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Steckborner Jahrhundertprojekt nimmt Formen an

Nach Jahren der Planung und des Ringens um die Finanzierung beginnen auf dem Lindenareal nun die Bauarbeiten. Bis in zwei Jahren entstehen dort für knapp 30 Millionen Franken 47 Genossenschaftswohnungen.
Stefan Hilzinger
Dreck fliegt durch die Luft: Baubeginn der Genossenschaftswohnungen Linde in Steckborn. (Bilder: Andrea Stalder)

Dreck fliegt durch die Luft: Baubeginn der Genossenschaftswohnungen Linde in Steckborn. (Bilder: Andrea Stalder)

Wie es auf dem Bau der Brauch ist, nennt Rebecca Zuber, Chefin der Frauenfelder Totalunternehmung HRS, die Dinge beim Namen : «Bauen heisst Dreck, Staub und Lärm.» Doch was auf dem 8000 Quadratmeter grossen Lindenareal entstehen wird, sei rundherum eine gefreute Sache. Das unterstreichen am offiziellen Baustart am Donnerstag in Steckborn nicht nur HRS-Mitinhaberin Zuber, sondern auch Gregor Rominger, Präsident der Wohnbaugenossenschaft (Woba) Linde, und der Steckborner Stadtpräsident Roger Forrer.

«Wir bauen, was sich die Bevölkerung wünscht»

Die neuere Geschichte auf der Parzelle unweit des Schulhauses Hub südlich der Eisenbahn begann vor zwölf Jahren mit einem Landhandel (siehe Kasten). Nun könne die Woba Linde das verwirklichen, was sich die Steckborner Bevölkerung gewünscht habe, sagt Woba-Präsident Rominger vor der stattlichen Schar Gäste. «Es gibt kein Altersheim und keinen Kindergarten, sondern erstens altersdurchmischtes Wohnen, und zweitens bezahlbarer Wohnraum.» Und dies in einer Architektur, die in allen Punkten überzeuge.

Die Tinte auf den Verträgen ist noch nicht trocken

Die Genossenschaft realisiert ihr Vorhaben im Baurecht auf Boden, welcher der Stadt gehört. Ins Trudeln kam das Vorhaben, als die Stimmbürger im Juni 2017 das vom Stadtrat beantragte zinslose Darlehen an die Genossenschaft verweigerte. «Jetzt ist die Finanzierung gesichert, heute sollte ich den letzten unterschriebenen Vertrag erhalten», sagt Rominger– und prompt löst sich ein Herr aus der Menge und überreicht ihm zur Erheiterung der Gäste eine Mappe mit Papieren. Nebst den Genossenschaftern und einer Schar privater Geldgebern beteiligt sich das Bundesamt für Wohnungswesen mit einem Darlehen am 30-Millionen-Projekt. Als Kreditgeber ist die Luzerner Kantonalbank an Bord, der Rominger explizit dankte.

Wohnen mit Arzt und Polizei

Nebst 47 Wohnungen, dem Posten der Kantonspolizei und einer Gemeinschaftspraxis entstehen 75 Parkplätze in einer Tiefgarage, die auch den Einwohnern der nahen Altstadt zu Gute kommen sollen. Rominger: «Ich bin überzeugt, dass wir die Wohnungen und die Tiefgaragenplätze rasch vermieten werden.»
Für Stadtpräsident Roger Forrer ist das Bauvorhaben ein Jahrhundertprojekt. Er zitiert Konfuzius: «Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die grossen Vorhaben zum Scheitern.» Wäre das Projekt gescheitert, so müsste sich der Stadtrat wieder mit der Nutzung befassen.

Um 1900 wurde das einstige Stickerei-GEbäude erstellt.

Um 1900 wurde das einstige Stickerei-GEbäude erstellt.

Einst eine Stickerei, später eine Schule

Vor zwölf Jahren (2006) verkauften Primarschule und evangelische Kirchgemeinde ihre Anteile am Lindenareal der Stadt Steckborn. Namensgeberin der Parzelle ist eine mächtige Linde, die dem Neubau nicht geopfert wird. Kirche und Schule hatten für das einstige Betriebsgelände einer Stickerei keine Verwendung mehr. Zuletzt waren dort unter anderem ein Kampfsport-Club und der Jugendtreff eingemietet. Im Rahmen des Neubaus verschwindet nun auch der einstige Kindergarten von der Bildfläche. Eine Gruppe Steckborner Bürger hatte sich vergebens für den Erhalt der Altliegenschaften eingesetzt. Ein Architekturwettbewerb und die Gründung der Genossenschaft in den Jahren 2014/2015 legten den Grundstein für das aktuelle, Anfang dieses Jahres bewilligte Projekt. Am 1. Oktober 2020 sollten die ersten Wohnungen bezogen werden können. Der Innenhof der Siedlung ist öffentlich und auch als Ort der Begegnung gedacht. (hil)

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