Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Störche sind eigenwillig», sagt ein Vogelexperte zur Nestwahl

Neun von zehn Storchenpaare zieht es im Winter nicht in den Süden. Vogelexperte Ronald Moinat weiss, wie heikel die Vögel sind.
Interview: Dinah Hauser
Ronald Moinat, Obmann der Egnacher Vogelschutzgruppe. (Bild: PD)

Ronald Moinat, Obmann der
Egnacher Vogelschutzgruppe. (Bild: PD)

Welche Störche bleiben hier?

Ronald Moinat: Meines Wissens haben die Störche, die hier ­aufgezogen worden sind, den Trieb zum Ziehen verloren. Seit den 60er Jahren gab es immer wieder Zuchtprogramme für eine Wiederansiedlung der ­Störche in der Schweiz. Interessant ist, dass die Jungen der nicht ziehenden Störche trotzdem ­wegfliegen. Es liegt ihnen in den Genen.

Wie kann man Störche unterstützen?

Privatpersonen rate ich ab, Störche zu füttern. Dies sollte man Fachkundigen überlassen. Die Tiere werden nur im Notfall nach einer langen Kälteperiode gefüttert. Ansonsten kann man etwas beitragen, indem man beispielsweise Plattformen zu Verfügung stellt. Vor einigen Jahren hat eine Privatperson seine Pappel geschnitten. Diese war dann eine ideale Nistgelegenheit für ein Storchenpaar.

Wie soll man sich verhalten, wenn auf dem eigenen Dach oder in der Umgebung Störche nisten?

Speziell verhalten muss man sich nicht. Aber die Störche klappern halt und sie koten aufs Dach. Teilweise gehen Störche auch nah an Häuser heran. Da ist es besser Abstand zu halten, um sie nicht zu vertreiben.

Dürfen die Störche auf der Egnacher Luxburg bleiben?

Das Storchenpaar hatte letztes Jahr dort schon Junge grossgezogen. Meines Wissens hat sich bisher noch niemand beschwert.

Wie ist das Paar auf das Schloss gekommen?

Beim Sturm Burglind Anfang Januar 2018 wurde ihr Horst zerstört. Das Storchenpaar suchte daraufhin verzweifelt nach einem Nistplatz. Sie haben es auf Baukranen, Telefonantennen und in Privatgärten versucht. Ich weiss von einer Person, die die Störche mit Tennisbällen bewarf, damit diese nicht im Garten nisten. Plötzlich war das Storchenpaar dann auf dem Dach der Luxburg, obwohl wir ganz in der Nähe einen Horst aufgestellt hatten. Störche sind bei der Nestsuche eben sehr heikel und eigenwillig.

Wie verlaufen die Kämpfe um einen Nistplatz?

Teilweise kämpfen vier bis sechs Störche um den Platz. Dabei gehen sie auch rabiat vor. Es ist vorgekommen, dass ein Storch in einen Baum gestürzt und gestorben ist. Da muss man sich dann fragen, ob es sinnvoll ist, mit Nisthilfen mehr Störche anzulocken. Manchmal ist das Futterangebot im intensiv bewirtschafteten Oberthurgau knapp.

Nun kommt ein Kälteeinbruch. Ist dieser gefährlich für die Störche?

Für die Altvögel ist die Kälte kein Problem, solange der Boden nicht über mehrere Wochen gefroren ist. Auch für die abgelegten Eier ist die Kälte kein Problem. Sie werden von den Eltern gut geschützt. Einzig bei der Aufzucht, kann sich die Kälte negativ auswirken, wenn die Eltern auf Futtersuche sind und die Jungvögel nass werden. Vor vier Jahren ist genau dieses Szenario eingetroffen und 80 Prozent der Jungen starb innert weniger Tage.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.