Stolz und Steuerfuss - eine Lommiser Geschichte

Die Lommiser gehen Dinge gerne pragmatisch an - selbst wenn sich die Fenster ihrer Mehrzweckhalle nicht mehr öffnen lassen.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne(Bild: Peter Pfistner)

Olaf Kühne
(Bild: Peter Pfistner)

Der Lommiser Pragmatismus ist sprichwörtlich. Gut, die Gemeinde kann sich auch entspannt zurücklehnen. Andere mögen Autobahneinfahrten, direkte S-Bahn-
Verbindungen nach Zürich oder ein Energiestadt-Label haben. Aber ein eigener Flugplatz toppt halt nun mal alles andere.

Kein Alleinstellungsmerkmal der Lauchentaler Gemeinde 
ist hingegen ihre Mehrzweckhalle. So was haben andere Gemeinden auch. Sirnach sogar mit amtlichem Denkmalpflege-Siegel. Aadorf weniger schmuck, dafür mit integriertem Gemeindehaus.

Hingegen wagen wir an dieser Stelle die Behauptung, dass andernorts der Umstand, dass sich die Fenster einer wichtigen kommunalen Einrichtung nicht mehr öffnen lassen, längst zu Panikreaktionen geführt hätte. Sonderprojektgruppen, Unterschriftensammlungen und weiss der Geier was sonst noch.

Klar, auch Lommis hat jetzt eine «vorberatende Baukommission». Die Fenster lassen sich aber schon ein ganzes Weilchen nicht mehr öffnen. Licht kam direkt durchs Fensterglas rein, frische Luft wenigstens durch die offene Türe. Ging also irgendwie schon. Dennoch sucht man jetzt die Lösung, die den tiefen Steuerfuss nicht gefährdet. Auf den ist man in Lommis nämlich mindestens so stolz wie auf den Flugplatz.