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Steckborn sagt Nein zur Handyantenne neben dem Kindergarten

Der Stadtrat von Steckborn lehnt auch das zweite Baugesuch für eine Mobilfunkanlage am Buchenweg direkt neben dem Kindergarten Zelgi ab, obwohl er Gefahr läuft, später von Bund und Kanton zurückgepfiffen zu werden.
Samuel Koch
Auf dem beige-farbenen Wohnblock will Salt direkt neben dem Kindergarten Zelgi eine Mobilfunkantenne bauen. (Bild: Andrea Stalder, Februar 2018)

Auf dem beige-farbenen Wohnblock will Salt direkt neben dem Kindergarten Zelgi eine Mobilfunkantenne bauen. (Bild: Andrea Stalder, Februar 2018)

  • Februar 2018: Salt reicht bei der Bauverwaltung Steckborn ein Gesuch für den Bau einer Antenne auf dem Dach eines Wohnblocks am Buchenweg 1 ein. Anwohner sammeln Unterschriften gegen das Bauprojekt.
  • Mai 2018: Der Stadtrat lehnt das erste Gesuch ab, weil Salt die Anforderungen der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) nicht erfüllt.
  • Anfang März 2019: Salt reicht das zweite, angepasste Baugesuch ein. Alt Stadtpräsident Roger Forrer lässt bereits durchblicken, dass der Stadtrat vermutlich auch dieses ablehnen wird.
  • Ende März 2019: Die «IG gesunder Mobilfunk Steckborn» überreicht dem Bauverwalter eine Petition mit über 800 Unterschriften, um der Opposition gegen die Baupläne Nachdruck zu verleihen.
  • Juli 2019: Der Stadtrat lehnt auch das zweite Baugesuch ab «aufgrund einer umfassenden Abwägung aller auf dem Spiel stehenden Interessen».

Wie ein möglicher Bumerang: So könnte sich der Wurf des Steckborner Stadtrates langfristig verhalten. Denn mit der jetzigen Ablehnung des Baugesuchs der Salt-Mobile SA für den Bau einer neuen Mobilfunkanlage am Buchenweg 1 riskiert der Stadtrat, dass er in einem allfälligen Rekursverfahren gegen Salt verliert.

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn. (Bild: PD)

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn. (Bild: PD)

Von einem Risiko oder gar von einer Verzögerungstaktik will Stadtpräsident Roman Pulfer nicht sprechen. «Wir halten uns an die Grundlagen der kommunalen und kantonalen Planung», sagt er. Pulfer schlägt damit in die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger Roger Forrer, der bereits bei der Eingabe des Baugesuchs im März durchblicken liess, dass der Stadtrat vermutlich auch das zweite Gesuch ablehnen wird. Gesagt, getan – und das sogar einstimmig, wie Pulfer erklärt.

Ein zweites Baugesuch seitens Salt überhaupt erst nötig gemacht haben Mängel in den Unterlagen der ersten Baueingabe von Salt im Mai 2018. Unterdessen sammelten Anwohner über 800 Unterschriften gegen den Bau der Handyantenne. Zudem gingen bei der Bauverwaltung mehrere Einsprachen ein.

Kindergarten und Schulhaus in unmittelbarer Nähe

Pikant: Der von Salt vorgesehene Standort am Buchenweg 1 liegt inmitten eines Wohnquartiers, direkt neben dem Doppelkindergarten Zelgi und in unmittelbarer Nähe des Schulhaues Hub. Deshalb hat der Stadtrat nach «einer vertieften Gesamtbetrachtung aller Aspekte und einer umfassenden Abwägung aller auf dem Spiel stehenden öffentlichen sowie privaten Interessen» entschieden, das Projekt nicht zu bewilligen. Roman Pulfer meint:

«Wir haben das Baugesuch im Stadtrat eingehend beraten und sind zum Schluss gekommen, dass wir den Schutz der hohen Anzahl potenziell betroffenen Einwohner vor Beeinträchtigungen sowie vor ideellen Immissionen und den Landschafts- und Ortsbildes höher gewichten, als die privaten Interessen der Mobilfunkbetreiberin.»

Gleichzeitig anerkennt der Stadtrat, dass das zweite Baugesuch gemäss Entscheid des kantonalen Amts für Umwelt von anfangs Juni sämtliche vom Bund festgelegten Anforderungen an den Umwelt- und den Immissionsschutz einhält.

In Steckborn unterhalten die Betreiber Sunrise und Swisscom schon mehrere Mobilfunkantennen, wie die Übersichtskarte des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) zeigt. Für Salt wäre die Handyantenne am Buchenweg die erste auf dem Gebiet des Unterseestädtchens.

Aufatmen bei der «IG gesunder Mobilfunk»

Freude am Entscheid hat die «IG gesunder Mobilfunk Steckborn», die mit der Unterschriftensammlung auf sich aufmerksam machte und die Gefahr zunehmender Strahlung durch die neue Technologie 5G oder den Wertverlust der umliegenden Liegenschaften ins Feld führte. «Für uns ist das ein richtiger und weiser Entscheid», sagt Andreas Sieber von der IG, der sich selbst als technophil bezeichnet und nicht grundsätzlich gegen Mobilfunkanlagen wehrt.

Sieber zeigt sich erleichtert, dass sich der Aufwand mit der Unterschriftensammlung gelohnt habe. Er meint, dass der Volkswille immer prioritär behandelt werden müsse.

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