Strassenbau
Erneute Bauarbeiten in Wagenhausen: Betonproben sind zerbröselt

Bis zum 13. Oktober ist die Durchfahrt durch Wagenhausen wieder erschwert. Bei Qualitätskontrollen hat sich herausgestellt, dass der Beton bei den Randabschlüssen nicht die erforderliche Druckfestigkeit aufweist. Nun muss der Unternehmer Verbesserungen vornehmen und auch für diese aufkommen.

Janine Bollhalder
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Die Randabschlüsse der Wagenhausener Hauptstrasse genügt nicht den Qualitätsanforderungen.

Die Randabschlüsse der Wagenhausener Hauptstrasse genügt nicht den Qualitätsanforderungen.

Bild: Bruno Kissling

Auf der Hauptstrasse Wagenhausens finden wieder Bauarbeiten statt, kurz nachdem die Baumaschinen und -arbeiter abgerückt sind. Grund dafür: die unzureichende Qualität der Randabschlüsse. Nach rund zwei Jahren Bauarbeiten kommen also nochmals fast zwei Monate dazu. Bis zum 13. Oktober sollten die Ausbesserungen fertig sein.

Am 19. August 2019 haben die Bauarbeiten auf der H13 begonnen. Betroffen war die 1,3 Kilometer lange Strecke ab der östlichen Ortseinfahrt von Stein am Rhein bis zum westlichen Dorfausgang beim Camping. Vor dem geplanten Deckbelagseinbau hat das kantonale Tiefbauamt Qualitätskontrollen vorgenommen, wie auf der Gemeindewebsite zu lesen ist. Dabei sind nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt worden.

Betonproben entsprechen nicht den Qualitätsanforderungen

Rolf Stuhlmann, Projektleiter Abteilung Strassenbau des Tiefbauamts Thurgau.

Rolf Stuhlmann, Projektleiter Abteilung Strassenbau des Tiefbauamts Thurgau.

Bild: PD

Zur Kontrolle der Druckfestigkeit des Betons wurden Bohrkerne des Fundamentbetons entnommen. «Diese werden im Labor grossem Druck ausgesetzt», erklärt Rolf Stuhlmann, Projektleiter der Abteilung Strassenbau des kantonalen Tiefbauamts, auf Nachfrage. Zerbröseln die Bohrkerne, wie es bei den Proben aus Wagenhausen der Fall war, hat der Beton nicht die erforderliche Druckfestigkeit erreicht.

Von blossem Auge ist die Qualitätseinbusse nicht zu sehen. Wie Stuhlmann sagt, zeigt sich die fehlende Druckfestigkeit erst über längere Zeit. Folgen sind eine verminderte Lebensdauer der Strasse sowie, dass die Randsteine sich im Laufe der Zeit lösen. Dies hat zur Folge, dass Risse im Beton entstehen, wodurch die Frostgefahr bei kalten Temperaturen steigt. Was die Qualitätseinbussen verursacht hat, kann Stuhlmann nicht sagen. «Es gibt verschiedene Gründe», sagt er. Die genaue Ursache sei in diesem Fall seitens des kantonalen Tiefbauamts nicht erforscht worden.

«Eine unerfreute Sache für alle»

Roland Tuchschmid, Gemeindepräsident Wagenhausen.

Roland Tuchschmid, Gemeindepräsident Wagenhausen.

Bild: PD

Gemeindepräsident Roland Tuchschmid bezeichnet die erneuten Bauarbeiten als eine unerfreute Sache für alle. «Es ist eine unschöne Situation für die Anwohner, sie sind wieder Emissionen ausgesetzt», sagt er und fügt an: «Es ist schade, wenn so etwas passiert.» Doch nun sei es halt so. Zusätzliche Kosten fallen jedoch weder für die Gemeinde noch für das kantonale Tiefbauamt an. Da mit dem ausführenden Unternehmer ein Werkvertrag abgeschlossen wurde, muss dieser für die Ausbesserung der Randabschlüsse aufkommen. Die Kosten für das gesamte Projekt der Strassensanierung beläuft sich auf 3,9 Millionen Franken.

Ab dem 24. August wird der Verkehr mittels einer Lichtsignalanlage einseitig an den Stellen vorbeigeführt, wo Bauarbeiten stattfinden. Zufahrten zu privaten Liegenschaften sind gewährleistet, allerdings kann es durchaus Erschwernisse geben. Der Einbau des Deckbelages wird auf den Frühsommer 2022 verschoben. Doch Stuhlmann sagt: «Wenn die Strasse nach den Verbesserungsarbeiten den Qualitätsansprüchen genügt, kann es bis zu 50 Jahre dauern, bis wieder eine so grosse umfassende Sanierung ansteht.»