Bei der Volkshochschule Frauenfeld gibt's Spielerfinder, Schamanen und englische Prinzessinnen

Die Volkshochschule ist auf Kurs ins Jubiläumsjahr. 2019 ist es ein Jahrhundert her seit der Gründung der ersten Schweizer Volkshochschule in der Kantonshauptstadt. Bis dahin stehen noch 15 höchst unterschiedliche Referate an. Saisonstart ist am 23. Oktober.

Mathias Frei
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Blicken ins neue Volkshochschul-Programmjahr: Stephan Amacker-Müller, Anita Fahrni und Präsident Albert Bargetzi. (Bild: Mathias Frei)

Blicken ins neue Volkshochschul-Programmjahr: Stephan Amacker-Müller, Anita Fahrni und Präsident Albert Bargetzi. (Bild: Mathias Frei)

Die Volkshochschule eröffnet die dritte Saison. Die Beweggründe seien dieselben wie vor zwei Jahren, sagt Albert Bargetzi, Präsident der IG Volkshochschule Frauenfeld (VHSF).

«Wir wollen Wissen vermitteln.»

Das heisst: «Stoff auf Hochschulniveau.» Gleichwohl seien die Veranstaltungen nicht akademisiert, erklärt der Sponsoringverantwortliche Stephan Amacker-Müller. Das Programm 2018/19 startet am 23. Oktober mit dem Thurgauer Filmemacher Humbi Entress, der über seinen Dokufilm «Weisser Horizont» berichtet.

15 Einzelveranstaltungen anstelle von inhaltlichen Reihen

Programmchefin Anita Fahrni freut sich, abermals ein vielfältiges Programm präsentieren zu können. Um unterschiedliches Publikum anzusprechen, gibt es keine inhaltlichen Reihen, sondern 15 Einzelveranstaltungen. Fahrni sagt:

«Unbekannte Länder kamen in der Vergangenheit gut an.»

SRF-Grossbritannien-Korrespondentin Henriette Engbersen referiert, andere Abende behandeln die Niederlanden, Vietnam oder den Kongo, worüber der Frauenfelder Journalist Hansjörg Enz spricht. Daneben gibt es auch Vorträge über die Bananenfrauen, den Goldenen Schnitt oder den Spitalneubau.

Die Entwicklung der ersten zwei Kursjahre bestätigt die VHSF-Macher. Im ersten Jahr gab es 19 Abende mit insgesamt 231 Besuchern. 2017/18 folgten 14 Veranstaltungen verdichtet, zu denen aber fast dreimal so viel Publikum kam – 643 Besucher. Von durchschnittlich einem Dutzend zu 45 Besuchern, darauf lässt sich aufbauen. Bestbesucht war der Vortrag der Islamkritikerin Saïda Keller-Messahli mit 116 Gästen.

Von Ende September bis Ende Juni

Das nun beginnende Programm wurde nochmals optimiert. Es gibt drei Fünferblöcke an Veranstaltungen, die Saison dauert aber nur noch bis Ende Juni, weil es im Sommer warm werden kann im Vortragssaal der Kantonsbibliothek. Man fühle sich aber weiterhin wohl in dieser Räumlichkeit, nicht zuletzt aufgrund der optimalen Lage und Infrastruktur. Amacker-Müller erwähnt die Reservationsmöglichkeit, die nur Mitglieder haben. Neu ist auch Sponsoring möglich. Bargetzi meint:

«Die Sponsoren müssen aber zu uns passen.»

Das sind ideale Voraussetzungen, um im nächsten Jahr ein wichtiges Jubiläum zu feiern. 1919 eröffnete Fritz Wartenweiler die erste Volkshochschule der Schweiz – und die stand in Frauenfeld. Der Zeitpunkt könnte passend sein, die IG in einen Verein umzuwandeln, auch um Wartenweilers Pionierarbeit zu ehren. Bei den VHSF-Machern denkt man laut darüber nach.

Kursprogramm: www.vhsf.ch

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Mathias Frei