Steckborner Fussballer müssen sich gedulden

Den Bedarf an einem neuen Steckborner Sportplatz sah der Kanton zu knapp dargelegt. Nun drängt die Zeit.

Claudia Koch
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Manuel Hanimann und Marco Mancuso (beide FC Steckborn) informieren mit Stadtpräsident Roman Pulfer und Bauverwalter Egon Eggmann über die Pläne für einen neuen Sportplatz.

Manuel Hanimann und Marco Mancuso (beide FC Steckborn) informieren mit Stadtpräsident Roman Pulfer und Bauverwalter Egon Eggmann über die Pläne für einen neuen Sportplatz.

(Bild: Andrea Stalder)

Der Standort des neuen Steckborner Sportplatzes ist seit Ende Juni 2019 bestimmt und liegt dank einer Schenkung leicht oberhalb des heutigen Platzes. Auch die 2018 abgeschlossene Teilrevision des kantonalen Richtplans sollte einer Einzonung im Gebiet Emmig keine Hindernisse bescheren. «Deshalb waren wir sehr erstaunt, dass das Amt für Raumentwicklung im Vorprüfungsbericht einer Einzonung plötzlich kritisch gegenübersteht und das Anrecht auf einen Sportplatz in Steckborn in Frage stellt», sagte Stadtpräsident Roman Pulfer am Freitagnachmittag an einer Medienorientierung.

Laut Pulfer hatte die Projektgruppe eine umfassende Abklärung zum Standort gemacht:

«Der einzige passende Ort mit genügend Platz ausserhalb des Siedlungsgebietes liegt im Emmig, unterhalb des Gebäudes der Energie Thurgau.»

Der aktuelle Sportplatz entspricht nicht der Norm, ist zu wenig breit und zudem durch eine Gemeindestrasse und ein Bord begrenzt.

Verein ist auseinandergerissen

Im Bericht des Amtes für Raumentwicklung wurde laut Bauverwalter Egon Eggmann bemängelt, dass der Bedarfsnachweis sowie die Interessenabwägung nicht ausreichend dargelegt wurden. Dass jedoch eindeutig Bedarf besteht, wurde bereits 1954 in einem Zeitungsbericht festgehalten. Marco Mancuso, Präsident des traditionsreichen FC Steckborn, doppelte nach:

«Früher wie heute wird der jetzige Sportplatz zu intensiv genutzt, der Platz ist nicht allwettertauglich und nicht alle Mannschaften können hier trainieren.»

Dies reisse den Verein auseinander und trübe das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das Clubhaus, eigentlich als Provisorium gedacht, ist in die Jahre gekommen und die Parkplatzsituation bei Turnieren unbefriedigend. Die Möglichkeit für eine gewünschte Frauenfussballmannschaft besteht ebenfalls nicht, da die sanitäre Infrastruktur dafür fehlt. Laut Mancuso unterstützt auch der Turnverein Steckborn das Projekt für einen neuen Sportplatz.

Auch in Nachbargemeinden gesucht

Ein vollwertiger Sportplatz mit genügend Umfeld, Parkplätzen wie auch einem neuen Clubhaus wäre aus Sicht der Projektgruppe auch deshalb in Steckborn nötig, da es in der Gegend keinen solchen Platz gibt. Man habe in Nachbargemeinden nach einem möglichen Standort gesucht, sagte Pulfer.

Da jedoch laut Manuel Hanimann, Präsident der Supportervereinigung FC Steckborn, rund drei Viertel der Clubmitglieder aus Steckborn stammen, wäre ein Training in einer anderen Gemeinde ohne Fahrdienst, ohne Mehraufwand nicht umsetzbar. Deshalb hofft auch Hanimann, dass der Kanton den Bedarf für einen Sportplatz in Steckborn sieht. Da der ergänzte Planungsbericht zu einer erneuten Prüfung eingereicht wurde, verschiebt sich die Realisation des Sportplatzes.

Und die Zeit drängt. «Die Stadt hat bis 2023 Anrecht auf die Schenkung», sagte der Stadtpräsident. Umso schwieriger ist es, einen Zeithorizont festzulegen. Die erste Vorprüfung dauerte drei Monate. Sobald der Kanton grünes Licht gibt, erfolgen die Auflage, die Genehmigung durch die Stimmbürger, das Baugesuch – Pulfer hofft, dass dazu keine Einsprachen eingehen – sowie die Kreditzusage. Bauverwalter Eggmann kommentierte: «Das ist zwar sehr sportlich, aber machbar.»