STRASSEN- UND TIEFBAU
Zwei spezielle Frauenfelder Baustellen: Auf der Talstrasse und am Stadtbach ist man in Zukunft sicher vor Autos und Hochwasser

An zwei Orten in Frauenfeld verbaut die Stadt bis Ende Jahr 2,8 Millionen Franken. An der Talstrasse findet eine Strassenraumumgestaltung statt. Derweil steht auf Höhe General-Weber-Strasse die nächste Massnahmenetappe an, um den Stadtbach hochwassersicher zu machen. Eine Besichtigung mit Stadtingenieur Thomas Müller.

Mathias Frei
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Frauenfelds Stadtingenieur Thomas Müller auf der Talstrasse zwischen Höhenweg und Lüdem, wo aktuell eine Baustelle ist, bei welcher der Strassenraum zu Gunsten der Fussgängersicherheit umgestaltet wird.

Frauenfelds Stadtingenieur Thomas Müller auf der Talstrasse zwischen Höhenweg und Lüdem, wo aktuell eine Baustelle ist, bei welcher der Strassenraum zu Gunsten der Fussgängersicherheit umgestaltet wird.

Bild: Donato Caspari

Es ist nicht nur orthografisch richtig, dass das städtische Amt für Tiefbau und Verkehr Fussgängersicherheit gross schreibt. Eine dafür exemplarische Baustelle ist derzeit an der Talstrasse zwischen Bahnübergang der Frauenfeld-Wil-Bahn im Lüdem und der Kreuzung Höhenweg. Stadtingenieur Thomas Müller erklärt die Pläne:

«Auf insgesamt 450 Metern sanieren wir die Strasse unter dem Aspekt der Fussgängersicherheit.»
Die Talstrasse im heutigen Zustand.

Die Talstrasse im heutigen Zustand.

Bild: Donato Caspari

Seit Mitte März und voraussichtlich noch bis in den November laufen die Arbeiten vor Ort. Neu gibt es durchgängig ein Trottoir auf der «Bergseite» der Strasse. Das bedingt eine Strassenraumumgestaltung. «Neu werden wir hier ein anderthalb Meter breites Trottoir haben, daneben mit einem kleinen Niveauunterschied die 3,5 Meter breite Fahrbahn.» Das Trottoir wird bei unübersichtlichen Stellen durch Pfosten von der Fahrbahn abgetrennt. Müller erklärt: «Denn die Talstrasse ist nicht zuletzt auch ein Schulweg.» Eine ähnliche Strassenraumumgestaltung hat an der Schlossmühlestrasse stattgefunden. Auch dort ist die Fahrbahn stellenweise zu schmal, dass zwei Fahrzeuge kreuzen können. Deshalb ist ein Ausweichen aufs Trottoir erlaubt.

«Fussgänger haben aber auf dem Trottoir jederzeit Vortritt.»

Sanierte Talstrasse soll keine neue Abkürzung werden

Blick auf die Baustelle an der Talstrasse.

Blick auf die Baustelle an der Talstrasse.

Bild: Donato Caspari

Die heutige Talstrasse im Baustellenabschnitt ist zwischen vier und viereinhalb Meter breit. Man wolle die Strasse bewusst nicht so ausbauen, dass sie zu einer attraktiven Ausweichstrecke Richtung Spital werde. Wie der Stadtingenieur erklärt, finde praktisch ein Vollausbau der Strasse statt. So gibt es auch endlich einen Randabschluss. Aktuell bricht die Strasse am Rand stellenweise aus. Thurplus erneuert im gleichen Zug in diesem Bereich die Entwässerung und die öffentliche Beleuchtung. Zudem wird ein Druckreduzierschacht erstellt, um zwei Wasserdruckzonen zusammenhängen zu können. Insgesamt sind für den Strassenbau und die Werkarbeiten 1,1 Millionen Franken budgetiert.

Eine andere Baustelle ist seit etwa zwei Wochen auf der General-Weber-Strasse im Abschnitt zwischen Brotegg- und Neuhauserstrasse. Das Amt für Tiefbau und Verkehr rechnet Ende Dezember mit dem Abschluss der Arbeiten. Bis dann werden vor Ort insgesamt 1,7 Millionen Franken verbaut sein. Nebst dem Strassenbau (430 Meter) nimmt Thurplus wie üblich auch die Gelegenheit wahr, Werkleitungen zu erneuern. In diesem Fall ist es das Elektrische. Zudem gibt es eine neue Entwässerung und fürs Wasser neue Hausanschlüsse.

Der eingedolte Stadtbach bei der General-Weber-Strasse: links das bestehende Rohr, rechts der neue Bypass.

Der eingedolte Stadtbach bei der General-Weber-Strasse: links das bestehende Rohr, rechts der neue Bypass.

Bild: Donato Caspari

Viel interessanter sind bei dieser Baustelle aber die Hochwasserschutzmassnahmen für den Stadtbach. Das heftige Unwetter von Juni 2018 ist noch in schlechter Erinnerung. Damals wurde die Reutenenturnhalle durch den Stadtbach überflutet. Und er richtete auch im Feuerwehrdepot Schäden an. Die Stadt arbeitet bereits seit 2016 an einem Gesamtkonzept für den Stadtbach. Der Überlauf, ein sogenannter Bypass, ist eine weitere Massnahme – nachdem bereits 2019 eine neue Entlastungsleitung kurz vor der Murg erstellt worden war. Thomas Müller sagt:

«Die bestehende Eindolung auf Höhe General-Weber-Strasse ist sicher schon 50 Jahre alt, aber baulich noch in gutem Zustand.»
In einem Schacht kurz nach dem Beginn der Eindolung beginnt der Stadtbach-Bypass.

In einem Schacht kurz nach dem Beginn der Eindolung beginnt der Stadtbach-Bypass.

Bild: Donato Caspari

Deshalb hat man sich für eine neue Entlastungsleitung entschieden. Der Bypass ist 42 Meter lang und hat 900 Millimeter Durchmesser, das bestehende Bachrohr ist 1200 Millimeter im Durchmesser. Die Entlastung ist für ein sogenanntes hundertjähriges Hochwasser ausgelegt. Wenn nun viel Regen fällt und der Stadtbachpegel ansteigt, kann das Wasser am Beginn des Bypasses in einem über viereinhalb Meter tiefen Schacht ansteigen und dann über die Entlastung, die an dieser Stelle zwei Meter höher liegt, abfliessen. Unmittelbar nach dem Bypass ist das offene Bachbett dann wieder gross genug, um grössere Wassermengen aufnehmen zu können. Im Gegensatz dazu braucht es oberhalb der General-Weber-Strasse eine komplett neue Eindolung für den Stadtbach. Dort wird während den Bauarbeiten dann auch ein provisorischer Bachlauf erstellt.

Infos für Anwohner und Interessierte: frauenfeld.ch/baustellen