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Der Wiederaufbau der Altstadthäuser in Steckborn nach dem Grossbrand rückt in grossen Schritten näher

Das Gesuch für den Wiederaufbau nach dem Grossbrand in Steckborn kurz vor Weihnachten ist seit wenigen Tagen eingereicht und bringt Details ans Licht. Geht alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten der Altstadthäuser Anfang 2020.
Samuel Koch
Das Modell zum Wiederaufbau der Altstadthäuser der Zürcher Ryf Partner Architekten AG im Massstab 1 zu 200. (Bild: Samuel Koch)

Das Modell zum Wiederaufbau der Altstadthäuser der Zürcher Ryf Partner Architekten AG im Massstab 1 zu 200. (Bild: Samuel Koch)

Die Tage der Baulücke sind gezählt. Bald vier Jahre nach dem verheerenden Grossbrand kurz vor Weihnachten 2015 geht es beim Wiederaufbau der noch fehlenden Altstadthäuser an der Seestrasse in Steckborn in grossen Schritten vorwärts. Seit Ende der vergangenen Woche und noch bis Ende Oktober liegt das Baugesuch für das Projekt «Triplex» bei der Bauverwaltung im Gemeindehaus öffentlich auf.

In imposanter Weise überragen derzeit die Visiere die brachliegenden Parzellen an der Seestrasse 99, 101 und 103 und lassen erahnen, in welchen Dimensionen die Altstadthäuser wieder zu stehen kommen. Noch exakter zeigen das von den Architekten Ryf Partner AG entworfene Modell oder die Grundrisspläne auf, womit die Lücke nach der womöglich Anfang 2020 startenden Bauphase wieder gefüllt wird.

Seit dem grossem Brand klafft in der Steckborner Altstadt eine grosse Lücke. (Bild: Reto Martin, Juli 2019)

Seit dem grossem Brand klafft in der Steckborner Altstadt eine grosse Lücke. (Bild: Reto Martin, Juli 2019)

Strafrechtlich vorbei

Kurz vor Weihnachten 2015 brannte es in der Altstadt von Steckborn lichterloh, 30 Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf. Weil das Flammeninferno sechs denkmalgeschützte Häuser zerstörte, belief sich der Sachschaden auf 12 Millionen Franken. Den Brand ausgelöst hat ein Akku eines ferngesteuerten Modellautos. Im August 2018 sprach das Bezirksgericht Frauenfeld das angeklagte Ehepaar vom Vorwurf der «fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst» frei. Keiner der 22 Privatkläger zog das Urteil weiter, weshalb der Freispruch seit diesem Januar rechtskräftig ist. (sko)

Andere Architekten, andere Vorstellungen

Unter anderem den Architekten um Valérie Cottet ist es zu verdanken, dass sich der ins Stocken geratene Wiederaufbau nun doch auf dem Weg in Richtung Ziel befindet. Denn die Zusammenarbeit mit dem Früheren aus den 69 eingereichten Vorschlägen hervorgegangenen Architekten trug bekanntlich keine Früchte. Cornelia Bein, die als Architektin, Mitglied der Stiftung Ortsbild und Vertreterin der drei Eigentümerschaften Brunnschweiler, Keller und Erbengemeinschaft Kolb das Projekt seit Beginn begleitete, meint:

«Es ist wie bei einer Ehe, nicht jede Konstellation kann funktionieren.»

Cornelia Bein, Architektin und Vertreterin der drei Eigentümerschaften. (Bild: Reto Martin)

Cornelia Bein, Architektin und Vertreterin der drei Eigentümerschaften. (Bild: Reto Martin)

Das Baugesuch zum Projekt «Triplex» orientiere sich an jenem von 2016 namens «L’Aquilino», obwohl es seither noch erkennbare Änderungen gegeben hat. «Das ist aber völlig normal», versichert Bein, «denn erst in einer Überarbeitung können die genauen Bedürfnisse der Bauherrschaften und die Anforderungen an die gesetzlichen Bestimmungen exakt geklärt werden». Das ursprünglich an der Ecke Seestrasse/Kirchgasse geplante Café kommt nicht zu Stande.

Zusatzinvestition für Erdwärme erforderlich

Überarbeiten mussten die Architekten auch die Pläne für die Beheizungen, die bisher mit Gas erfolgten. «Für Gas und Öl sind die Anforderungen heutzutage hoch», meint Bein. Und weil sich eine Fotovoltaikanlage mitten in der Steckborner Altstadt als ungeeignet erwies, habe man sich schliesslich für Geothermie entschieden, auch wenn Bein ergänzt:

«Die Eigentümer mussten wegen der Mehrkosten dreimal leer schlucken.»

Alleine die Bohrungen für die drei Erdsonden belaufen sich auf eine fast sechsstellige Zusatzinvestition. Eine Bausumme für den kompletten Wiederaufbau nach dem Altstadtbrand will Cornelia Bein nach wie vor nicht in der Zeitung lesen.

Unabhängig der Bausumme ist klar, dass das alte Waschhaus mit einer Wohnung im Obergeschoss hinter den drei zu bebauenden Parzellen (auf dem Modell mit rotem Punkt auf dem Dach) zurückgebaut wird. «Es störte eigentlich immer», meint Bein. Das Waschhaus müsse ohnehin bald dem grossen Baukran Platz machen. Und später gebe es im Innenhof mehr Licht, wovon die Wohnungen profitieren würden.

Herausforderungen wegen enger Platzverhältnisse

Geht alles nach Plan, kann der Wiederaufbau Anfang 2020 beginnen. Die Zeit drängt, denn der Bauplan ist eng an die finanzielle Beteiligung der Gebäudeversicherung geknüpft. «Der Rohbau sollte bis Ende Jahr stehen», sagt Bein. Nebst dem Zeitplan dürfte auch die Baustellenorganisation zu einer Herausforderung werden, denn die Platzverhältnisse an der Seestrasse sind jetzt schon eng. Bein meint:

«Der Kran wird hinter der zukünftigen Häuserreihe aufgestellt und nach vollendetem Bau über die Häuser hinweg abtransportiert.»

Bei Anlieferungen von Lieferanten leite eine Lichtsignalanlage den Verkehr durch die Seestrasse. Und die Fussgänger wechseln während der Bauphase aufs Trottoir auf der anderen Strassenseite.

Das Baugesuch ist bis 24. Oktober auf der Bauverwaltung im Stadthaus öffentlich einsehbar.

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