Sturm auf Thurgauer Ausgleichskasse: 4000 Selbständigerwerbende beantragen während der Coronakrise Entschädigung

Die Massnahmen des Bundesrates zur Eindämmung des Coronavirus haben einen Sturm auf die Ausgleichskassen ausgelöst: Im Kanton Thurgau sind bis Ende April 8,3 Millionen Franken Corona-Erwerbsersatzentschädigungen ausbezahlt worden.

Stephanie Martina
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Das Sozialversicherungszentrum Thurgau in Frauenfeld.

Das Sozialversicherungszentrum Thurgau in Frauenfeld. 

Bild: Donato Caspari

(sda) Der Bundesrat hatte die Entschädigung für Selbständige am 20. März beschlossen. «Die Verunsicherung und die finanzielle Not waren deutlich spürbar», schrieb das Thurgauer Sozialversicherungszentrum (SVZ) am Mittwoch in einer Mitteilung. In den ersten Stunden sei der Ansturm so gross gewesen, dass die Anmeldeseite und die Telefonzentrale überlastet gewesen seien. Nach der Anpassung der Kapazitäten hätten am zweiten Tag alle Anrufe und Anfragen entgegengenommen werden können.

Bis Ende April sind im Kanton Thurgau mehr als 4300 Anmeldungen eingegangen und insgesamt 8,3 Millionen Franken Corona-Erwerbsersatzentschädigungen ausbezahlt worden. Über 4000 Selbständigerwerbende hätten als Grund für die Anmeldung «Schliessung des Betriebes aufgrund der Bundesmassnahmen» gemeldet, hiess es weiter. Rund 100 Personen haben einen Antrag wegen einer ärztlichen Quarantäne und rund 200 Personen einen wegen des Wegfalls der Fremdbetreuung gestellt.

Zahl der AHV-Bezüger stieg an

Das SVZ hat am Mittwoch zudem den Jahresbericht 2019 veröffentlicht. 2019 wurden insgesamt über 1,221 Milliarden Franken Leistungen ausbezahlt. Dies sind über 33 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Die Versicherungsbeiträge beliefen sich auf über 530 Millionen Franken - dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,3 Prozent. Die Zahl der AHV-Leistungsbezüger ist weiter angestiegen, die AHV-Ausgaben sind um 3,1 Prozent gewachsen. Die Ergänzungsleistungen (EL) weisen ebenfalls eine Kostenzunahme von 1,3 Prozent auf und lagen bei 118 Millionen Franken, wobei der Bund rund ein Drittel der Kosten trägt, wie das SVZ weiter mitteilte.

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