Stromversorgung
Erstmals den Krisenstab einberufen: Thurgauer Stromversorger hat ein facettenreiches Jahr hinter sich

Die EKT-Gruppe schliesst das Geschäftsjahr 2020 trotz der Coronapandemie mit 8,6 Millionen Franken Gewinn ab. Das Energie-, Daten- und Dienstleistungsunternehmen trimmt sich derweil weiter fit für die Herausforderungen der Zukunft.

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Die EKT-Gruppe ersetzt immer mehr Freileitungen durch Kabel im Boden.

Die EKT-Gruppe ersetzt immer mehr Freileitungen durch Kabel im Boden.

Bild: PD

(red) Trotz weltweiter Corona-Pandemie erzielte die EKT-Gruppe 2020 in den meisten Geschäftsbereichen ein positives Ergebnis. Der Generalversammlung vom Mittwoch konnte ein Unternehmensgewinn von 8,6 Millionen Franken vorgelegt werden; das entspricht 1,6 Millionen Franken mehr als budgetiert worden war. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf 6,3 Millionen Franken, wie das Stromversorgungsunternehmen mitteilte.

Bestehendes Pandemiekonzept aktiviert

Der Kernauftrag der EKT-Gruppe ist seit 1912 die Versorgung des Kantons Thurgau mit elektrischer Energie. Diesen hat die EKT in Partnerschaft mit rund 100 Energieversorgungsunternehmen (EVU) des Kantons wahrgenommen. Die Corona-Situation zwang die EKT-Führung zu einer aussergewöhnlichen Massnahme: Im Frühling 2020 musste zum ersten Mal in der 108-jährigen Geschichte des Unternehmens der Krisenstab einberufen werden. Dieser aktivierte das bereits bestehende Pandemiekonzept und setzte die behördlichen Vorgaben zum Schutz der Mitarbeitenden um. Zusätzlich wurden weitergehende Massnahmen ergriffen, um den Betrieb der besonders sensiblen Bereiche zu schützen und damit die Versorgung des Kantons mit elektrischer Energie sicherzustellen.

Freileitungen durch Kabel im Erdreich ersetzen

Neben der Energieversorgung hat die EKT weiter daran gearbeitet, Freileitungen abzubauen und die Kabel unterirdisch zu verlegen. So wurden im Jahr 2020 insgesamt 4,6 Millionen Franken in die Erneuerung der Thurgauer Netzinfrastruktur investiert, was nicht nur der Versorgungssicherheit, sondern auch dem Landschaftsschutz zugutekommt.

Mit der Energiewende verändern sich auch die Bedürfnisse. Auf das Geschäftsjahr 2020 hin hat die EKT ihre Konzernstrukturen entsprechend angepasst. Der am 1. Januar 2020 zusammengefasste Geschäftsbereich Produktion und Gebäude hat sich auf Photovoltaikanlagen, Speicherlösungen, E-Ladestationen und sogenannte Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) spezialisiert. Am 1. Januar 2020 ging auch der neu geschaffene Geschäftsbereich Digital Services an den Start, worin das Datacenter Thurgau, aber auch die Tätigkeitsfelder der Telekommunikation zusammengefasst sind.

Die EKT-Gruppe in Kürze

Die EKT-Gruppe stellt die Versorgung mit Energie und Daten im Thurgau sicher. Daneben betreibt sie ein kantonsweites Datenkommunikationsnetz sowie ein eigenes Datacenter in Frauenfeld. Zudem kauft und verkauft die EKT Strom in der ganzen Schweiz und setzt sich für eine nachhaltige Strom- und Wärmeerzeugung ein. Das Unternehmen, bestehend aus EKT Holding AG, EKT AG, EKT Energie AG, EPS Energie Pool Schweiz AG und Wärme Aadorf AG, beschäftigt rund 120 Mitarbeitende.