Strassenbau

Geplantes Grossprojekt an der Hemishoferbrücke bei Wagenhausen, mit Verkehrsbehinderungen bis Ende 2022

4,5 Millionen Franken investieren die Kantone Thurgau und Schaffhausen in die Hemishoferbrücke über den Rhein. Den Unterhalt regelt ein Vertrag aus dem Jahr 1980.

Samuel Koch
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Die Hemishoferbrücke führt von Wagenhausen nach Hemishofen.

Die Hemishoferbrücke führt von Wagenhausen nach Hemishofen.

Bild: Kevin Roth

Über eine Länge von rund 400 Metern spannt sich die Hemishoferbrücke über den Rhein und verbindet das thurgauische Wagenhausen mit dem schaffhausischen Hemishofen. Über die Brücke in zirka 25 Meter Höhe über dem Wasser rollen täglich bis zu 7500 Fahrzeuge, wenn es nach der Statistik des Thurgauer Tiefbauamtes geht. Denn die Hauptverkehrsachse verbindet den Thurgau und das Weinland mit dem deutschen Hegau, grossräumig gar die Städte Frauenfeld und Winterthur mit Singen.

Für die bevorstehenden Bauarbeiten an der Hemishoferbrücke zeichnet das Thurgauer Tiefbauamt verantwortlich, was auf einem Unterhaltsvertrag von 1980 zwischen den Kantonen Thurgau und Schaffhausen fusst. Mario Töngi, Brückeningenieur beim kantonalen Tiefbauamt, sagt:

Mario Töngi, Brückeningenieur beim Thurgauer Tiefbauamt.

Mario Töngi, Brückeningenieur beim Thurgauer Tiefbauamt.

Bild: Mario Testa
«Der Vertrag regelt, wer fürs Operative, also für den Unterhalt zuständig ist.»

Ebenso wie die Arbeiten teilen sich die Nachbarkantone auch die Kosten von insgesamt 4,5 Millionen Franken. Für 1,65 Millionen Franken hat der Thurgauer Regierungsrat erst kürzlich die Arbeiten an die Firma Cellere Bau AG in Amriswil übergeben. Mittlerweile ist die Arbeitsvergabe nach abgelaufener Rekursfrist in Rechtskraft erwachsen.

Mehr Platz für Geh- und Radweg

Bei der Hemishoferbrücke handelt es sich zwar um ein grosses Projekt, wie Töngi sagt. Die Massnahmen während der rund zweijährigen Bauphase ab Montag, 1. Februar, bezeichnet er aber als überschaubar.

Im Fokus der Arbeiten, die stets unter fliessendem Verkehr ausgeführt werden, steht die Erneuerung des Strassenraums, wie Ingenieure zu sagen pflegen. «Die Fahrbahnplatte sowie die Brüstungsmauern werden vollflächig reprofiliert, und die Fahrbahnübergänge, Abdichtungen, Randabschlüsse und Beläge werden ersetzt», heisst es dazu in einer interkantonalen Medienmitteilung vom Mittwoch. Töngi ergänzt:

«Den Geh- sowie Radweg verbreitern wir, damit diese auf den Auffahrtsseiten besser an die Brücke angebunden sind.»

Ausserdem sollen die Instandstellungsarbeiten den Lärmschutz verbessern.

Brücke bleibt stets einspurig befahrbar

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Oktober 2022, wobei zunächst die Thurgauer Seite der Brücke saniert wird. «Einspurig bleibt sie während der ganzen Bauzeit offen», sagt Töngi. Der Verkehr werde mit einer Lichtsignalanlage geführt. Für Fussgänger und Velofahrer stünde zudem ein Gehweg zur Verfügung, der jedoch zwischenzeitlich kleinere Gefahrenstellen aufweisen könnte.

Geht dieses Jahr alles nach Plan, wechseln die Strassenbauarbeiter danach die Seite und sanieren im 2022 den Schaffhauser Abschnitt. Die betroffene Thurgauer Gemeinde Wagenhausen ist bei den Arbeiten nicht direkt involviert. Töngi sagt: «Denn bei der Verkehrsachse handelt es sich um eine Ausserortsstrasse.»

Defizit im Budget 2021 vergrössert sich

«Der Souverän hat entschieden.» So resümiert Roland Tuchschmid, Gemeindepräsident von Wagenhausen, das Nein an der Urne zum Geschäft über die jährliche Verzinsung für das Investitionskapital des Elektrizitätswerks (151 Ja, 162 Nein). Aber was bedeutet das fürs hingegen klar bewilligte Budget 2021? «Das heisst, dass sich das Defizit um 150'000 Franken verschlechtert», klärt Tuchschmid auf. Damit rechnet die Gemeinde am Rhein fürs 2021 neuerdings mit einem Verlust von rund 412'000 Franken. Obwohl es nach dem Nein (wegen bloss einer Stimme Unterschied) zur beantragten Steuerfusserhöhung um fünf Prozentpunkte an der Gemeindeversammlung vom November 2019 bereits die zweite finanzpolitische Niederlage in Folge ist, sei das vom Stimmvolk korrigierte Budget dank einem Eigenkapital von rund 6 Millionen Franken zu verkraften, meint Tuchschmid. (sko)