Strapazierte Geduldsfäden an der Lommiser Gemeindeversammlung

Die Lommiser Stimmbürger genehmigen eine Senkung und eine Erhöhung des Steuerfusses. In der allgemeinen Umfrage tauchten zudem einige Fragen auf.

Roman Scherrer
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Der Lommiser Gemeindepräsident Fritz Locher wurde an der Gemeindeversammlung mit einigen Fragen konfrontiert.

Der Lommiser Gemeindepräsident Fritz Locher wurde an der Gemeindeversammlung mit einigen Fragen konfrontiert.

Roman Scherrer

«Vorwärts machen». Dieser Appell an den Gemeinderat schien einigen der 98 Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Lommis auf der Zunge zu liegen. Eine Votantin sprach ihn auch aus. Sie wollte von der Behörde wissen, ob denn nun endlich ein Verkehrsspiegel an der Kreuzung Storchenackerstrasse/Banneggstrasse platziert werden könne. Gemeindepräsident Fritz Locher antwortete:

«Das kantonale Tiefbauamt will den Spiegel partout nicht bewilligen.»

«Laut dem Tiefbauamt könnte man aber die Polizei beauftragen, die Situation unter die Lupe zu nehmen und den Spiegel zu beantragen», entgegnete die Votantin. Fritz Locher versprach, man werde es nun auf diesem Weg versuchen.

In der allgemeinen Umfrage offenbarten auch weitere Stimmbürger in der Lommiser Mehrzweckhalle einen strapazieren Geduldsfaden. «Ich wehre mich gegen den Lastwagenverkehr auf der Storchenackerstrasse, seit sechs Jahren diskutieren wir darüber», sagte einer. Man sei auch damit schon ans kantonale Tiefbauamt gelangt, das sich aber wieder zurückgezogen habe, erklärte Locher.

Einmal mehr an einer Lommiser Gemeindeversammlung war auch die Grüngutentsorgung Thema. Der Gemeinderat suche noch immer nach einem geeigneten Platz für eine Deponie. «Vielleicht finden wir im Rahmen der Ortsplanungsrevision eine Ecke», sagte Locher.

Zwei Kreditanträge genehmigt

Die traktandierten Geschäfte rückten durch diese Diskussionen eher in den Hintergrund. Etwa die Kreditanträge für die Sanierung der Bucheggstrasse (400'000 Franken) und für den Neubau der Trafostation Lommis West (240'000 Franken), welche die Stimmbürger einstimmig guthiessen.

Ebenso deutlich fiel das Verdikt zum Budget 2020 aus. Dieses sieht bei Einnahmen von 1.3 Millionen Franken einen Verlust von rund 38'000 Franken vor. Etwas zu reden gab die Steuerfusssenkung um vier Prozentpunkte auf neu 45 Prozent. «Gibt es eine Strategie dahinter?», wollte ein Stimmbürger wissen. Aufgrund der positiven Abschlüsse der vergangenen Jahre habe die Rechnungsprüfungskommission dem Gemeinderat die Steuerfusssenkung nahegelegt, erklärte Fritz Locher. Der Souverän akzeptierte den Antrag schliesslich bei nur einer Enthaltung und einer Nein-Stimme.

In die andere Richtung ging es mit dem Steuerfuss der Primarschulgemeinde. Mit 76 Ja- und 17 Nein-Stimmen genehmigten die verbliebenen 96 Stimmbürger eine Erhöhung um fünf Prozentpunkte auf neu 67 Prozent. Diese werde vor allem wegen des revidierten Beitragsgesetzes nötig, für die Lommiser Steuerzahler bedeute es aber eine Nullrunde, wie Schulpräsident Peter Haas erläuterte:

Peter HaasPrimarschulpräsident Lommis

Peter Haas
Primarschulpräsident Lommis

«Die Sekundarschulgemeinde Affeltrangen wird den Steuerfuss nämlich im gleichen Umfang senken können.»

Nur eine Gegenstimme erhielt das Zwei-Millionen-Budget, welches mit einem Defizit von 6700 Franken rechnet.

Schulbehördenmitglied Nicole Berg und Gemeinderat Josef Schönenberger erläuterten den Stand der Planungen zur Sanierung der Mehrzweckhalle und des Schulhauses. Ein Neubau der Mehrzweckhalle sei finanziell nicht möglich, sagte Schönenberger. Detaillierte Sanierungspläne und Zahlen wolle man an einer Infoveranstaltung am 20. April 2020 vorstellen.