Kommentar

In Münchwilen sind jetzt SVP und Grüne gefordert

Die Münchwiler Ortsparteien SVP und Grüne haben den Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften an der Waldeggstrasse erfolgreich bekämpft. Nun nimmt sie der Gemeinderat in die Pflicht. Zu Recht. 

Olaf Kühne
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Olaf Kühne(Bild: Peter Pfistner)

Olaf Kühne
(Bild: Peter Pfistner)

Der Münchwiler Gemeinderat kann die Liegenschaften an der Waldeggstrasse nicht verkaufen. 58 Prozent der Stimmbürger lehnen die Vorlage ab.

Damit verzichtet der Souverän auf 3.4 Millionen Franken, auf einen durchgehenden Fuss- und Veloweg entlang der Murg sowie – vorerst – auf einen neuen Werkhof. Während Letzteres zwar nicht Teil der Abstimmungsvorlage war, aber vom Gemeinderat klar so kommuniziert wurde, waren Kaufsumme und Murg-Weg verbindliche Zusagen der potenziellen Landkäuferin, der Immobilienfirma HRS Real Estate AG. Diese hat ihr Kaufangebot bereits offiziell zurückgezogen.

Das Vorhaben des Münchwiler Gemeinderates, die Probleme auf dem Areal – dringlicher Sanierungsbedarf der Liegenschaften und mühselige Arbeitsbedingungen für die Werkhofmitarbeiter – mit einem Handstreich zu lösen, steht nun wieder auf dem sprichwörtlichen Feld eins.

Seine Unberechenbarkeit hat der Münchwiler Souverän schon wiederholt bewiesen, indem er vernünftige Vorlagen wie beispielsweise die Einheitsgemeinde oder die verkehrsberuhigte Ortsdurchfahrt ablehnte. Dass sich aber mit SVP und Grüne zwei Ortsparteien gegen ein Ansinnen stellen, das eine massive Entlastung des Steuerzahlers sowie verdichtetes Bauen in Bahnhofnähe ermöglicht hätte, ist mehr als nur erklärungsbedürftig – und nimmt die Parteien nicht nur gemäss Forderung des Gemeinderates, sondern tatsächlich in die Pflicht.