Stadt Diessenhofen lanciert Jobprogramm

Ein budgetierter Gewinn, Investitionen von einer Million Franken und ein Beschäftigungsprogramm für Leute mit Sozialhilfe: Das waren die Eckpunkte der Diessenhofer Budgetgemeinde von Freitagabend.

Dieter Ritter
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Das Städtchen Diessenhofen am Rhein. (Bild: Andrea Stalder)

Das Städtchen Diessenhofen am Rhein. (Bild: Andrea Stalder)

170 Stimmbürger erschienen in der Rhyhalle. Stadtpräsident Markus Birk präsentierte den Voranschlag 2019. Die Erfolgsrechnung bewegt sich im Rahmen der Vorjahre und schliesst mit einem budgetierten Ertragsüberschuss von 40400 Franken. Der Gemeinde-Steuerfuss bleibt wie in den Vorjahren bei 47 Prozent.

Im nächsten Jahr investieren Stadt und Werke rund eine Million Franken. Der grösste Posten, 385000 Franken, ist für das Projekt Grabenstrasse und Stadtgraben vorgesehen. Es sind Belagsarbeiten und der Ersatz von Leitungen für Wasser, Strom und Gas geplant. Für die Investitionen werden ausschliesslich eigene Mittel eingesetzt. Es bleibt ein Finanzierungsüberschuss von 86600 Franken. Birk rühmte:

«Damit wird sich die Vermögenslage der Stadt weiter verbessern.»

Der Voranschlag 2019 wurde ohne Gegenstimme angenommen.

Sarina Gohl wird neue Stadtschreiberin

Birk stellte den Stimmbürgern Sabrina Gohl vor. Sie wird ab 1. Mai 2019 Stadtschreiberin von Diessenhofen. «Für mich ist es eine Traumstelle. Hier kann ich meine Ausbildung optimal einbringen» sagte Gohl. Der bisherige Amtsinhaber Armin Jungi wird sie bis Ende Mai in ihre neuen Pflichten einführen. Dann tritt er nach 17 Amtsjahren in den Ruhestand.

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen. (Bild: Reto Martin)

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen. (Bild: Reto Martin)

Mit grossem Mehr stimmte die Versammlung den von der Stadt vorgeschlagenen Einbürgerungen zu. Neue Schweizer Bürger sind das Ehepaar Andrey Pak und Yulia Mashkarina mit ihren zwei Kindern, 5- und 13-jährig. Sie stammen aus dem zentralasiatischen Staat Usbekistan. Eingebürgert wurden auch die Portugiesin Ana Laranjeira, der Italiener Luigi De Luca, der Brite Isaac Broadbent und die Deutsche Peggy Böhme. De Luca erreichte mit 155 Ja-Stimmen das beste Resultat. Stadtrat Urs Sommerhalder, Mitglied der Einbürgerungskommission, erklärte das Verfahren. «Die Latte für Einbürgerungen ist seit diesem Jahr deutlich höher», sagte er. Drei Bewerber bestanden die schwere Prüfung nicht. Die Kantone Thurgau und Tessin hätten die strengsten Regeln, sagte er. Geprüft werden Deutschkenntnisse, Staatskunde und gesellschaftliches Wissen.

Arbeiten, die sonst keiner machen würde

Die Stadtgemeinde Diessenhofen startet ein Programm, das Sozialhilfeempfängern und Personen aus dem Asylbereich Arbeit gibt. Es läuft unter dem Namen «Gemeindeinterne Beschäftigung», abgekürzt GiB. Chris Forster erklärte das Vorhaben. Er ist Projektleiter. Es sei eine ideale Ergänzung zu seiner Arbeit beim Verein Venue, wo er Jobcoaching für die gleiche Personengruppe macht. GiB vermittelt ausschliesslich Arbeiten, die sonst nicht gemacht würden, sei es aus finanziellen Gründen oder weil es unangenehme Beschäftigungen sind. Forster brachte es auf den Punkt:

«Diese Arbeiten macht einfach niemand.»

GiB startet im März 2019 und ist vorerst für drei Jahre geplant. Der Stadtrat und Forster wurden für diese grossartige Sache mit langem Applaus belohnt. Zum Schluss kündigte Birk an, dass der Silvester-Apéro ab diesem Jahr ein Neujahrs-Apéro werde, ab 15 Uhr beim Siegelturm.