Wer rückt in den Münchwiler Gemeinderat nach? Die SVP scheint freie Bahn zu haben

Am 17.Mai besetzen die Münchwilerinnen und Münchwiler Nadja Strickers Gemeinderatssitz neu.

Olaf Kühne
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Gewählt am 9. Februar: Neo-Gemeindepräsidentin Nadja Stricker erhält Blumen von ihrem Vorgänger Guido Grütter.

Gewählt am 9. Februar: Neo-Gemeindepräsidentin Nadja Stricker erhält Blumen von ihrem Vorgänger Guido Grütter.

Bild: Olaf Kühne

Münchwilen kommt derzeit aus dem Wählen nicht mehr heraus. Während andere Gemeinden am 9.Februar ihre Bezirksbehörden wählten und am 15.März den Thurgauer Grossen Rat neu besetzen werden, wurden die Münchwilerinnen und Münchwiler vor zwei Wochen auch für die Wahl ihrer neuen Gemeindepräsidentin an die Urne gerufen.

Erwartungsgemäss bestimmten sie die bisherige Gemeinderätin Nadja Stricker (FDP) zur Nachfolgerin des zurücktretenden Gemeindepräsidenten Guido Grütter (FDP). Stricker war zwar einzige Kandidatin, erzielte aber mit 240 Stimmen mehr als noch in der Gesamterneuerungswahl 2019 ein äusserst respektables Resultat.

Weil Nadja Stricker ihr neues Amt am 1.Juni antreten wird, gilt es, auf diesen Termin ihren Sitz im Münchwiler Gemeinderat neu zu besetzen. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt Gemeindeschreiber Daniel Peluso, dass die Gemeinde diese Ersatzwahl auf das eidgenössische Abstimmungswochenende vom 17.Mai gelegt hat, einen allfälligen zweiten Wahlgang auf den 28.Juni. Die Einreichefrist für Kandidaturen läuft indes bereits am 23.März ab.

Priska PeterSVP Münchwilen

Priska Peter
SVP Münchwilen

(Bild: ZVG)

Entsprechend umtriebig waren denn auch schon die Münchwiler Ortsparteien. «Ja, wir haben jemanden», sagt Priska Peter. Den Namen will die SVP-Präsidentin noch nicht verraten, ebenso wenig, ob es sich um eine Frau oder um einen Mann handelt. «Wir werden diese Person an unserer Mitgliederversammlung vom 11.März portieren.»

Nach Parteiaustritt nicht mehr im Gemeinderat

Mit dieser Kandidatur will die Münchwiler SVP erklärtermassen den Gemeinderatssitz zurückerobern, der ihr vergangenes Jahr mit dem Parteiaustritt von Susanne Falk abhandenkam. Ein Austritt, der auch die FDP umtreibt. Zwar hätten die Freisinnigen aufgrund Guido Grütters Rücktritt einen Sitz in der kommunalen Exekutive zu verteidigen. Doch Parteipräsident Roland Aeby beantwortet unsere diesbezügliche Frage mit einer Sportmetapher: «Wir stehen an der Seitenlinie.»

Susanne Falks Parteiaustritt sei im FDP-Vorstand schon vor Guido Grütters Rücktrittsankündigung Thema gewesen. «Wir haben die Frage damals eigentlich mehr theoretisch diskutiert», sagt Roland Aeby, «und sind dabei zum Schluss gekommen, dass wir bei einer allfälligen Vakanz der SVP den Vortritt lassen würden.» Es sei besser für die ganze Zusammenarbeit, wenn die Partei wieder eingebunden sei und so Informationen aus erster Hand erhalte.

Grüne treten auch nicht an

Gar nicht eingebunden ist hingegen nach wie vor Münchwilens jüngste Ortspartei, die Grünen. Noch im Dezember gab sich Vorstandsmitglied und Kantonsrat Toni Kappeler kämpferisch: «Es wäre eine verpasste Chance, würden wir nicht für den frei werdenden Sitz von Nadja Stricker antreten.»

Sibylle StörGrüne Münchwilen

Sibylle Stör
Grüne Münchwilen

(Bild: ZVG)

Nun aber sagt Parteipräsidentin Sibylle Stör: «Wir haben niemanden.» Dies sei aber auch nicht weiter tragisch. Einerseits befinde man sich noch im Aufbau der Ortspartei, zudem rechne man sich in einer «SVP-Gemeinde» keine allzu grossen Chancen in einer Ersatzwahl aus. «Wir konzentrieren uns lieber auf die Gesamterneuerungswahlen in drei Jahren.»

Die vierte Ortspartei in Münchwilen ist die CVP. Mit Enrico Kämpf stellen die Christdemokraten den Vize-Gemeindepräsidenten. Bezüglich Ersatzwahl hat die Partei also keinen Handlungsbedarf. Parteipräsident Karl Kappeler war für unsere Zeitung telefonisch nicht erreichbar.