Steckborn setzt nach Rücktritt von Stadtrat Gregor Rominger auf Mediation und Führungsunterstützung

Der Stadtrat von Steckborn startet das Projekt «Steckborn plus» und will damit unter anderem die persönlichen Mängel an Führungsqualitäten im Stadtpräsidium beseitigen.

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Der Hafen des historischen Unterseestädtchens Steckborn während den Wintermonaten.

Der Hafen des historischen Unterseestädtchens Steckborn während den Wintermonaten.

(Bild: Donato Caspari, Januar 2019)

(red/sko) Der Haussegen am Untersee hängt schief. Mit der Begründung «unterschiedlicher Auffassung der Amtsführung» hat vor wenigen Tagen Stadtrat Gregor Rominger das Handtuch geworfen. Er tritt per Ende Juni aus dem Stadtrat zurück, obschon er ursprünglich per sofort hätte abtreten wollen.

Roman Pulfer, Stadtpräsident FDP, seit 2019.

Roman Pulfer, Stadtpräsident FDP, seit 2019.

(Bild: PD)

Nun schreibt der Stadtrat von Steckborn in einer Mitteilung, dass er die Weichen neu stellt und zwar mit dem Projekt «Steckborn plus». Mit der Wahl von Roman Pulfer als Stadtpräsident im Juni 2019 habe sich ein neuer Führungsstil im Gemeindehaus etabliert, «welcher bei Abteilungsleitern, Angestellten, dem Stadtratkollegium und in Teilen der Bevölkerung vermehrt zu Unzufriedenheiten führte».

Reaktion auf demotivierte Mitarbeitende

Der Stadtrat habe bereits vor einigen Monaten auf die Versäumnisse der Führung und die spürbare Demotivation der Mitarbeitenden reagiert und Massnahmen eingeleitet. In einer Mediation seien Vertrauensverluste auf persönlicher Ebene teilweise ausgeräumt worden. In einem Workshop mit Einbezug einer externen Fachperson konnte der Stadtrat eine Stärken- und Schwächenanalyse der Stadtverwaltung und der Führungsebene ausarbeiten. Weiter heisst es:

«Daraus resultierten persönliche Mängel an Führungsqualitäten im Stadtpräsidium.»

Um diese Defizite auszumerzen, stellt der Stadtrat nun das Führungsunterstützungsprojekt «Steckborn plus» vor, das von Mai bis Oktober 2020 geplant ist.

Überprüfung der Aufbauorganisation der Stadtverwaltung

Unter Einberufung verschiedener Arbeitsgruppen werden unter anderem die Aufbauorganisation der Stadtverwaltung überprüft, Konflikte angegangen und die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten neu geregelt. Der Fokus liegt dabei auf der Unterstützung der Arbeit des Stadtpräsidenten, der Aufarbeitung vergangener Versäumnisse und der Stärkung von gegenseitigem Vertrauen aller Beteiligten.