Die Turnfabrik in Frauenfeld wird zum Spielplatz für die ganze Familie

Sich bewegen, spielen und nebenbei Kontakte knüpfen: Das bietet der «Family Sunday» Eltern und ihren Kindern in der Turnfabrik. Der Sonntag vor Silvester bescherte den Organisatoren ganz besonders viele Besucher.

Ursula Ammann
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Der «Familiy Sunday» ist Spass pur – auch für diesen kleinen Besucher, der an einem Seil hin- und herschwingt. (Bilder: Reto Martin)

Der «Familiy Sunday» ist Spass pur – auch für diesen kleinen Besucher, der an einem Seil hin- und herschwingt. (Bilder: Reto Martin)

Nach einem Moment des Innehaltens rennt der Bub in T-Shirt und Trainerhose los und setzt zum grossen Sprung an. Auf der anderen Seite des Hindernisses landet er weich auf der Matte. Ein paar Meter nebenan macht ein Mädchen den Kopfstand und beobachtet das Treiben für ein paar Sekunden aus einer ganz anderen Perspektive. Die Turnfabrik zeigt sich an diesem kalten, nebligen Sonntag nach den Festtagen lebendig wie nie. Noch mehr Familien als sonst haben sich zum «Family Sunday» eingefunden, man tobt sich auf der rund tausend Quadratmeter grossen Bewegungslandschaft aus: Ob auf dem Trampolin, der Rutschbahn, der Sprossenwand oder an den Seilen, wo man sich wie Tarzan von einem Ort zum anderen schwingen kann.

Der weiche Boden bietet Schutz

Die zehnjährige Alessia turnt gerade am Reck. «Es ist einfach alles cool hier», sagt sie. Wie oft sie schon in der Turnfabrik war, lässt sich längst nicht mehr an einer Hand abzählen, nicht mal mehr an zwei Händen. Auch ihre jüngere Schwester Tiara hat schon etliche Sonntage hier verbracht. Alessias und Tiaras Mutter Sandra ist ebenfalls begeistert vom Angebot. Sie sagt:

«Es ist alles sehr kindergerecht aufgebaut und für jede Altersklasse gibt es etwas.»
In der Turnfabrik.

In der Turnfabrik.

Der «Family Sunday» richtet sich an Kinder bis 14 Jahre, die in Begleitung ihrer Eltern oder auch Grosseltern kommen. Zudem sind jeweils sechs Aufsichtspersonen in der Halle präsent. An diesem Sonntag sind auch sechs «Seppä» – urchige Akrobaten, wie sie sich selbst nennen – dabei. In ihren roten Zipfelmützen animieren sie die Kinder auf humorvolle Weise, sich zu bewegen.

Zwischen Seilen, Bällen und Matten steht Thomas Rapp. Er ist mit seinen zwei Kindern in die Turnfabrik gekommen. Der Familienvater schwärmt:

«Eine so riesige Halle mit so vielen Geräten bietet unzählige Möglichkeiten.»

Was ihn besonders überzeugt, ist der weiche Boden, der sich über die gesamte Fläche erstreckt.

In der Turnfabrik.

In der Turnfabrik.

Am «Family Sunday» sollen die Kinder in einem geschützten Rahmen Neues ausprobieren können. «Oft sind sie am Anfang noch etwas scheu, trauen sich dann aber immer mehr», sagt Andrea Zweidler, die das Angebot seit anderthalb Jahren organisiert. Viele Familien sind Stammgäste. Acht bis zehn solche Sonntage findet pro Jahr statt. Mitte 2018 wurde der 10 000. Besucher gekürt. Zudem hat der «Family Sunday» an der «Sanitas Challenge» den ersten Preis für die Region Ostschweiz gewonnen und den zweiten Preis auf nationaler Ebene.

In der Turnfabrik.

In der Turnfabrik.

«Unser Ziel ist es, den Kindern Raum für Bewegung zu bieten und einen Treffpunkt für Familien zu schaffen», sagt Andrea Zweidler. So kann man am «Family Sunday» spielen, sich bewegen und nebenbei Leute treffen. Manchmal kommen die Besucher mit einer ganz konkreten Vorstellung. Linus sagt:

«Am meisten mag ich die Pommes frites.»

Der Achtjährige meint damit aber nicht etwa frittierte Kartoffelsticks, sondern die gelben Schaumgummistäbe, die sich hinter ihm zu Tausenden in einer Wanne befinden. In diese lassen sich er und andere Kinder mit Freude hineinplumpsen.