Stadt Frauenfeld hält die Lupe auf das Areal Murgbogen, welches die Schweizer Armee in Zukunft freispielt

Der Frauenfelder Murgbogen rund um den Murg-Auen-Park weist für die Stadt grosses Entwicklungspotenzial auf. Deshalb lädt sie am Samstag zu einer Informations- und Mitwirkungsveranstaltung ein. Zum Inhalt hält sie sich jedoch bedeckt.

Samuel Koch
Drucken
Teilen
Das Murgbogen-Gebiet mit Murg-Auen-Park, Zeughauskreisel, Mätteli und Stadtkaserne (Bildmitte von unten nach oben).Bild: Olaf Kühne

Das Murgbogen-Gebiet mit Murg-Auen-Park, Zeughauskreisel, Mätteli und Stadtkaserne (Bildmitte von unten nach oben).Bild: Olaf Kühne

Es gleicht einem Drahtseilakt. Einerseits will die Stadt nicht zu viel verraten. Andererseits will sie ihre Einwohner an die Informations- und Mitwirkungsveranstaltung zum Schlüsselprojekt Murgbogen locken, die am kommenden Samstag, 26.Oktober, in der Militärsporthalle über die Bühne geht. Stadtentwicklerin Sabina Ruff spricht von einem Überraschungseffekt. Aber sie gibt mit Bezug auf den von der Bevölkerung erarbeiteten Stadtplan aus den «Cafés des Visions» der vergangenen Wochen preis: «Viele Besucherinnen und Besucher werden am Anlass ihre Wünsche und Ideen wiedererkennen.»

Beim Murgbogen handelt es sich um das städtische Gebiet zwischen Bahnhof SBB und Autobahn A7 rund um den vor Jahren revitalisierten Murg-Auen-Park. Unter anderem die Stadtkaserne, die Zeughäuser sowie verschiedene Hallen und Produktionsgebäude werden in den nächsten Jahren von der Schweizer Armee freigespielt. Die Räumlichkeiten sollen genutzt und Aussenräume umgestaltet werden, heisst es in der Einladung des Amtes für Hochbau und Stadtplanung zum Infoanlass vom Samstag.

Film, Szenografien und Ideen aus der Bevölkerung

Noch etwas konkreter wird Christof Helbling, wenn es darum geht, was die Besucher erwarten dürfen. Er sagt:

«Wir wollen der Bevölkerung eine mögliche Vorstellung bieten, wie der Murgbogen in 20 bis 30 Jahren aussehen könnte.»
Christof Helbling, Stadtbaumeister Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Christof Helbling, Stadtbaumeister Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Die Stadt startet bei diesem als Schlüsselprojekt bezeichneten Areal nicht auf der grünen Wiese. «Aber es handelt sich um ein Gebiet, in welchem bisher noch wenig Vielfalt existiert», meint Helbling. Anhand von Visualisierungen stellt die Stadt Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten vor.

«Wir zeigen Wege auf, die Frauenfeld in Zukunft bestreiten könnte.»

Innenentwicklung löse in der Bevölkerung oft Widerstand aus. Deshalb suche die Stadt nun proaktiv den Dialog mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern. «Das Ziel lautet, die Leute für das Thema einer massgeschneiderten Innenentwicklung zu sensibilisieren», meint Helbling. Als Veranschaulichung dienen ein Film und Szenografien. Die Bevölkerung ist angehalten, die Szenografien zu kommentieren und weitere Ideen einzubringen.

Paradebeispiel für innere Verdichtung

Als eines der grossen, departementsübergreifenden Legislaturziele hat der neu zusammengesetzte Stadtrat kürzlich die Entwicklung eines Gesamtbildes für die Stadt- und Agglomerationsentwicklung definiert. Mit der Lupe will die Stadt zudem in einzelne Gebiete hineinzoomen.

Andreas Elliker, Stadtrat Departement für Bau und Verkehr. (Bild: Andrea Stalder)

Andreas Elliker, Stadtrat Departement für Bau und Verkehr. (Bild: Andrea Stalder)

Das haben Stadtpräsident Anders Stokholm und Stadtrat Andreas Elliker als Departementsvorsteher für Bau und Verkehr zuletzt mehrmals betont. «Es ist uns ein grosses Anliegen, gerade etwa für Landbesitzer früh genug zu kommunizieren», sagte Elliker im Rahmen einer städtischen Pressekonferenz vergangene Woche zum Thema Murgbogen.

Dabei handelt es sich gemäss Christof Helbling um ein Paradebeispiel für innerstädtische Verdichtung, die stark an neue Gesetze und übergeordnete Raumplanung gebunden ist.

Informations- und Mitwirkungsveranstaltung Schlüsselprojekt Murgbogen, Samstag, 26. Oktober, 10 bis 11.30 Uhr, Militärsporthalle, Waffenplatzstrasse 3, Frauenfeld. Der Eintritt ist frei, Voranmeldungen sind nicht notwendig.