«Strahlung betrifft auch Tiere»: Münchwiler sammeln Unterschriften gegen zwei 5G-Antennen

In Münchwilen formiert sich Widerstand gegen die Aufrüstung im Mobilfunknetz. Zu diesem Thema hat im Bezirkshauptort das Aktionskomitee 5G der Grünen Thurgau eingeladen.

Christoph Heer
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Stefan Zbornik und Erich Stör informieren.

Stefan Zbornik und Erich Stör informieren.

(Bild: Christoph Heer)

Die einen spüren es am eigenen Leib, andere können die Thematik nicht immer ganz ernst nehmen. Die Rede ist vom Gesundheitsrisiko betreffend durch die aktuelle Mobilfunknetz-Aufrüstung zu 5G. In Münchwilen regt sich Widerstand gegen zwei Baueingaben von Mobilfunkmasten.

Rund 80 Interessierte – nicht nur aus der eigenen Gemeinde – versammeln sich am Dienstagabend in der Aula des Schulhauses Kastanienhof. Zum Thema «Mobilfunknetz und -anlagen» hat das Aktionskomitee 5G der Grünen Thurgau eingeladen.

Die Zahl der Besucher sei eine äusserst zufriedenstellende Resonanz, freuen sich Erich Stör als Oberhaupt des Aktionskomitees und Stefan Zbornik, Mobilfunkexperte und Mitglied des Vereins Strahlungsfreies Kreuzlingen. Zbornik erklärt im Laufe des Abends, was passieren kann, wenn jemand auf die Strahlungen reagiert:

«Es betrifft natürlich nicht nur den Menschen. Auch Tiere und Umwelt werden belastet.»

Zbornik zeigt auf, welche Gefahren Funkstrahlung mit sich bringen könne: «Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen, Stress, Gereiztheit und vieles mehr. Ich weiss von einer Person, die rote Punkte auf der Kopfhaut kriegt, wenn sie sich eine halbe Stunde im WLAN aufhält.»

Wie sich ein 5G-Mobilfunknetz auf die Gesundheit auswirkt, kann noch nicht abschliessend festgelegt werden. Fakt sei, dass hinter 5G ein völlig neues Netzwerk und eine ganz andere Infrastruktur stecken. Laut Zbornik wird das oft geleugnet:

«Wir dürfen die neuen Technologien auf keinen Fall verteufeln. Aber es gilt auch, dass vorbeugen besser ist als heilen.»

Als Beispiel für ein gelungenes Vorsorgeprinzip zog Stefan Zbornik die Cholera-Epidemie 1854 in London heran. «Schon damals hat man mit mutigen Entscheidungen dafür gesorgt, dass sich die Epidemie eindämmen lässt.»

Vonseiten der Politik und einer Interessen-Lobby werde zu viel dafür unternommen, dass man der Funkstrahlung den Folgen nicht genauer auf den Grund gehen kann. «Oft gehörte Aussagen wie ‹es ist nichts bewiesen› oder ‹es ist noch vieles unklar› sind Schutzbehauptungen von Behörden und der Industrie, mit dem Ziel, keine vorsorglichen Massnahmen ergreifen zu müssen», sagt Zbornik.

Unterschriftensammlung läuft

Noch am gleichen Abend werden Dutzende Unterschriften gesammelt. Diese werden voraussichtlich am kommenden Montag in der Gemeindeverwaltung der Behörde abgegeben. Betreffen wird es die Baueingabe zweier Mobilfunkantennen in St.Margrethen, auf der Tüllindustrie und in Münchwilen, auf dem Schützenhaus.

Anhand dessen, dass in der Thematik doch vieles noch nicht belegbar gemacht worden ist, meldet sich eine Teilnehmerin und fragt energisch, wo man unterschreiben kann. «Ich habe so viele Informationen bekommen heute Abend, jetzt will ich unterschreiben.» Sie und ihre Familie seien keine Laborratten und Versuchskaninchen. «Und es kann nicht sein, dass es in 40 Jahren heisst, hätten wir uns doch damals gegen die Antennen gewehrt.»