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Spontane Fahrgemeinschaften: Gemeinden in der Region Frauenfeld lancieren das «mitenand Fahrbänkli»

Mehrere Gemeinden in der Region Frauenfeld stellen sogenannte «mitenand Fahrbänkli» auf. Auf diese Weise sollen die Bürger kostenlos und unkompliziert nach Frauenfeld gelangen. Die Hüttwiler Gemeinderätin Evelyne Hagen ist überzeugt von dem Projekt.
Rahel Haag
Ein Mitfahrbänkli gibt es bereits in Berg SG. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Mitfahrbänkli gibt es bereits in Berg SG. (Bild: Ralph Ribi)

«Warum haben wir eigentlich keine Mitfahrbank?» Diese Frage stellte ein Hüttwiler am Strategieworkshop im Herbst 2017. Dort konnte die Bevölkerung ihre Ideen und Wünsche für die Entwicklung der Gemeinde einbringen. «Ich dachte mir, das müsste doch schnell und günstig umsetzbar sein», sagt Gemeinderätin Evelyne Hagen. Unterdessen steht das Projekt mit dem Namen «mitenand Fahrbänkli» kurz vor der Realisation.

Evelyne Hagen, Gemeinderätin Hüttwilen. (Bild: Rahel Haag)

Evelyne Hagen, Gemeinderätin Hüttwilen. (Bild: Rahel Haag)

Das Prinzip ist simpel: In der Gemeinde werden Sitzbänke aufgestellt und wer darauf Platz nimmt, signalisiert damit, dass er eine Mitfahrgelegenheit sucht. Fährt anschliessend ein Auto vorbei, beispielsweise Richtung Frauenfeld, kann die wartende Person unkompliziert mitgenommen werden.

«Die ganze Sache ist informell und freiwillig»

betont Hagen. Kein Autofahrer sei verpflichtet, eine Person mitzunehmen, auch Haftungsansprüche gebe es keine. «Das ‹mitenand Fahrbänkli› ist wie eine Art moderner Autostopp.»

In Frauenfeld ein Bänkli beim Roseneck-Kreisel

Die Gemeinde Hüttwilen hat unterdessen drei Standorte definiert, an denen die sogenannten «mitenand Fahrbänkli» aufgestellt werden sollen. Zwei befinden sich in Hüttwilen, davon eines Richtung Frauenfeld und eines Richtung Nussbaumen. Das dritte Bänkli soll in Nussbaumen aufgestellt werden.

Standorte in Hüttwilen

Standort in Nussbaumen

Auch in die umgekehrte Richtung soll das System funktionieren, weshalb in Frauenfeld ebenfalls ein Bänkli aufgestellt wird. Dazu sagt Hagen:

«Der Standort sollte zentral gelegen sein und die Autofahrer müssen gut anhalten können.»

In Absprache mit Markus Graf, Amtsleiter Werkhof in Frauenfeld, fiel die Wahl schliesslich auf die Ecke Rheinstrasse/Lindenstrasse beim Roseneck-Kreisel.

Standort in Frauenfeld

«Ein weiterer Vorteil ist, dass man von dort in alle Richtungen fahren kann», sagt Hagen. Denn auch andere Gemeinden wie Uesslingen-Buch und Neunforn haben sich dem Projekt angeschlossen. Sie haben zum Teil ebenfalls bereits Standorte für ihre eigenen Bänkli bestimmt.

Standort in Buch

Standort in Niederneunforn

Standort in Oberneunforn

Weiter seien die Gemeinden Herdern und Lanzenneunforn dabei, Standorte für ihre Bänkli abzuklären. Künftig möchte zudem auch Warth-Weinigen beim Projekt mitmachen. An der Gemeindeversammlung in Homburg kündigte Gemeindepräsident Thomas Wiget an, dass in Unterhörstätten ebenfalls ein Bänkli aufgestellt werden soll. Hagen sagt:

«Wir sind offen, andere Gemeinden können sich uns gerne anschliessen.»

Sie wünsche sich, dass in der Region Frauenfeld ein Netz entstehe.

Mit einer Tafel signalisieren, wo man hin möchte

Bei den Bänkli in den Gemeinden ist je nach Standort jeweils klar, in welche Richtung die Reise gehen soll. Beim Bänkli in Frauenfeld gibt es dagegen mehrere Möglichkeiten.

«Die Wartenden können ihr Ziel mit einer Tafel signalisieren»

sagt Hagen. An einer Stange sind deshalb mehrere Tafeln mit den möglichen Ortschaften angebracht. Wer wartet, dreht die entsprechende Tafel um 180 Grad, sodass die Ortschaft zu sehen ist. Eine Art Wegweiser also. «Wir haben uns für diese Variante entschieden, weil sie für Autofahrer schnell erfassbar ist.»

Die Visualisierung zeigt, wie das System dereinst funktionieren soll. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt, wie das System dereinst funktionieren soll. (Bild: PD)

Für die Anschaffung und den Unterhalt der Bänkli sind die Gemeinden selber verantwortlich. Die Kosten für das Bänkli in Frauenfeld werden sich die beteiligten Gemeinden teilen. «Die Kosten sind moderat», sagt Hagen. Ein Bänkli schlage mit rund 800 Franken zu Buche. Zudem wird das Projekt vom Verein Regio Frauenfeld mit einem einmaligen Beitrag von 5000 Franken finanziell unterstützt.

In Hüttwilen soll das Projekt im September starten. Ab dann läuft während anderthalb Jahren die Projektphase. «In dieser Zeit wollen wir Erfahrungen sammeln und das System unter Umständen weiterentwickeln», sagt Hagen. Sollte sich herausstellen, dass das Angebot nicht genutzt wird, würde die Latte mit dem Schriftzug «mitenand Fahrbänkli» durch eine neutrale ersetzt. Übrig bliebe ein schlichtes Bänkli. Hagen kann sich allerdings nicht vorstellen, dass dieser Fall eintritt.

«In anderen Gemeinden funktioniert das System.»

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