Glosse

Suure Most in Egerkingen

Murgspritzer: Schloss Frauenfeld bleibt in Frauenfeld - und das Historische Museum Thurgau sowieso. Sonst könnte man es höchstens nach Mendrisio zügeln. Aber das wäre zum Lachen.

Mathias Frei
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Schloss Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Schloss Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Dankbarkeit ist ein Fremdwort für den Oberthurgau. Da dürfen Arbon und Romanshorn politisch durchdrehen, die einen wählen Stadträte ab, die anderen sogar Stadtpräsidenten. Halb Anarchie, halb liegt es wohl am Rausch des suuren Mostes. Klar, dass das wieder Puff gibt, keiner weiss mehr, wo vorne ist geschweige denn hinten. Es nützt ja nicht mal was, wenn dem Bordell gekündigt wird. Eine Abwahl wäre wohl noch die bessere Idee gewesen. So oder so: Am Schluss braucht’s wieder Entwicklungshilfe aus der Hauptstadt. Wir helfen ja gerne.

Mathias Frei, Redaktion Thurgauer Zeitung, Frauenfeld

Mathias Frei, Redaktion Thurgauer Zeitung, Frauenfeld

Aber eben: Undank ist der Welten Lohn. Gibt man dem Oberthurgau den kleinen Finger, nimmt er die ganze Hand – und greift zur nächsten Flasche Apfelwein. 150 Jahre Seelinie könnte man also auch in der Hauptstadt feiern, imfall. Aber nein, am See hinten soll auch mal was laufen. Man ist ja nicht so. Oder wie man so schön sagt: Wer kann, der kann. Haben ja sonst nichts dort hinten. Und dann sowas: Da erdreisten die sich doch glatt, fünf Standorte für ein Historisches Museum Thurgau zu präsentieren. In Romanshorn.

Da weiss man dann gar nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Irgendwie wird alles so surreal. Schlimmes Sodbrennen macht sich bemerkbar. Man denkt an Dielsdorf oder Naters oder sogar an Mendrisio. Aber der Oberthurgau? Der Oberthurgau? Und spätestens wenn einen das innere Auge nach Egerkingen führt, geht einem ein Licht auf: Das liegt doch sicher an der Erziehung. Dieser antiautoritäre Seich. Das hat man nun davon. Goperteckel.

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