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Stadtrat legt die geplante S-Bahn-Haltestelle Frauenfeld-Ost auf Eis

Der Frauenfelder Stadtrat steht beim Projekt Bahnhaltestelle Langdorf auf die Bremse. Denn der Bund will die S-Bahn-Verbindungen von und nach Zürich einschränken. Vorerst soll es deshalb ein Stadtbus-Ausbau richten.
Mathias Frei
Möglicher Standort für die Haltestelle Langdorf: vorne das zu verschiebende Industriegleis, hinten der Thurgipark. (Bild: Donato Caspari)

Möglicher Standort für die Haltestelle Langdorf: vorne das zu verschiebende Industriegleis, hinten der Thurgipark. (Bild: Donato Caspari)

Der berüchtigte Thurtalnebel hat sich gelichtet – und die Sicht auf neue Fragezeichen freigelegt. Am Montag hat die Stadt über die Objektstudie der SBB zu einer möglichen S-Bahn-Haltestelle Langdorf informiert und im gleichen Zug bekannt gegeben, die Planungen für dieses Projekt vorerst zu unterbrechen. Eine sinnvolle Realisierung der Haltestelle und ihr zukünftiger Nutzen hänge von vielen Faktoren ab, heisst es in einer Mitteilung des Stadtrats.

«Entscheidend ist insbesondere das zukünftige Bahnangebot auf der Thurtallinie.»

Mit der S-Bahn hätte man ab Frauenfeld-Ost in Zukunft direkt nach Zürich gelangen sollen. So war die Idee. Nun könnte der Bund diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung machen. Zwar sollen ab 2035 stündlich vier Fernverkehrszüge von Zürich nach Frauenfeld fahren. Zugleich aber sollen S-Bahnen von Zürich nur noch bis in die Thurgauer Kantonshauptstadt fahren.

Im Thurtal würden S‑Bahnen zwischen Frauenfeld und Romanshorn verkehren. Von und nach Frauenfeld-Ost wäre also ein Umsteigen am Bahnhof Frauenfeld SBB nötig. Bliebe es bei diesem Entscheid des Bundes, «wäre der Nutzen einer neuen S-Bahn-Haltestelle Langdorf stark in Frage gestellt».

Vielleicht zahlt der Bund nach 2026 vollumfänglich

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: «Das Land für die Haltestelle wird weiterhin frei gehalten und bei zukünftigen Planungen mitberücksichtigt», sagt Stadtrat Urs Müller als Departementsvorsteher Bau und Verkehr. Die Pläne dafür wolle der Stadtrat aber aussetzen, solange das zukünftige S-Bahn-Angebot offen sei. Die Haltestelle ist Teil des städtischen Konzeptes «Mobilität 2030» und des Agglomerationsprogramms.

Der Entscheid tue den mittel- und langfristigen Bestrebungen des Stadtrats keinen Abbruch, sagt Stadtrat Müller.

«Kurzfristig lässt sich Frauenfeld-Ost mit dem Stadtbus wohl besser erschliessen als mit der Bahn.»

Langfristig stehe aber eine S‑Bahn-Haltestelle zur Erschliessung und auch Aufwertung weiterhin im Fokus.

Stadtrat Urs Müller. (Bild: Donato Caspari)

Stadtrat Urs Müller. (Bild: Donato Caspari)

Welchen Zeithorizont das Wort «langfristig» meint, darüber kann Müller nur mutmassen. Kommenden Frühling entscheidet das Bundesparlament über einen Infrastrukturkredit, der unter anderem den Bau des Brüttener Tunnels zwischen Bassersdorf und Winterthur beinhaltet. Diese Verbindung würde den Schnellzug-Ausbau für Frauenfeld ermöglichen. Das S-Bahn-Angebot bleibt aber weiterhin in der Schwebe. Klar ist jedoch, dass die Haltestelle Langdorf bis 2026 erstellt sein müsste, damit eine Mitfinanzierung des Bundes durch das Agglomerationsprogramm erfolgt. «Aufgrund der neuen Ausgangslage» werde dieser Zeitplan aber kaum einzuhalten sein. Die Stadt prüfe deshalb in Zusammenarbeit mit dem Kanton eine vollumfängliche Finanzierung über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes.

Ein neuer Bus und maximal 400000 Franken jährlich

Zur zeitgemässen ÖV-Erschliessung des Entwicklungsgebiets Langdorf setzt der Stadtrat deshalb vorerst auf den Ausbau des Stadtbusses, wie schon in der Stadtbusstrategie 2030 vorgesehen. Um auf der Linie 5 vom aktuellen Halbstunden- zu einem Viertelstundentakt zu kommen, rechnet Urs Ambühl, Leiter Stadtbusverwaltung, mit der Anschaffung eines zusätzlichen Busses und jährlich um 300000 bis 400000 Franken höheren Betriebskosten.

Urs Ambühl, Leiter Stadtbusverwaltung. (Bild: Reto Martin)

Urs Ambühl, Leiter Stadtbusverwaltung. (Bild: Reto Martin)

Die vom Stadtrat 2016 in Auftrag gegebene SBB-Objektstudie sieht für die Haltestelle Langdorf Kosten von 22,75 Millionen Franken (+/- 30 Prozent) vor. Das sind rund zehn Millionen mehr als bei der Kostenschätzung vor 13 Jahren für die Aggloprogramm-Eingabe. Bei einer Mitfinanzierung durch das Aggloprogramm des Bundes von maximal vier Millionen und maximal drei Millionen vom Kanton müsste die Stadt Frauenfeld 15 Millionen Franken tragen.

Die Haltestelle würde über zwei Aussenperrons verfügen entlang der heutigen Gleisführung. Der Zugang wäre über die bestehende Velo- und Fussgängerunterführung Goldackerstrasse sowie über eine noch zu erstellende Unterführung auf Höhe Riedstrasse. Hier wäre ein Ausbau auf eine Velo-/Fussgängerunterführung möglich, was aber natürlich kostspieliger wäre. Für den Perronbau müsste ein Industriegleis verschoben werden. Stützbauwerke würden notwendig werden. Diese sind ein Grund für den Kostenanstieg. Die Mehrkosten sind daneben in der neuen Unterführung und in der behindertengerechten Ausgestaltung begründet.

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