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Steht die mündliche Prüfung auf der Kippe? Thurgauer Lehrer diskutieren Aufnahmeverfahren für die Kanti

Nächste Woche diskutieren Sekundarlehrpersonen, ob und wie die Aufnahmeprüfungen an die Mittelschulen angepasst werden sollen. Eine Möglichkeit wäre die Berücksichtigung der Seknoten.
Larissa Flammer
Ein Mädchen lernt für eine Prüfung. (Gaetan Bally/KEY)

Ein Mädchen lernt für eine Prüfung. (Gaetan Bally/KEY)

Die mündliche Prüfung im Aufnahmeverfahren für eine Kantonsschule steht zur Diskussion. Ursprünglich war sogar geplant, sie als Massnahme des kantonalen Sparprogramms «Haushaltsgleichgewicht 2020» abzuschaffen. Davon hatte die Thurgauer Regierung wieder Abstand genommen. Das Thema sollte aber ausserhalb der Sparübung vertieft und aus pädagogischer Sicht geprüft werden.

Im aktuellen Schulblatt Thurgau ist zu erfahren, dass eine stufenübergreifende Arbeitsgruppe aus diesem Grund neue Modelle für das Aufnahmeverfahren entwickelt. Urs Schwager, Chef des kantonalen Amts für Mittel- und Hochschulen, betont:

«Wir wissen noch nicht, ob überhaupt etwas geändert wird und falls ja, in welche Richtung es geht.»

Gemeinsam mit Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschule, wird er nächste Woche mit den Sekundarlehrerinnen und Sekundarlehrern das Thema diskutieren. Schwager sagt: «Wir sind beide dort, weil es ein gemeinsames Thema ist.»

Seklehrer müssen bei mündlichem Test dabei sein

Heute müssen Kandidaten, die in der schriftlichen Aufnahmeprüfung die Note 4 verpassen, aber trotzdem mindestens eine 3 erreichen, zur mündlichen Prüfung antreten. Bis vor einigen Jahren durften auch diejenigen Kandidaten ihr Können mündlich beweisen, die im schriftlichen Teil weniger als eine Note 3 erreichten. Und früher mussten sogar alle Kandidaten an der mündlichen Prüfung antreten, weiss Urs Schwager.

Urs Schwager, Chef Amt für Mittel- und Hochschulen des Kantons Thurgau. (Bild: PD)

Urs Schwager, Chef Amt für Mittel- und Hochschulen des Kantons Thurgau. (Bild: PD)

Aus diesem Grund ist die Anzahl mündlicher Prüfungen in den vergangenen Jahren gesunken. Trotzdem wird es immer schwieriger, Seklehrer als Experten zu gewinnen, heisst es im Schulblatt. Schwager erklärt: «Zwar nehmen Kantilehrer die mündlichen Prüfungen ab, es muss jedoch immer ein Seklehrer dabei sein. Wir sind der Meinung, dass dies ein gemeinsamer Entscheid sein soll.» Und Seklehrer müssen für diese Aufgabe von ihrer Schule freigestellt werden.

Studien hätten zudem gezeigt, dass die Noten der mündlichen Aufnahmeprüfung nicht mit dem Erfolg an der Kantonsschule zusammenhängen. Aus diesen Gründen wird das Aufnahmeverfahren überprüft.

Für Schüler mit Prüfungsangst sind Empfehlungen ein Vorteil

Für ein neues Aufnahmeverfahren gelten gemäss Schulblatt folgende Rahmenbedingungen:

  • Auf mündliche Prüfungen wird verzichtet.
  • Schriftliche Prüfungen gibt es weiterhin. Wer im schriftlichen Teil eine 4 erzielt, hat bestanden.
  • Bei Kandidaten, die eine schlechtere Note schreiben, sollen die Sekundarnoten mitberücksichtigt werden.
  • Zudem wird auf Empfehlungen der Seklehrer verzichtet.

Heute geben die Lehrer der Sekundarschulen allen Kandidaten eine Empfehlung für die Kanti: «nicht empfohlen», «bedingt empfohlen», «empfohlen» und «vorbehaltlos empfohlen». Hat ein Schüler eine der beiden höheren Empfehlungen, kann er bei der Aufnahmeprüfung auch einen etwas schlechteren Notendurchschnitt als eine 4 haben. Schwager erklärt den Vorteil einer solchen Einschätzung:

«Bei der Aufnahmeprüfung wird eine momentane Leistung erfasst.»

Jugendliche mit Prüfungsangst zum Beispiel seien da benachteiligt. Die Empfehlung des bisherigen Lehrers sollte auf einer längeren Beobachtungsphase basieren und Informationen wie Entwicklung und Motivation des Schülers beinhalten.

Bei subjektiver Bewertung fühlen sich nicht alle wohl

Der Amtschef weiss aber auch, dass sich bei einer solchen subjektiven Bewertung nicht alle Lehrpersonen wohl fühlen. Manche würden sich deshalb jetzt schon für die Empfehlung alleine auf die Noten abstützen.

Die grundsätzlichen Fragen, die jetzt mit den Seklehrern diskutiert werden, drehen sich vor allem um die Berücksichtigung der Sekundarschulnoten: Welche Fächer sollen berücksichtigt werden und wie sollen sie einfliessen? Unter anderem wird aber gemäss Schulblatt auch die Frage thematisiert, ob an der schriftlichen Prüfung Änderungen vorgenommen werden.

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