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Strom vom Mehrfamilienhaus

Bei der Stromproduktion können Nachbarn im Thurgau zusammenspannen. Diese Möglichkeit loten Fachleute anlässlich eines Podiums in Frauenfeld aus.
Christof Lampart
Mehrfamilienhäuser sind für den Eigenverbrauch von Solarstrom besonders geeignet. (Bild: Donato Caspari)

Mehrfamilienhäuser sind für den Eigenverbrauch von Solarstrom besonders geeignet. (Bild: Donato Caspari)

Eingeladen ins Bildungszentrum für Technik zum Thema Eigenverbrauchgemeinschaften (EVG) - Zusammenschluss Eigenverbrauch (ZEV) hatten diverse Energiefachleute. Doch was bedeutet diese Möglichkeit? Sie sind ein rechtskräftiger Zusammenschluss von mehreren Parteien (Eigentümern, Stockwerkeigentümern und/oder Mietern) in einem oder mehreren Gebäuden, die gemeinsam Solarstrom verbrauchen. Dieser muss auf demselben oder einem angrenzenden Areal produziert werden.

EVG/ZEV teilt sich einen Anschluss an das öffentliche Netz, aus dem sie zusätzlichen Strom bezieht oder in das sie überschüssigen Solarstrom einspeist. Dies führt dazu, dass der Areal- oder Gebäudeeigentümer zum Stromversorger seiner Mieter und Endbenutzer wird. Die Gebäudeverwaltung ist somit für das Management und die Abrechnungen innerhalb der EVG/ZEV verantwortlich. Wichtig ist dabei: Die Stromtarife, zu denen die Mieter / Endbenutzer den Solarstrom in der EVG/ZEV beziehen, dürfen den Tarif des öffentlichen Netzes nicht überschreiten.

«Der günstigste Strom kommt vom Dach»

Die Redner eines Podiums betonten die Vorteile von EVG/ZEV. So rechnete der Präsident der Energiegenossenschaft Roggwil, Bernhard Wälti, den Immobilienplanern, Architekten, Bauherren und Elektroplanern vor, dass «der günstigste Strom immer noch der ist, den man selbst produziert, da so die Durchleitungskosten wegfallen.» Urs Dünnenberger vom Solarstrom-Pool Thurgau sieht im Kanton viel Potenzial. «In dicht besiedelten Gebieten besteht ein Solarstrompotenzial von bis zu 30 Prozent.»

Die Teilnehmer des Podiums mit Energieminister Walter Schönholzer (Mitte). (Bild: Christof Lampart)

Die Teilnehmer des Podiums mit Energieminister Walter Schönholzer (Mitte). (Bild: Christof Lampart)

Und Christian Wolf von der MBRsolar AG aus Wängi erklärte, dass «Geld heute besser auf dem Dach als auf dem Konto angelegt ist.» Beat Pretali von den Technischen Betrieben Kreuzlingen findet ZEV gut, doch wusste er, dass noch nicht alles reibungslos läuft: «Wenn nicht alle Parteien im Gebäude mitmachen, ergeben sich schwierige Situationen, da bedarf es sicherlich noch eines besseren Feintunings.» Der Vizepräsident des Thurgauischen Baumeister-Verband, Christian Trachsel, verhehlte nicht, dass «wir Baumeister gerne den Strom auf dem Dach hätten. Ich sehe diesbezüglich vor allem auf den Werkhofflächen, auf den Büros und Werkhallen noch viel Potenzial.»

Walter Schönholzer: «Überall Widerstand»

Regierungsrat Walter Schönholzer begrüsst ZEV. «Energie- und Klimapolitik sind keine Modeerscheinungen, sondern ganz einfach die grossen Herausforderungen unserer Zeit.» Die Energiewende 2050 könne nur gelingen, wenn sich alle an der Bereitstellung der erneuerbaren Energiequellen beteilige – was jedoch nicht der Fall sei: «Ich habe oft das Gefühl, dass viele Leute meinen, es reiche einfach, gegen Atomstrom zu sein. Dass der Strom aber so produziert werden muss, dass er ständig verfügbar ist, scheint vielen nicht bewusst zu sein.»

Er nahm die Umweltschutzorganisationen in die Pflicht. Für ihn sei es wichtig, dass eine regionale Wertschöpfung durch die weitgehende Nutzung der eigenen Produktions- und Effizienzpotenziale erzielt werden könne. «Doch überall – egal ob Wind, Wasser oder Geothermie – kämpfen wir gegen Widerstand.» Dass auch Umweltverbände mitmachen, verstehe er «nicht ganz.»

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