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Frauenfelder Stadtrat kann sich nicht anfreunden mit Kurzstreckentickets

Drei Gemeinderätinnen von «Chrampfe & Hirne» fordern für Fahrten von maximal fünf Stadtbushaltestellen eine neue Billettkategorie. Davon würden zu wenige Fahrgäste profitieren, argumentiert der Stadtrat dagegen.
Mathias Frei
Stadtbusse am Frauenfelder Bahnhof. (Bild: Andrea Stalder)

Stadtbusse am Frauenfelder Bahnhof. (Bild: Andrea Stalder)

Könnte und wäre: zweimal Konjunktiv irrealis. Frauenfeld könnte einmal mehr eine Vorreiterrolle einnehmen. Oder wie es in der stadträtlichen Antwort zur Motion «Stadtbustarife» heisst:

«Ein Kurzstreckenbillett für eine Stadt in der Grössenordnung von Frauenfeld wäre in der Ostschweiz ein Novum.»

Davon hält der Stadtrat aber nicht viel und betragt, den besagten Vorstoss für nicht erheblich zu erklären.

Anita Bernhard, Gemeinderätin CH. (Bild: PD)

Anita Bernhard, Gemeinderätin CH. (Bild: PD)

Die CH-Gemeinderätinnen Anita Bernhard, Sandra Kern und Salomen Scheiben fordern mit einer vergangenen November eingereichten Motion die Einführung einer neuen Billettkategorie. Konkret soll es für eine Fahrt über maximal fünf Stadtbusstationen ein Ticket geben, das halb so viel kostet wie ein normales Einzelbillett. Aktuell würde ein solches Kurzstreckenbillett also 1,60 Franken kosten, mit dem Halbtax-Abo 1,30 Franken. Die drei Motionärinnen (und weitere elf Mitunterzeichner) sind der Meinung, dass es durch die neue Billettkategorie nicht zu finanziellen Einbussen käme, vielmehr würde das Angebot neue Fahrgäste anziehen.

Der Stadtrat geht formal auf die Motion ein, weist aber auf die ungenaue Formulierung der Motion hin. Denn gemäss neuer Frauenfelder Gemeindeordnung legt der Stadtrat in eigener Kompetenz die Stadtbustarife fest, die der Ostwind-Tarifverbund (OTV) vorgibt. Der Gemeinderat kann nur noch bestimmen, ob und in welchem Rahmen ein Tarif subventioniert wird.

Es fehlen mehrere Quartierzentren als Fokus

Salome Scheiben, Gemeinderätin CH. (Bild: PD)

Salome Scheiben, Gemeinderätin CH. (Bild: PD)

Im OTV kennt nur die Stadt St. Gallen ein Kurzstreckenbillett, im Zürcher Verkehrsverbund sind es Zürich und Winterthur. Der Stadtrat schreibt: «In grossen Städten machen Kurzstreckenbillette durchaus Sinn, da die Städte mehrere Quartierzentren aufwei-sen und die Nachfrage sich nicht nur auf ein Zentrum konzentriert.» In Frauenfeld dagegen würden sich die Nachfrageströme vor allem auf das Zentrum fokussieren.

«Ein Grossteil der Frauenfelder Bevölkerung hätte mit einem Kurzstreckenbillett keinen Vorteil, da sie ausserhalb des Perimeters wohnen oder arbeiten.»

Dicht bewohnte Quartiere wie Schönenhof, Oberwiesen, Flurhof oder Huben hätten «wenig bis keinen Nutzen», argumentiert der Stadtrat gegen die Subventionierung.

45000 Fahrten im Kurzstrecken-Perimeter

Sandra Kern, Gemeinderätin CH. (Bild: PD)

Sandra Kern, Gemeinderätin CH. (Bild: PD)

Von den 2,5 Millionen Stadtbusfahrgästen pro Jahr gehen 185000 Einzelfahrten ab. Der Stadtrat rechnet damit, dass davon 45000 Fahrten in den Kurzstreckenbillett-Perimeter fallen. Der Subventions-Split (Kinder, mit Halbtax und ohne) würde einen Mehraufwand von 60000 Franken generieren. Und: «Nebst der Subvention kämen auch noch Kosten zur Einführung und Pflege der nationalen Ticketplattform dazu.» Bei einem Ertrag pro Fahrgast von heute einem Franken müssten es also 60000 zusätzliche Einzelfahrten sein. Der Stadtrat geht gemäss Beantwortung zwar von einer Nachfragesteigerung aus durch den günstigeren Tarif – jedoch nicht in dem Ausmass, «um die zusätzlichen Subventionen zu refinanzieren».

Ein Kurzstreckenbillett einzuführen, um die Ziele des städtischen Mobilitätskonzepts zu erreichen, erachtet der Stadtrat als «nicht zielführend» – im Gegensatz zu den Motionärinnen. Denn von einer Subvention müsse ein grösserer Personenkreis profitieren. Zudem würde ein neues Billett der nationalen Absicht widerstreben, die Tarife zu vereinheitlichen, schreibt der Stadtrat.

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