Sport
Orientierungsläufer trotzen in Ettenhausen Regen und Kälte

Nicht raus in den Frühling, aber an die frische Luft: Dieser Leitgedanke lockte über das vergangene Wochenende rund 200 Beteiligte zu einem Dorf-OL in Ettenhausen, perfekt organisiert vom örtlichen Einwohnerverein und der OL Regio Wil.

Kurt Lichtensteiger
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Mit der OL-Teilnahme macht Angela Sterren auch ihren Kindern Jelena (10) und Simeon (9) eine Freude.

Mit der OL-Teilnahme macht Angela Sterren auch ihren Kindern Jelena (10) und Simeon (9) eine Freude.

(Bild: Kurt Lichtensteiger)

Regen und Kälte hin oder her: Ohne Anmeldung beim Schulhaus erscheinen, sich für eine kurze, mittlere oder lange Distanz entscheiden, eine entsprechende OL-Karte aus der Box nehmen und eine Stempelkarte ausfüllen – und schon konnte es auf Postensuche losgehen.

Wer noch einige wertvolle Ratschläge auf den Weg mitnehmen wollte, war am Samstag in Ettenhausen von Coach Patrick Geiger oder Albert Keller, beide von der OL-Regio Wil, gut beraten. Vom OL-Fieber liessen sich neben Einzelläufern insbesondere Familien anstecken.

So bewegten sich dreijährige Kinder bis hin zu sportbegeisterten 80-jährigen Läuferinnen und Läufer mit einer detailgetreuen Karte im Massstab 1:4000 durch das schmucke Dorf Ettenhausen. «Wie kann das Sperrgebiet umgangen werden? Etwa über ein steil ansteigendes Wiesland in Richtung Brandforen oder indirekt über einen vorhandenen Weg?» war wohl eine oft gestellte Entscheidungsfrage. Für Spitzenläufer Martin Hubmann kein Problem. Er nutzte die Gelegenheit lediglich zu einem lockeren Footing im Hinblick auf die kommende EM in Neuchâtel.

Wie für das Mitglied des Nationalkaders stand die Rangierung für die vielen OL-Affinen und die Hobbyläufer ebenso wenig im Vordergrund, sondern das Erlebnis in der Natur unter Gleichgesinnten. Beweis dafür: Nach der zurückgelegenen Bahn – sei dies eine ausgewählte Distanz von gut drei, vier oder sechs Kilometern – trugen die Teilnehmenden ihre Laufzeiten selbstständig ein, wodurch der Wettbewerbscharakter bewusst entschärft worden war.

Gross und Klein machen sich auf die Postensuche.

Gross und Klein machen sich auf die Postensuche.

(Bild: ZVG)

Wohl zum Wohlgefallen der Anfänger, die auf der Laufstrecke umso mehr Gelegenheit fanden, den Aadorfer Dorfteil besser kennen zu lernen. Wer die Rangierung mit den Laufzeiten zwischen einer halben und einer guten Stunde dennoch genauer wissen wollte, konnte dies übers Internet erfahren.

Hauptsache an der frischen Luft

Auch wenn das Motto «Raus in den Frühling» nicht so ganz zum vorherrschenden Hudelwetter passen wollte, so entschädigte der Aufenthalt an der frischen Luft Jung und Alt. Bedauerlicherweise musste das OK aus bekannten Umständen auf eine Festwirtschaft verzichten, was einen geselligen Austausch leider verhinderte.

Dennoch waren die Organisatoren des Einwohnervereins Ettenhausen und der OL Regio Wil voll und ganz zufrieden über ihren Entscheid, an Stelle der aufgeschobenen Öpfel-Trophy den OL-Läufern eine Alternative angeboten zu haben. EV-Präsidentin Jacqueline Gabriel konnte sich dabei auf die Erfahrungen des einheimischen Patrick Geiger verlassen, der als Koordinator die Hauptarbeit souverän erledigte. Angela Sterren aus dem st.gallischen Rossrüt lobte die Veranstaltung über den grünen Klee. Besser hätte ihr Kompliment nicht ausfallen können als mit der Aussage: «Könnte dieser gelungene OL-Anlass nicht zu einer Tradition werden und jedes Jahr durchgeführt werden?», fragte die Teilnehmerin. Ihr Mann musste an einer Sitzung teilnehmen, sie aber nutzte den 1. Mai zur sportlichen Betätigung.