial steckt im Hofdünger

Ein grosses Potenzial ortet der Thurgau beim Biogas. Der Kanton fördert den Bau solcher Anlagen mit bis zu 250'000 Franken. Wie Rainer Jahnke von der Abteilung Energie sagt, seien die Anzahl Förderanträge «aber ziemlich überschaubar». Den Grund sieht er im Förderprogramm des Bundes. Bei der sogenannten Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gebe es eine lange Warteliste. «Deshalb muss man sich wohl über neue Geschäftsmodelle Gedanken machen.»

Erneuerbare Energien in der Ausstellung der «Innovationschüür» in der Swiss Future Farm Tänikon. (Bild: Donato Caspari)

Erneuerbare Energien in der Ausstellung der «Innovationschüür» in der Swiss Future Farm Tänikon. (Bild: Donato Caspari)

Auch Markus Zeifang sieht noch ungenutzte Möglichkeiten in der Landwirtschaft. «Das grösste verfügbare Potenzial steckt im Hofdünger», sagt der Mitarbeiter des Schweizer Kompetenzzentrums für Bioenergie-Forschung. So habe Hofdünger eine relevante Bedeutung für die eingeschlagene Energiestrategie. Um dieses Potenzial nutzbar zu machen, bestehe die Idee, dass mehrere Höfe zusammenarbeiten.

Der Energielieferant steht bereits im Stall

Die im Hofdünger schlummernde Energie liesse sich für den Antrieb von Traktoren einsetzen. Elektromobilität kommt für schwere Landmaschinen weniger in Frage. Das illustriert Nicolas Helmstetter vom SFF-Partner GVS Agrar Landtechnik. Ein Traktor, der 6,5 Tonnen wiegt, müsste mit einem gleich schweren Akku ausgestattet werden. «Als Dieselersatz geht es eher in Richtung Biogas oder Wasserstoff», sagt Helmstetter. Entwickler können sich hierbei entfalten.

Biogas-Traktoren und Hoftankstellen sind noch keine auf dem Markt. Der Energielieferant steht aber bereits im Stall. Das zeigt eine Milchbüchleinrechnung: Im Mist einer Milchkuh gärt pro Jahr 919 Kubikmeter Methan. Damit kann ein 80 PS starker Traktor etwa 130 Stunden angetrieben werden. Beispielsweise, um ein Winterweizen-Feld zu pflügen.

Ausstellung dauert bis Freitag

Bis zum 12. Juli ist die Ausstellung rund um das Thema Energie in der Landwirtschaft in der Swiss Future Farm in Tänikon von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Um 14 bis 15.30 Uhr finden Führungen statt. Geöffnet ist gleichzeitig das Landtechnikmuseum Agrotechnorama. Der Eintritt ist frei. Die Haltestelle «Tänikon, Forschungsanstalt» befindet sich vor dem Eingang. Auch der Bahnhof Aadorf ist in Gehdistanz.

Hinweis: www.swissfuturefarm.ch

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