Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Sterben im Thurgau: Meist steht eine Herz-Kreislauf-Schwäche dahinter

Die weitaus häufigsten Todesursachen sind Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs. Die Anteile haben sich jedoch in den letzten zwanzig Jahren verschoben. Ein Herzinfarkt bedeutet nicht mehr automatisch das Ende.
Thomas Wunderlin
Der Thurgauer Kantonsarzt Olivier Kappeler. (Bild: Andrea Stalder)

Der Thurgauer Kantonsarzt Olivier Kappeler. (Bild: Andrea Stalder)

Der Mensch ist immer noch sterblich, jedoch ändern sich die Todesursachen. Das zeigen die neuesten verfügbaren Daten der Thurgauer Dienststelle für Statistik. Der Anteil der Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems als Todesursache ist von 1997 bis 2016 von 45 auf 35 Prozent gesunken.

«Vor zwanzig Jahren starb ein Fünfzig- bis Sechzigjähriger an einem Herzinfarkt», sagt Kantonsarzt Olivier Kappeler. Eine Vielzahl von Faktoren habe dazu beigetragen, dass die Bevölkerung nicht mehr verfrüht an Herz-Kreislauf-Krankheiten sterbe.

Blutdruck wird besser eingestellt

Dazu zählt Kappeler die Verbesserungen in der Erkennung von Risikofaktoren, in der Prävention und in der Therapie. «Wir bewegen uns wieder vermehrt, der Blutdruck ist besser eingestellt, neue Gruppen von Medikamenten und Therapien sind dazu gekommen.»

Auch Massnahmen zur Senkung des Körpergewichts seien erfolgreich. Das kantonale Aktionsprogramm «Thurgau bewegt» trägt dazu bei. Die Ausbildung von Laienhelfern ist verbessert worden. «Wir sind auch dabei, ein Netz von First Respondern aufzubauen.» Die an vielen Orten verfügbaren Defibrillatoren ermöglichen es, dass ein stillstehendes Herz wieder schlägt.

Mit dem Alter kommen die Tumore

Von 1997 bis 2016 ist die Kantonsbevölkerung von 227000 auf 270000 gewachsen, die Zahl der Todesfälle von 1835 auf 1968. Zugenommen haben in dieser Zeit andere Todesursachen. «Früher starb man eher an einem Herz-Kreislauf-Leiden», sagt Kappeler, «heute werden wir älter; damit steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor oder einer Demenz zu erkranken.»

Laut Statistik ist der Anteil von Krebs von 22 auf 28 Prozent gestiegen, jener von Demenz von 2 auf 6 Prozent. Krankheiten des Atmungssystems liegen unverändert bei rund 6 Prozent der Todesursachen.

Im mittleren Alter stirbt man an Krebs

Herz-Kreislauf-Schwächen führen trotz allem zum Tod, doch lässt er länger auf sich warten. Ab 65 Jahren sind sie mit 30,7 Prozent die häufigste Todesursache. Ab 85 Jahren ist eine Herz-Kreislauf-Schwäche in 45 Prozent der Fälle die Todesursache. Im mittleren Alter – zwischen 45 und 64 Jahren – ist hingegen Krebs für 45 Prozent der Todesfälle verantwortlich.

Bei den unter 45-jährigen Thurgauern sind Unfälle und Gewalt mit 35 Prozent die häufigste Todesursache, gefolgt von Krebs mit 30 Prozent. Doch so jung sterben nur noch wenige. Mehr als 4 von 5 Verstorbenen waren 2016 über 65 Jahre alt.

Selbstmord bleibt bei zwei Prozent

1997 handelte es sich bei 2,4 Prozent oder 44 von 1835 Todesfällen im Thurgau um Selbstmord. Der Anteil schwankt über die Jahre ohne Tendenz. 2016 lag er bei 2,08 Prozent oder 41 von 1968 Todesfällen. Die Zahlen stammen von der Dienststelle für Statistik, die sich auf das Bundesamt für Statistik bezieht.

Sterbehilfe wird nicht in dieser Kategorie gezählt, sondern bei dem Leiden, das den Sterbewunsch auslöst. Gemäss Zahlen der Staatsanwaltschaft gab es 2017 im Thurgau 31 Fälle von Sterbehilfe. 2010 waren es 6 Fälle, 2016 schon 22. Die Tendenz ist klar steigend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.